Jeden Tag Fasching

Filed under: Erlebtes — Smikey @ 19:43

Heute ist Aschermittwoch und somit die ist die fünfte Jahreszeit nun auch endgültig vorbei.

Ich mag ja verkleiden nicht. Also dass ich mich verkleide. Bei anderen find ich das gut bis perfekt, denn manche Menschen sind im Normalzustand sowieso nicht anzuschauen. Und bei mir ist sowieso jeden Tag Fasching. Wurde mir jedenfalls so gesagt. Ob ich das gut finden soll weiß ich noch nicht so recht.

Auf jeden Fall habe ich es mir nicht nehmen lassen, letzten Samstag dann doch auf Drängen mehrerer weiblicher Mitbürger mal den “Tollen Samstag” in Ilmenau zu besuchen.

Und ich muss sagen: Ich hätte sie alle mit nach Hause genommen. Also fast alle, bis auf die männlichen und die, die nicht ganz ins Beuteschema passen. Aber sonst alle. Teufelinnen, Krankenschwestern, Piratinnen, Polizistinnen. Alle. Ich denke die hätten sich sehr gut auf meinem Sofa gemacht. Mit mir dazwischen. Ganz klar.

Mich überkam anfangs die Angst, zu viele betrunkene Idioten zu treffen und auch welche, die ganz nüchtern schienen. Aber ich wurde verschont. FAST!

Denn ein Genosse, der sich unter der Kategorie “Mann” verbucht, hat mal wieder nicht locker gelassen und musste sich vor meiner Begleitung profilieren. Kann man machen, muss man aber nicht. Und sollte man bei ihr auch nicht, denn sie weiß sich zu wehren. Geistig, körperlich und mit einer grandiosen Geste, die mir die Mundwinkel in die Höhe schnellen lies.

Da kam er an und sprach sie an. Er redet ja nicht mit mir, hat er gesagt. Soll er doch. Bin nicht scharf drauf gewesen, als ich gemerkt hab, dass sein IQ knapp unter Zimmertemperatur liegt. “Ich weiß, ihr Mädels wollt mich alle und ich kann das verstehen. Aber ich will euch nicht. Das tut mir leid. Aber ihr seid einfach nicht mein Niveau” Gut. Damit können die Mädels leben. Denn sein Niveau klebt unter den Absätzen ihres Niveaus. Aber was solls. Er hat es sich trotzdem nicht nehmen lassen, meiner Begleitung einen Schnapps auszugeben. Insgeheim sehnt er sich nämlich nach einer kleinen Niveauspritze. Den Klopfer nahm sie auch gerne an.

Es kam wie es kommen musste: Sie klopften, schrauben und stoßen an. Und bewegen die kleine Flasche zum Mund. Er kippt und sie kippt auch. Sie allerdings nicht in den Mund, sondern ihm netterweise vor die Füße.

Eigentlich bin ich gegen das Verschütten von alkoholischen Getränken jeder Art, aber für seinen Gesichtsausdruck in dem Moment hätte ich ruhig noch ein paar Kurze geopfert. Er hat geschaut wie ein Auto, sie überlegen und ich hab gelacht. Mensch, was hab ich gelacht. Er nicht. Schade. War doch auch für die restlichen Mitmenschen auf dem Parkett witzig. Abfuhr erster Klasse, auch das muss mal sein.

So war der Abend. Wir haben gelacht, getrunken und Spaß gehabt.

Es war gut, auch wenn mein Sofa leider weiter ohne leichtbekleidete Mädels und Uniform-Fetischistinnen auskommen muss.

Aber ich bin da. Fasching jeden Tag und so.

Hallenspiel (Der Tragödie zweiter Teil)

Filed under: Aus eigener Feder — Smikey @ 20:44

Er legt die Gitarre aus der Hand. Alte Klänge, die durch den Raum geflutet wurden. Von ihm und dem Radio. So alt, dass sie nur noch selten wieder den Weg in sein Ohr und das unbestimmte komische etwas dazwischen finden. Damals, als diese Klänge noch durch den mit Bildern behangenen Wänden des kleines Raumes am Ende der Stadt hallten, hatte er gewonnen. Er hatte es geschafft, die zwei wichtigsten Dinge seines Lebens oder besser die, die es werden sollten, unter einen Hut zu bringen. Die Musik und die Liebe.

Sie waren wie Brüder, auch wenn er diese Formulierung nicht mag, weil sie zu kitschig klingt.  Aber sie waren es. Brüder, die alles teilten. Freud und Leid, gute Laune und die andere Seite. Der Tisch voller leerer Flaschen und Chipstüten auf den großen Boxen, wo die Musik heraussprudelt. Ihre Musik. Die Musik, welche sie ersinnen, wärend sie mit Gänseblümchen im Mund und eine Flasche in der Hand neben ihren besseren Hälften und den anderen noch besseren Hälften lagen. Im Sommer.

Und sie wussten, es war richtig.

Jux und Dollerei

Filed under: Allgemein — Smikey @ 14:50

“Ich mach das doch nicht aus Jux und Dollerei”.

Das ist der Satz der mir in den letzten Wochen immer wieder durch den Kopf gegangen ist. Aber irgendwie schein ich es doch getan zu haben. Bastih hat das letztens schon so grandios tiefsinnig beschrieben.

Ich habe es filmreif veranstaltet. Wie jedes Mal. Nur diesmal noch viel spektakulärer. Ich hole meine Körbe nicht irgendwann ab, nein.

Ich mach das am Valentinstag. Na das ist doch mal was.

Zwei Monate lang habe ich versucht, gehofft und gearbeitet. An der “Beziehung”. Ich hatte ein gutes Gefühl bei der Sache. Eine lange Zeit. Und es hat unfassbar gut getan.

Ich habe grandiose Geschenke gemacht, sie zum Lachen gebracht. Ich habe sie sogar zum Weinen gebracht, aber im positiven Sinne. Ich war wie immer kein Arschloch und trotzdem funktioniert es nicht.

Es reicht nicht. Irgendetwas reicht einfach nicht. Dass der Mut dazugehört weiß ich schon. Aber ohne den kleinen Stoß von hinten klappt es bei mir einfach nicht. Manchmal weiß ich ganz genau was zu tun wäre und tue es aber nicht. Weil ich feige bin. Zu feige. Und ich begreife nicht warum.

Und nun ist es wieder vorbei. Nicht, dass die ganze Liebesmühe umsonst gewesen wäre. Nein. Ich habe wieder einen wundervollen Menschen mehr an meiner Seite. Eingereiht in die Riege der Frauen, die bis jetzt die Quote erfüllt haben. Und auch das kann toll sein.

Ich bin nicht traurig, nur ein wenig wütend auf mich selbst, weil es wieder nicht funktioniert hat. Aber trotzdem bin ich glücklich. Glücklich, weil ich weiß, dass ich es versucht habe. Mit Mut und Gefühl.

Und nicht aus Jux und Dollerei.

Auf ein Neues! Andere Töchter und so…

Wenn der Mut nicht reicht.

Filed under: Allgemein — Smikey @ 15:34

You can lay your worries down and stay with me.

Ich habe Kopf. Aber im positiven Sinne. Da Schmetterlinge sich bekanntlich eher im Bauch aufhalten, muss in meinem Kopf etwas anderes sein. Ein Bild, ein Name, ein Gedanke. Und er tut gut. Wahnsinnig gut. Auch wenn es zur Zeit nur ein Gedanke ist.
In meinem Kopf ist schon Frühling und das schon seit fast 2 Monaten. Doch der Sommer will sich nicht wirklich anschliessen. Und warum? Weil der Mut fehlt. Bei mir. Bei ihr vielleicht auch.
Manchmal glaube ich wir drehen uns auf der Stelle, gehen zwei Schritte zurück und einen wieder vor. Wir stecken fest im Reich des fehlenden Mutes. Wir stehen uns gegenüber und wir beide wissen, was zu tun ist, wenn wir es wirklich wollen.
Kann uns nicht einmal jemand einen Stoß geben?