2:1
Happy End. Der Film ist zu Ende und man sollte sich mit den fiktiven Menschen freuen, wenn sie sich am Ende leidenschaftlich küssen. Und dann sollte man sich mit einem inneren Glücksgefühl zu seinem persönlichen Happy End rumdrehen und den einzig richtigen Schritt tun.
Und warum tut man das nicht? Weil eben dieses Happy End nicht da ist. Man sitzt allein auf der Couch und versinkt in Melancholie und Selbstmitleid, weil sich wieder zwei gefunden haben. Im Film, klar, aber gefunden ist nunmal gefunden.
Kein Glücksgefühl, denn das einzige was mit einem auf dem Sofa sitzt ist der eigene Schatten, der einen bedrohlich verfolgt und wie ein Damokles-Schwert über einem hängt und immer zu fallen droht, wenn man es am wenigsten braucht.
Einsamkeit. Ich möchte es eigentlich nicht so nennen aber ich denke es ist genau das, was ich meine.
Einsamkeit allein ist Einsamkeit. Einsamkeit unter Menschen ist Tristess.
Und genau das sind diese Momente, vor denen ich mich immer fürchte, sie aber trotzdem immer wieder erlebe. Und irgendwie geniesse ich sie auch ein wenig. Das ganze auf und ab. Der Kampf und die Niederlage.
Doch gibt es hier einen, der kannte das auch und wünscht Glück.
Der Sturz in die Tiefen der Melancholie ist einer der Momente, die mich merken lassen, dass ich noch lebe.
Und ich kämpfe wieder. Und ich werde besser. Mal um Mal.
Und was man verdient, ist nicht was man bekommt. Willkommen an der Front.
Vielleicht ist es schon dieses Mal soweit, dass ich an der Reihe bin.
Für mein persönliches Happy End.
Dann heißt es 2:1 für mich. Gewonnen.