Kati?

Filed under: Erlebtes — Smikey @ 15:45

*rrrrriiiiiiiiing*

Ach du meine Güte, es ist mitten in der Nacht.

*rrrrriiiiiiiiing*

Ich schaue auf die Uhr, die meine Vermutung bestätigt. 10.37 Uhr.

*rrrrriiiiiiiiing*

Jaaaajaaaa, ich komm ja schon. Ich quäle mich aus dem Bett und stapfe Richtung dem, was mein Schreibtisch sein sollte, aber eher einem Ablageplatz für Tabakreste und EisteePackungen dient, welche die Laptops verstecken sollen. Dieses besch.. Telefon bimmelt aber immer genau dann, wenn mein Traum gerade beginnt, interessant zu werden.

Ich brumme ein “Ja” ins Mikrofon, klingt aber eher nach “Hrmpf”.

Er: “Ja, Guten Morgen, ist die Kati da?”

Ich: “Ähm, nein tut mir leid, die Kati wohnt immernoch nicht hier…”

Er: “Aberaberaber, ich hab die Nummer doch seit Jahren gespeichert”

Ich: “Das tut mir sehr leid, aber ich habe diese Nummer auch schon eine ganze Zeit und eine Kati kenn ich nicht.”

Er: “Ui. Dann entschuldigen Sie bitte. Schönen Tag noch”

*klick*

Hrm. Die Kati. Ich kenne sie nicht, aber sie wird so einmal im Quartal am Telefon verlangt. Und immer ist es der gleiche Kerl. Die Kati scheint ihn nicht mehr zu mögen. Oder durch einen unglücklichen Zufall hat er die falsche Nummer erwischt und wird seine Kati niemals wiedersehenhören.

Wer weiß. Vielleicht ist die Kati auch ne Süße und kommt mich irgendwann mal besuchen, wenn sie erfährt, wem ihre alte Nummer nun zugeteilt worden ist. Wer weiß.

Couchen!

Filed under: Erlebtes — Smikey @ 11:04

Alle haben darauf gewartet, von vielen wurde ich darauf hingewiesen und von einigen sogar mit Androhung von Gewalt dazu gezwungen es endlich zu tun. Den Artikel übers Couchen zu schreiben. Couchen, eine der größten Erfindungen der Menschheit. Und hier ist sie. In Hülle und Fülle!

Couchen. Keiner kennte es. Doch es rockt. Es rockt so unglaublich, dass man garnicht anders kann, als es auch einmal auszuprobieren.

Entstanden ist es letztes Jahr auf dem Chiemsee Reggae Summer.

Als Willi und ich damals von Deichkind genug hatten und auch das Wetter nicht mehr so mitspielte, wie es sollte, verkrochen wir uns schnellstmöglich ins Bierzelt. Und dort auf eine der vielen Sofen, Couches oder wie man die Dinger auch immer nennt. Mit einem Bier, für uns beide. Schon nach ein paar Minuten gesellten sich ein paar lustige Bayern zu uns und wir unterhielten uns so gut, dass wir sogar ein Bier spendiert bekommen haben.

So nam die Sache ihren Lauf. Mit 2 eigenen Pfandbechern und noch ein paar gesammelten um uns herum ergatterten wir uns ein neues Bier. Für lau. Und so ging es den ganzen Abend. Und den nächsten und den darauf folgenden.

Zu zweit oder zu dritt auf der Couch, den ganzen Abend. Mit Bier und guten Unterhaltungen, irrsinnigen Erlebnissen der komischen Art und Spaß.

Hier ein paar Anekdoten aus dem Leben der Couchenden:

  • Mädel kommt vorbei, durchaus nicht unsüß und setzt sich zwischen uns. Perfektion schon jetzt da. Sehr gut unterhalten, nur ihren Namen weiß ich nicht mehr. Sie kam aber jeden Abend bei uns vorbei, weil sie wusste, dass wir couchen werden.
  • Vor uns spielen 4 Leute Curling mit einem zerbrochenem Besen und einem Aschenbecher. Bis er bricht. Der Aschenbecher
  • Wir haben Hunger. So sehr Hunger dass wir uns nicht weit weg bewegen können und wollen. Denn sonst ist die Couch besetzt. Es darf maximal einer weggehen. Zum Bier holen oder wegbringen. Also warten wir bis 2 Mädels mit leckeren Kartoffelecken-Rot-Weiss vorbeikommen. Wir bitten höflichst darum, mal probieren zu dürfen. Yeah. Lecker. Appetit ist angeregt. Nach ein paar Minuten kommt das eine Mädel zu uns und gibt uns den Rest der Ecken. Sie ist satt. Perfekt. Wir mampfen und als wir fertig sind flüstere ich “Jetzt müssen wir nur noch irgendwie die andere Packung bekommen”. Wie durch Zauberhand steht das zweite Mädel da und überlässt uns den Rest der Speise. Strange, aber wir sind gesättigt.
  • Ein Kerl  steht gedankenverloren in der Gegend rum. Plötzlich kommt ein anderer auf ihn zugerannt und springt mit den Füßen nach vorne durch die Luft. Treffpunkt Füße-Brustkorb. Beide hauts mörderisch hin und wir denken sofort an eine ausbrechende Prügelei. Pustekuchen. Die beiden stehen auf und rufen “Yeaaaah, geil Alter”. Muss man nicht verstehen. Lustig sahs aber aus. Was man auch nicht verstehen muss: Stunden später haben wir sie um eine Zigarette gebeten. Antwort: “Neeee, wir rauchen nicht. Das ist uns zu gefährlich”. Ok, alles klar.
  • Drei Mädels sitzen uns gegenüber. Eine traut sich, zu uns zu kommen und nach einer Zigarette zu fragen. “Kein Problem, setzt euch zu uns”. Und sie taten es. Und sie sahen gut aus. Sehr gut. Allerdings: “Wie alt seid ihr denn?” – “Also ich bin gerade 14 geworden”. OK, alles klar. Ich bin Bier holen gegangen.
  • Drei andere Mädels fragen wieder nach Zigaretten. Sie waren mindestens 16, da sie sich gegenseitig ihre Ausweise gezeigt haben. Pluspunkt. Aber wenn die so betrunken sind, dass sie beim Zigaretten drehen einschlafen, dann erwartet man auch kein tolles Gespräch mehr.
  • Ein sehr betrunkener Kerl kommt auf uns zu und erzählt uns von den wichtigen Dingen des Lebens und das er alles richtig gemacht habe. Er ist geschieden und Informatiker. Na prima.

Diese und viele andere Dinge erwarten einen beim Couchen. Für lau. Es ist großartig, es ist grandios, es muss publiziert werden.

Tut es, wir tun es auch.

Ganz nebenbei… Das hier ist der 150. Beitrag im Blog. Hell Yeah!

Das Auge isst mit!

Filed under: Erlebtes,Gedankenwelt — Smikey @ 15:14

Man geht ja nicht umsonst in die Mensa. Also ich meine abgesehen vom Essen. Ich persönlich neige dazu, dauernd im Saal herumzuschauen ob ich bekannte, interessante, komische oder süße Gesichter sehe. Ab und an wird das sogar mit Erfolg gekrönt.

Heute zum Beispiel.

Während ich also gemütlich so sitze, dass ich den ganzen Saal im Blick habe, was ein menschlicher Grundmechanismus bei der Platzwahl ist, und gemütlich Fisch in Bierteig und Reis in mich reinschaufel, lasse ich also meine Augen durch den Raum schweifen.

Und *baaaaaaaam*, getroffen. Also symbolisch. Ich habe jemanden erkannt. Ein Mädel aus meiner alten Schule. Mensch, die sieht immernoch so gut aus wie “damals”. Wenn ich nur wüsste, wie lange “damals” her ist.Auf jeden Fall habe ich sie entdeckt und erkannt. Sie mich aber nicht. Was dazu führt, dass ich ab und an rüberschaue, sie aber nicht zurück. Perfekt für Beobachtungen, eher ungeeignet für mentale Unterhaltungen per Augenkontakt.

Also schaufel ich weiter und schau hin und wieder in regelmäßig immer kürzer werdenden Abständen rüber.

Als ich mich dann entschliesse, die Mensa wieder zu verlassen, muss ich zwangsläufig an ihrem Tisch vorbei. Und gerade als ich aufstehe und mir die Jacke über die Schulter werfe, schaut sie zu mir hinüber. *baaaaaaaam* Auch erkannt. Mit einem etwas komischen Gesichtsausdruck, der wohl Verwunderung über meine Anwesenheit ausdrücken soll, schaut sie zu mir. Und tuschelt mit ihrer Tischnachbarin.

Als ich an ihrem Tisch vorbeilaufe, treffen sich unsere Blicke und ein Lächeln sowie ein leises “Hallo” huschen uns über die Lippen.

Super. So kann der Tag weitergehen.

Ich war nicht auf der Suche nach einer langen Unterhaltung. Ich kenne sie fast nur vom Sehen, aber trotzdem war es ein guter Moment.

So wie er war, nicht mehr und nicht weniger.

WinterSommer

Filed under: Gedankenwelt — Smikey @ 14:01

Und schon wieder muss ich mich auf einen Beitrag von storchO beziehen.  Diesmal geht es ums Wetter. Natürlich nur symbolisch.

Es geht um das allgemeine Hochgefühl der Menschen, die jemanden gefunden zu haben scheinen. Es geht um das Gefühl, dass viele erst im Frühling verspüren. Der Frühling scheint dieses Jahr direkt an den Herbst anzuschließen. Während vor dem Fenster die Temperaturen soweit sinken, dass selbst Eisblumen zu erfrieren drohen, sitzen die Menschen um mich herum und sind wohl von den Herbstdepressionen gleich in die Frühlingsgefühle gewandert.

Man trifft einen Menschen, der perfekt zu einem zu passen scheint. Und es fühlt sich gut an. Es fühlt sich sogar noch besser an, wenn dieser Mensch ähnlich denkt. Und wenn sich dann noch beide dieser Tatsache bewusst sind und dementsprechend handeln, scheint die Perfektion geglückt.

Nicht, dass mich das nicht freuen täte. Nein, im Gegenteil. Glückliche Menschen sind gute Menschen.

Aber wenn man kurz vor dieser Perfektion ohne Nachfrage die rosarote Sonnenbrille vom Gesicht gerissen und gleich einen Schlag hinterher bekommt, dann weiss man, dass man es wieder nicht geschafft hat.

Bei mir ist noch Winter.

Drinnen und Draußen

Filed under: Gedankenwelt — Smikey @ 20:24

“Was ist wenn du jemanden anrufst, aber keiner geht ran?”. StorchOs Beitrag hat mich nachdenklich gemacht. Also nicht dass ich heute nicht schon nachdenklich genug gewesen wäre, aber das hat echt nochmal so ein Sahnehäubchen oben drauf gesetzt.

Technik, die begeistert und verbindet. Doch wo wären wir ohne sie und wo sind wir mit ihr? Ich muss zugeben, dass ich selbst Teil der Gesellschaft bin und genau das verkörpere, was Storch da zum besten gibt. Da wartet man stundenlang vor dem Monitor, damit das kleine Fensterchen kommt, dass einem das Im-Netz-Erscheinen einer bestimmten Person anzeigt. Und dann schreibt man drauflos wie ein Irrer. Doch warum ruft man nicht einfach an? Oder noch besser: Warum geht man nicht einfach mal vorbei? Ist doch um die Ecke.

Ganz genau: Weil uns der Mut dazu fehlt. Der Mut mit den Leuten einfach so von Angesicht zu Angesicht zu reden. Kein Selbstvertrauen, keine Youtube-Videos zur Gesprächspräparieung. Einfach losreden fällt manchen von uns so schwer. Was im Internet noch so einfach ging erscheint “draußen” schon fast unmöglich. Und das ist traurig und schlimm. Und am allerschlimmsten ist, dass ich dazugehöre. DAS ist wirklich schlimm.

Ich muss trotzdem sagen, dass ich die Möglichkeiten der Technik immernoch großartig finde. Nicht umsonst bin ich Informatikstudent geworden. Aber was noch viel wichtiger ist:

Ich habe Menschen kennengelernt. Mit oder besser über diese Technik. Ich habe viele Menschen kennengelernt und manche so gut, dass ich will, dass dieses Kennenlernen nicht mehr nur in die virtuellen Realitaet stattfindet. Ich will es entführen in das reale Leben, das Draußen. Das Leben, das es auch noch gibt wenn der Strom ausfällt.

Denn dort spielt es sich ab. Alles was wirklich wichtig ist.