Drinnen und Draußen
“Was ist wenn du jemanden anrufst, aber keiner geht ran?”. StorchOs Beitrag hat mich nachdenklich gemacht. Also nicht dass ich heute nicht schon nachdenklich genug gewesen wäre, aber das hat echt nochmal so ein Sahnehäubchen oben drauf gesetzt.
Technik, die begeistert und verbindet. Doch wo wären wir ohne sie und wo sind wir mit ihr? Ich muss zugeben, dass ich selbst Teil der Gesellschaft bin und genau das verkörpere, was Storch da zum besten gibt. Da wartet man stundenlang vor dem Monitor, damit das kleine Fensterchen kommt, dass einem das Im-Netz-Erscheinen einer bestimmten Person anzeigt. Und dann schreibt man drauflos wie ein Irrer. Doch warum ruft man nicht einfach an? Oder noch besser: Warum geht man nicht einfach mal vorbei? Ist doch um die Ecke.
Ganz genau: Weil uns der Mut dazu fehlt. Der Mut mit den Leuten einfach so von Angesicht zu Angesicht zu reden. Kein Selbstvertrauen, keine Youtube-Videos zur Gesprächspräparieung. Einfach losreden fällt manchen von uns so schwer. Was im Internet noch so einfach ging erscheint “draußen” schon fast unmöglich. Und das ist traurig und schlimm. Und am allerschlimmsten ist, dass ich dazugehöre. DAS ist wirklich schlimm.
Ich muss trotzdem sagen, dass ich die Möglichkeiten der Technik immernoch großartig finde. Nicht umsonst bin ich Informatikstudent geworden. Aber was noch viel wichtiger ist:
Ich habe Menschen kennengelernt. Mit oder besser über diese Technik. Ich habe viele Menschen kennengelernt und manche so gut, dass ich will, dass dieses Kennenlernen nicht mehr nur in die virtuellen Realitaet stattfindet. Ich will es entführen in das reale Leben, das Draußen. Das Leben, das es auch noch gibt wenn der Strom ausfällt.
Denn dort spielt es sich ab. Alles was wirklich wichtig ist.
ne ecke besser, als storchs beitrag, vor allem, weil bei dir die persönliche ebene anklingt und der letzte satz beweist: “wir leben noch”!
Kommentar by martin und josch — 10. Februar 2009 @ 17:15