Träume ergreifen die Gelegenheiten, die man am Tag wieder einmal verpasst hat.
So wie gestern, als ich dich an diesem großartigen Abend fast auf der Treppe umgeworfen hätte.
Ich war auf dem Weg nach Hause und du wolltest in den Raum hinter der Bühne. Backstage, um deinen Ruhm mit den anderen Menschen zu teilen, die mit dir zusammen diesen Abend zu dem gemacht haben, was er war.
Ich hab dich trotzdem auf einen Drink eingeladen und wir haben uns gut verstanden. Wir haben geplaudert und ich bin versunken. In deinen Augen, in deiner so zärtlichen Stimme, die mich schon fasziniert hat, als du ein schüchternes “Hallo” von der Bühne in den großen Raum geworfen hast.
Im Traum. In der bitteren Realität habe ich nur verlegen gegrinst und bin weitergelaufen.
“Scheisse”, dachte ich, als ich nach diesem wirklich guten Traum morgens allein in meinem Bett aufgewacht bin. Wieder einmal hat er Mut nicht gereicht und ich könnte mich selbst ohrfeigen, dass ich diese winzige, eigentlich aussichtslose Chance trotzdem nicht ergriffen habe. Wieder so eine Gelegenheit, von der man erst merkt, dass man sie verpasst hat, wenn man realisiert, dass man im Traum viel mutiger war, als im Leben danach.