Rock,Reggae und Regen…
Huiuiui… Fast ein Monat Funkstille hier. Dafür muss ich mich erst einmal entschuldigen: T’schuldigung.
Wie überall gibt es auch bei mir einige Ausreden zum selbstaussuchen:
- Ich war unterwegs.
- Ich hatte zu tun.
- Blogger-Sommerpause
- Ich kann alles erklären aber nicht ohne das Wort „Ausserirdische“
OK. Genug der Heulerei… Nun zum interessanteren Teil meines Lebens, der Musik.
Nun hat es sich ja ergeben, dass ich in diesem Jahr gleich zwei Festivals nacheinander besucht habe. Das Highfield und den Chiemsee Reggae Summer.
Und so fing alles an:
Freitag, 15.08.08
Halb Fünf ist die Nacht zu Ende und es geht mit Sack und Pack, also Riesenrucksack, einem Kasten alkoholfrei (ja auch das ist manchmal wichtig), 2 Fässern Bier und nem riesigen Fressalienkorb über Gotha nach Hohenfelden. Meetpoint ist um Acht. Klappt auch alles wunderbar, nur wo bekommt man um diese Uhrzeit noch ein 6x5m Zelt hin? Egal, geht schon irgendwie. Nach gefühlten 2 Stunden, einem Guten-Morgen-Bier, sowie dem beginnenden Regen steht es dann auch. Der Rest des Tages bis 17 Uhr ist unspektakulär und für ein Festival typisch. Aber dann geht’s los: Tocotronic, eine meiner absoluten Lieblingsbands kommt auf die Bühne. Ja, sie machen seit 15 Jahren die gleiche qualitativ beschissene Musik, aber ich liebe sie trotzdem. Die Plain White T’s haben wir uns ganz gemütlich bei einem Döner und Bier nicht angeschaut. Die Sportfreunde Stiller dafür sehr wohl. Wenn auch nicht meine Musik, muss ich sagen, dass sie ziemlich gerockt haben.
Danach BlocParty, einer der wohl tollsten IndieAlternativeHastenichgesehnBands. Eine der zwei Bands, die mich wohl an dem Wochenende am meisten berührt hat. Metaphorisch gesprochen. Die Killers haben wir sausen lassen und uns auf den Weg zum Zelt gemacht. Feierabendsbier.
Kleine Geschichte nebenbei: Versuche niemals bei den We are Scientists auf die Bühne zu klettern, wenn du nach dem Crowdsurfen von den Securities vor die Bühne gezerrt wirst. Dies wird mit 24 Stunden Festivalverbot belohnt. Aber das nur am Rande.
Samstag, 16.08.08
Wenn man es in der Hitze des Zeltes nicht mehr aushält, steht man dann so langsam auf. Frühstück bestehend aus Cornflakes, Würstchen und Bier. Super. Die eine Hälfte von uns haut ab in die Therme um mal richtig zu duschen. Bäh.
Der Rest (unter anderem ich) zieht das Frühstück bis ca. 18.30, da zwischendurch weiterer Besuch vorbeikommt und sich zu uns gesellt.
Dann wieder aufs Gelände, Flogging Molly anschauen. Irish-Folk-Punk-Gedöhns. Sehr geil. Wirklich. Danach die zweite Band, die mir einen Schauer über den Rücken laufen liess: Kettcar. Wahnsinn. Ich liebe diese Menschen einfach und nun konnte ich sie endlich mal Live sehn. Großartig.
Kleine Anekdote am Rand:
Kumpel von mir lehnt leicht angetüdelt auf der Schulter eines wildfremden Mädels, sie schaut etwas verdutzt. Kumpel Nummer 2 geht zu ihr und sagt etwas in die Richtung „Tut mir leid wegen dem Typen, aber der ist einfach chronisch untervögelt körperlich nicht ganz ausgelastet“. Auf die Nachfrage von Kumpel eins, was denn Kumpel 2 zur netten Dame nebenan gesagt hat, sagt Kumpel 2 „Na ich hab gesagt, dass du ein URST heisser Typ bist, und warum zum Teufel sie dich nicht einfach mit nach Hause nimmt.“
Weiter im Festivalplan. Die Hives stehen an. Kannte ja nur ein paar Lieder, aber was die abgeliefert haben war ganz große Klasse. Musikalisch und showtechnisch perfekt und mit kleinen denglischen Sätzen wie „Musse Hände zusammemachen“, „Wir haben die Hives gewesen“ oder „Wir sind so froh because you are here“ unterlegt.
Danach die Ärzte (aus Berlin), die ich mir aber nur 30min angetan habe. Zu viele neue Sachen die mir nicht gefallen. Naja, was solls.
Ab ins Zelt und dann zum Feierabendsbier noch mal aufgewacht.
Sonntag, 17.08.08
Aufgestanden wie am Samstag, den tag verbracht wie am Samstag, mit Essen und Bier. Den ganzen Tag. Man kriegt den Tag also auch ganz gut rum, ohne was Anstrengendes zu tun. 17.30 ist Festivalzeit. Madsen ist dran. Besser als ich erwartet habe. Auch die neuen Lieder gefallen mir Live, obwohl ich sie auf Platte nicht sooo dolle mochte. Danach der Serj, von SoaD. Nicht mein Fall. Ich habe mich lieber 90min mit einem Kumpel über das größte Problem des Mannes unterhalten: die Frau.
Danach aber wieder voll in der Menge. Die Dropkick Murphys. Endlich seh ich die auch mal live und in Farbe. Obwohl ich nichtmal die Hälfte der Lieder kannte (wenn ich nur wüsste warum), war es super. Ausser mir hats aus meiner Gruppe nur nem Mädel gefallen (was mir gefallen hat, also, der Fakt, dass ihr es gefallen hat. Ihr wisst schon… ) und irgend nem Typen, an dessen Name ich mich nicht erinnere. Aber genau mit den 2 Chaoten und nem dritten habe ich dann auch die Beatsteaks erlebt. Waaaahnsinn. Genauso geil wie in Erfurt. Die Massen haben getobt und wir mit. Sogar der kleine 13-14jährige Stift, der an uns vorbeigepogt kam, scheint Mami nicht vermisst zu haben. Und so ging ein tolles Wochenende vorbei. Nach dem obligatorischen Feierabendbier hiess es nur noch schlafen und am nächsten Tag aufstehen, die verbrannten Dixies begutachten und abhauen.
Rock on, denn der Urlaub ist noch nicht vorbei…
Chiemsee Reggae Summer
Donnerstag, 21.08.08
Diesmal war halb Vier die Nacht zu Ende. Noch früher als sonst. Also mit dem diesmal kleineren Reisegepäck (Monsterrucksack und einer Assitüte) ins Auto und nach Gotha. Menschen abholen und dann zum Bahnhof. Halb sieben geht der Zug. Eigentlich, denn er fährt weg, als wir gemütlich mit Bier und Brötchen auf den Rest von uns warten. OK, dann halt der nächste, man ist ja vorbereitet.
Gotha-Neudietendorf-Schweinfurt-Nürnberg-München. Wir haben Spaß. Auf dem Weg nach Süden wird der Zug immer voller mit irgendwelchen Bier schleppenden Menschen mit Schlafsack und Zelt. Komisch war die Tatsache, dass ca. 50 davon in Nürnberg auf dem Bahnsteig standen und plötzlich nach Norden fuhren. Wer weiß.
Aus den geplanten 20min Aufenthalt in München wurden 2 Stunden, die wir aber mit Campingstühlen und Bier relativ gut über die Runden bekommen haben. Gegen halb sieben kommen wir dann doch in Übersee an. Aber müssen zum Festival laufen, die Busse sind überlastet. Meine Schultern waren schon 20cm weiter unten als am Anfang des Tages, aber irgendwann war auch der Eingang in Sichtweite. Ging alles Wesentlich schneller als letztes Jahr, obwohl mehr Menschen da waren. Super. Der Zeltplatz war auch irgendwann gefunden und das erste Bier gezapft und das erste Steak gegessen. Abends im Partyzelt noch ein Feierabendsnapf und dann ins Bett.
Freitag, 22.08.08
Aufstehen, wenn es im Zelt zu heiss wird kennen wir schon. Dann einkaufen. Laufenderweise. Der neugebaute Netto ist gnadenlos überfüllt, also weiter zum altbekannten Edeka. Der genauso überfüllt ist, aber man diesmal nicht 2h anstehen muss um dann nichts mehr zu bekommen. Das Bild dort gleich ungefähr der biblischen Heuschreckenplage. Alles Da -> Heuschrecken drüber -> alles weg.
Egal, wir haben ca 7kg Fleisch, 10l Bier und Krimskrams gekauft. Teuer genug. Also zurücklaufen und erstmal 1-2kg Fleisch braten. Lecker.
Dann zum Fluss. Mit Bier und Campingstühlen natürlich. In der Sonne hab ich mir natürlich standesgemäß die Schultern verbrannt. Aber egal. Hauptsache warm. Noch. Denn es sollte anders kommen. Wir (intellent wie wir sind) sind natürlich gleich mit Gummistiefeln aufs Festivalgelände, obwohl die Sonne noch geschienen hat. Muahaha. Als erstes kommt Deichkind. Hrm. Ok. Krawall und Remmi Demmi rockt ja. Aber der Rest ist die größte Scheisse die ich bis jetzt gehört habe. Und dann son Elektrogedöhns noch aufm Reggae-Festival. Demnächst kommt wohl auch noch Manowar (jaja… Insider)?
Naja. Mein Kumpel und ich verziehen uns ins Festzelt und entscheiden uns dafür, später nur noch einmal kurz hinauszugehen um uns Patrice mal kurz anzuschauen. Der is wirklich klasse. Schade dass es so geregnet hat. Wobei, dann hätten wir wohl das Couchen niemals erfunden. Couchen rockt. Dasitzen, Bier trinken und Menschen kennenlernen. Der Wahnsinn, da gibts demnächst nen extra Artikel drüber. Aber jetzt nicht. Nur so viel, wir haben 2 nette Mädels kennengelernt, uns gut unterhalten und viel Spass gehabt.
Mein Kumpel hat es sich nicht nehmen lassen, sich antanzen zu lassen. Das hat er zwar nicht sofort bereut, aber doch kurz danach.
Sie: “Wie alt bist du?” – Er: “19. Und du?” – Sie: “Sag ich nicht, aber du kommst nicht ins Gefängnis.”
Ähm ja. Ok. Wir sind dann lieber wieder auf die Couch.
So klang der Abend aus und wir trafen die restlichen 3 Leute bei uns im Zelt. Und mit was? Mit Recht Bier.
Samstag, 23.08.08
Ausschlafen ging besser, denn es war nicht so heiss. Dafür matschig. Matschiger als letztes Jahr. Der Wahnsinn. Aber egal. Erstmal grillen. Und dann vorm Zelt sitzen bis wieder gute Musik kommt. Also 18 Uhr. Groundation. Guter Roots-Reggae. Sehr geil. Und danach die 2 Menschen, auf die ich mich am meisten gefreut habe. Mono und Nikitaman. Leider konnten sie dieses Jahr nicht die Sonne herbeisingen, auch wenn sie es versucht haben. War trotzdem ein großartiger Auftritt. Danach im strömenden Regen zu Nneka. Ganz cool, hat mir aber stimmungsmäßig einfach net so reingepasst, also sind wir wieder couchen. Tolle Sachen sind an dem Abend passiert, aber dazu im Couchen-Artikel mehr. Shaggy haben wir auch vercoucht, obwohl er echt gut gewesen sein soll. Naja. Unser Abend war auch klasse.
Zurück im Zelt haben wir den Rest von uns schlafend vorgefunden, nachdem wir ewig durch den Matsch gewatet sind und jeden zur fröhlichen Wattwanderung am nächsten Tag eingeladen haben.
Sonntag, 24.08.08
Wieder ausgeschlafen, war ja wieder nicht so warm, aber besser als am Samstag. Die Sonne wollte rauskommen. Also gleich erstmal zum Grillplatz. Essen fassen. Danach ein Zelt einlegen, weil 2 von uns abhauen mussten. Kann ja nicht jeder nicht mehr in die Schule gehen müssen. Der Rest von uns macht sich auf den Weg zum Festival. In den Biergarten und noch einmal über den Basar. Tolle Sache. Ich hätte Schallplatten kaufen können ohne Ende. 15 Uhr dann Panteon Rococo. Kannte ich zwar nicht, war aber eine tolle mexikanische Ska-Punk Band. Und das Mädel hinter uns fands auch gut. Und ich sie auch.
Danach Clueso. Obwohl man nicht 12h Zug fahren muss um ihn am Chiemsee zu sehen. Da reichen auch 20min mitm Auto bis Erfurt. Aber egal. Super war er trotzdem, obwohl ich ihn noch nie so auf der Bühne erlebt habe. An welchen Substanzen das wohl gelegen hat.
Nach ewigem Hin und Her haben wir 3 Verbleibenden uns dann doch entschieden uns auch auf den Heimweg zu machen, auch wenn die Bahnfahrt in der Nacht noch 3h länger dauert, weil man auf irgendwelchen Bahnhöfen festsitzt. So war es auch.
Übersee – München: Kein Problem, nur kommen wir so spät an, dass der Zug nach Treuchtlingen die Türen nicht mehr aufmacht und dann losfährt. Also setzen wir uns mit den Campingstühlen mitten auf den Bahnsteig des Münchner Hauptbahnhofs, direkt unter das größte RauchenVerboten-Schild, welches ich je gesehen habe und… trinken Schnapps. Nach einer Stunde gehts weiter nach Ingolstadt. Ankuft irgendwann gegen Mitternacht. Bedeutet: 5h Aufenthalt Auf dem Ingolstädter Hauptbahnhof. Mit komischen Rentnern die Nachtspaziergänge machen, weiteren Verrückten, die auch auf den Steinplatten schlafen und dann nich aufwachen, wenn der Zug doch losfährt.
Wir sitzen aber drin. Weiter Richtung Treuchtlingen, dann nach Nürnberg und über Schweinfurt und Neudietendorf wieder nach Gotha. Ankunft halb 11. Kleiner Umweg in die Schule um uns dreckige, stinkende und übernächtigte Menschen begaffen zu lassen.
So endet auch dieses Wochenende und die Festivalsaison für mich. Es waren 2 tolle Wochenenden, eins mit mehr Musik und eins mit mehr chilligen auf der Couch sitzen und Leute kennen lernen. Und ich habe viele tolle Leute kennengelernt. Sehr viele. Weiblich und männlich.
Danke für die tolle Zeit.
Rock on!
Schönes Ding… Da braucht man doch gar keinen Urlaub ausserhalb der lieben Heimat. Und neue Leute lernt man auch kennen. Und die sprechen sogar deutsch. Wo mir grad einfällt. Usedom. Fischräucherei. “should i speak english or do you understand german?” nur gut, dass ich wie nen ausländer aussehe. deutschland ist schon grandios. grandios am abgrund.
Kommentar by MøD — 2. September 2008 @ 20:43
Recht haste…
Wobei ich bayrisch nicht gleich deutsch nennen würde
Kommentar by admin — 2. September 2008 @ 20:50
Na das ist doch mal ein langer Bericht, schick schick ördman.
Kommentar by storchO — 3. September 2008 @ 22:13
krasses ding digger…. aber wo bleibt der couching-eintrag… auf den bin ich seeeehr gespannt…
hau rein!!
Kommentar by Marco — 4. September 2008 @ 13:26
Servus, sehr netter Eintrag… ja zu Highfield – war wirklich sehr geil und The Hives haben wirklich gerockt…. ich glaube der Sänger von Hives sagte auch so was wie “Ich lieben Dich!” und “Meine Kinder…” der war schon gut drauf.
Gruß René
PS: schönes Design hast de.
Kommentar by René — 7. September 2008 @ 14:23
Ein fröhliches ahoihoi
netter artikel, glaub aber kaum das den außenstehende voll verstehen. hast leider viel rausgelassen, z.B.: leute die sich gegenseitig anspringen oder bayrische streitgespräche.
mfg ich
p.s.: soory der artikel ist nicht nett, eher gut
Kommentar by ich — 13. September 2008 @ 18:44
ich habe viel rausgelassen, aber das was du ansprichtst gehört ja auch in den artikel übers couchen
der kommt demnaechst
Kommentar by admin — 14. September 2008 @ 12:27