Gießen genießen.

posted by Smikey

Letztes Wochenende habe ich es getan. Zum allerersten Mal. Ich bin nämlich selbst und mit meinem eigenen Auto in das sogenannte “kapitalistische Ausland” gefahren. Nach “drüben” und raus aus der “Zone”.

Jap. Ich war in Gießen. In Hessen. Und weil sowas allein relativ doof ist, habe ich mir eine Begleitung gesucht.

Auf dem Plan stand, eine Freundin zu besuchen, die dort studiert. Oder jedenfalls an der Uni eingeschrieben ist.

Unser Trip begann am Freitag. 17.00. Geplant. Gegen 17.30 konnten wir dann endlich starten, nachdem uns das GourmetRestaurant mit dem großen M erstklassig versorgt hatte.

Meine Routenplanung war wie immer erstklassig. A4, A7, A5, A480, A485, die erste runter und dann links. Müsste passen. Die Durchführung war bis auf den kleinen Patzer von der A7 auf die A5 (was wirklich nicht ganz so einfach ist, wenn man da noch nie war) auch durchaus gut gelungen.

Allerdings wurden unsere Erwartungen an ein Schlaraffenland mit fliegenden Autos jenseits des Grünstreifens schnell zerstört. Die Straßen sind ja teilweise schlimmer als der Feldweg hinter meiner Wohnung. Aber was solls. Man soll ja nicht immer alles schlecht reden.

Fast pünktlich angekommen in Gießen. Primoes. Aufgrund meiner Orientierungskenntnisse und unseren Navi-Kaffeemaschinen-Super-Handys. So. genug des Eigenlobs. Freundin begrüßen war angesagt. Und Abendplanung vervollständigen.

Check.

Nach Marburg solls gehen. “Ghost of Tom Joad” (Hell Yeah) und andere tolle Bands angucken. Also aufauf und wieder rein ins Auto. Ich fahre. Und trinke nicht. Muss ich auch nicht, denn der Donnerstag war schlimm genug, dass ich also am Freitag auch großzügig auf Alkohol verzichten kann. Marburg ist toll. Auch wenn man erstmal nur den Bahnhof sieht und rechts daneben in einen kleinen Club namens “Nachtsalon” eintaucht. Scheint ne eingeschworene Gemeinschaft dort zu sein. Wir werden komisch angeschaut. Aber nur solange, bis wir uns mit der Barkeeperin anfreunden, die aussieht als wär sie Sarah Kuttners kleine Schwester (*schmacht*).

Eine Band hat abgesagt. Aber GottseiDank nicht Ghost of Tom Joad. Die spielen. Aber erst nach SINEW. Tolle Band. Noch nie was davon gehört aber klingen gut. Ich sollte öfter Musikmagazine lesen.

Und dann. *trommelwirbel*

Ghost of Tom Joad. Und sie sind grandios. Ok. Ohne Alkohol gehe ich beim tanzen nicht aus mir raus. Aber ich wippe gut mit und spüre die Vibes sowieso meist nur innerlich. Auf jeden Fall top. Noch eine nette Band mehr in meiner Sammlung.

Leider ist das ganze viel zu früh vorbei und nach einigen guten Unterhaltungen im Raucherraum (über Keller. Yeah! Im Ernst.) gehts auch wieder nach Hause. Aufgrund massiven bzw ausreichendem Alkoholkonsums seitens meiner Begleiter ist die Autofahrt dementsprechend ruhig. Nur ich bin wach. Is auch gut so.

Und so geht der erste Tag in Gießen zu Ende. Zwischennote: Top.

Tag 2. Er beginnt gegen Mittag. Nachvollziehbar. Und wir düsen in die Innenstadt. Shoppen, Bummeln oder was auch immer. Auf jeden Fall erstmal hin. Man sollte bedenken, auch wenn man schon eine halbe Ewigkeit in dieser Stadt studiert, sollte man seine Besucher nicht davon abhalten, trotzdem Fahrkarten für den Bus zu kaufen. Denn genau DANN wird man kontrolliert. Wir haben gekauft. Schlechtes Gewissen und so.

In der Innenstadt ist ganz schön was los. Meeeenschen über Menschen. Und Politiker. Wahlwerbung. Ich will auch ne Gerbera, aber nicht von der CDU. Und die Luftballons und Pappmützen von der SPD sind auch nicht der Brüller. Also gehen wir essen. Beim “Knolli”. Fastfood aus Kartoffeln. Wenn DAS mal nicht rockt.

Vollgefressen schleppen wir uns in ein Antiquariat. Einfach so. Staub, Schallplatten und Bücher über Bücher.

Antiquariat

Und ich hab eins davon gekauft. “Das Kapital”. Marx. Cool.

Als wir aus dem Laden wieder herauskommen, sind unsere Kehlen trocken. Vorallem meine.  Staub und so. Also tun wir das, was man tut, wenn man Durst hat. Trinken. Und wenn es nur ein niedliches 0,3er Weizen ist.

Kleines Weizen

Oh mein Gott. Das hat vielleicht gut getan. Aber genug gebummelt. Wir schniggen erstmal wieder in die WG.

Und schauen Film. “Crazy

Ein Film, der mich echt beeindruckt hat muss ich sagen. Und mich ausserdem in eine komische, leicht melancholische Stimmung gebracht hat. Ungünstig für den Abend, denn wir wollen ins Scarabee, ein Studentenschuppen, vor dem kleine Studentenführer in Gießen warnen wollen. Metalschuppen halt.

Es gibt Bier, Apfelwein und gute Musik. Finde ich. Die anderen beiden finden eher nur den Apfelwein und den Wodka gut. Aber gut. Man kann es nie jedem recht machen. Mir gefällts und ich fühle mich wohl. Zwischen langhaarigen Bombenlegern, Metalfrutten und dicken ÄrzteFanMädels. Aber ob man deswegen gleich Apfelwein mit Cola trinken muss, weiss ich auch nicht.

Ich treibe mich also eine Weile auf der Tanzfläche rum, während sich meine Begleiter auf der Suche nach was zu Essen gemacht haben. Draussen irgendwo. Sie scheinen was gefunden zu haben, denn sie stinken nach Knoblauch wie ein verbarrikadiertes Haus in Transilvanien. Naja. Hauptsache es hat geschmeckt.

Irgendwann muss jeder Abend zu Ende gehen und wir gehen mit. Nach Hause.

Der nächste Tag beginnt wieder der vorherige auch. Irgendwann gegen Mittag. Und es herrscht Aufbruchsstimmung. Man kann ja nicht ewig hier bleiben. Studieren und so.

Also machen wir uns wieder auf den Weg nach Eisenach. Und sind sogar so sozial und nehmen noch einen Eisenacher Studenten mit. Allerdings machen sich 75 PS mit 3 Insassen und Gepäck bergauf nicht soooo gut. Aber was solls. Hauptsache man kommt an. Und das sind wir. Nächster Halt: Eisenach. Yeah.

Es war also wieder ein großartiggrandiostolles Wochenende. Gerne wieder. Auch gerne ausserhalb der Zone.

3 Responses to “Gießen genießen.”

  1. G. Says:

    …ach na mit 75Ps + 3 Mitfahrer den Berg rauf ist doch gar nix!!…mach mal das gleiche mit krümeligen 58Ps ;-P

  2. bastih Says:

    Am 6.6.2009 findet im Zentrum von Jena ab 19 Uhr im Kaffeehaus “Markt 11″ die 3. Thüringer Bloglesung statt.

    Eintritt ist frei. Wir freuen uns auf jeden Fall über jeden Besucher und begrüßen vor allem die Thüringer Blogger.

    Infos gibt es auf der Thüringer Blogzentrale: http://www.thueringerblogzentrale.de/2009/05/05/terminsuche-fur-die-3-thuringer-bloglesung/

    Bitte gib in den Kommentaren kurz Bescheid (natürlich unverbindlich), ob du kommen möchtest und kannst, damit wir entsprechend für Platz sorgen können. Begleitung sollte auch kein Problem sein. Bar ist auch vorhanden.

    Sei dabei. Auf das die 3. Thüringer Bloglesung so toll wird, wie die letzten beiden.

    Liebe Grüße aus Jena

    bastih

  3. DerMannMitDemHut Says:

    Hey, warst du arme Sau auch im Hessenländle, die letzten Tage?! Mich hat die Arbeit hinverschlagen und ich muss sagen, ich find äbbelwoi (oder wie die auch immer sachen) mit cola echt lecker! Müsste man mal mit guter alter OssiVita probieren und nen irdentlichn Schuss rein setzen!
    Meld dich mal du schwerenöter!

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