[Gastbeitrag] Worte zum Abschied

Filed under: Externes — Smikey @ 13:17

Wisst Ihr, gestern Abend war es mal wieder soweit. Ich saß mal wieder in meiner Küche, naja, ich weiß, dass es eine Küche sein soll. Weil ich ziehe aus und das ist auch gut so…
Neuen Lebensabschnitt beginnen, würden jetzt sicher viele denken. Nee, isses nicht, ich weiß es besser, einfach nur ein weiteres Studium in einer sicher viel schöneren Stadt.
So saß ich also da, ne Tasse „gute Laune Tee“ in der Hand weil ich leicht gereizt war. Das hatte nämlich den Grund, dass genau die Kiste beim Zusammenpacken durchgebrochen ist, in der die ganzen Kleinteile lagen. Kennt man ja. Also dachte ich mir, trinkst du zum Abregen kein „gute Laune Bier“ sondern eben so einen ominösen Tee. Und das lag auch gar nicht da dran, dass kein Bier da war. Nein.
Erster Schluck (IIIIH, das Scheißzeug kannste ja vergessen), zweiter Schluck (nichts passiert), dritter Schluck (Verdammt, ich glaub ich muss aufs Klo). Nicht schön. Bin ja fast noch ein wenig mehr enttäuscht als von dem „heiße Liebe Tee“. Den hatte ich auch in der Hoffnung getrunken, eine oder mehrere Süßigkeiten in Person klingeln mit einem Kasten Bier bei mir an der Tür und sorgen für die allabendliche Unterhaltung. Naja, man sollte eben doch nicht alles glauben. Tee wird schließlich heißer gekocht, als er getrunken wird.
So saß ich nun da und habe angesichts der chaotischen Verhältnisse noch einmal die letzten drei Jahre Junggesellenstudium durch meinen Kopf gehen lassen. Bildlich im Schnelldurchgang, versteht sich. So dachte ich auch an das Studium und die großartigen Menschen wie Gott sie schuf und McDonalds sie formte.

Zusammengefasst: Eine sehr, sehr schöne und le(e|h)rreiche Zeit in der ich ganz viele liebe Menschen kennengelernt habe. Und das lag nicht nur an der grandiosen Zeit des Studiums, in dem ich lernte, Bier und Wein in Wasser zu verwandeln, in der Kurve auszukuppeln, Integration als eine höhere Kunst anzusehen und viele andere Dinge, bei denen es sich lohnen würde, ein Buch zu verfassen. Vielleicht werde ich das auch in meinem nächsten Lebensabschnitt, pardon, Zweitstudium, tun. Wenn ich Zeit habe.

Auf der anderen Seite war da noch die Firma, die mir geschlagene drei Jahre wirklich gut zur Seite stand um mir anschließend ein überproportional hohes Einstiegsgehalt bot, wenn ich mich dazu entschlossen hätte, weiter zu arbeiten. Den Namen kann ich leider hier nicht nennen, aufgrund der neuen Namenstechnischen Änderungen passt der nämlich kaum noch auf eine DIN A4 Seite. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Kollegen für die schöne Zeit während der Frühstückspause bedanken, falls sie zufällig auf der Suche nach einem hippen Mitzwanziger auf diesem Blog landen. Diesem danke ich übrigens auch, für die letzten Paar Jahre, hätte ich doch oft nichts mit der freien Zeit anzufangen gewusst (Nee, das is nen Witz, aber er freut sich sicher).

Zum Schluss noch zwei Sachen, die ich meinen ehemaligen Kollegen noch mitgeben möchte.

Zitat: „Wer über 30 Stunden in der Woche vor dem Computer sitzt, übt in den meisten Fällen auch Gewalt über sein Gerät aus“. Jeder sollte sich selber ein Bild machen, wie weit er selbst betroffen ist.

Zitat: „Um sich vom Computer provoziert zu fühlen, muss man das Gefühl haben, mit dem Gerät in echter Interaktion zu stehen“. Haben meine Kollegen also doch Glück. Ist überall Windows installiert.

Ich muss jetzt jedenfalls weiter packen. Für, naja, ich wisst schon was. Mal sehen, was die Zukunft für mich bringt (Nein, ich meine nicht Windows Updates).
Abwarten und Tee trinken. Oder doch besser Bier.

Dieser Text ist von nebenan. Vom Büro nebenan. Und er haut einfach ab. Einfach so. In eine neue Welt. Und ich wünsche ihm Glück und Spaß und Geld und Sex und Liebe und Bier und Wein und Spaß und Spannung und Spiel und natürlich Schokolade.

Eis mit Mutti

Filed under: Erlebtes — Smikey @ 20:37

Ich hab letztens irgendwo von sehr peinlichen Dates gelesen. Und ich dachte mir so: Mensch, das kennste auch. Lange her, aber peinlich genug war es trotzdem.

Ich war damals frisch versinglet und somit frei wie der Wind. Und das wollte ich auskosten. Schnell.

Und da gab es dieses Mädchen. Sarah. Und sie war süß. Das ist mir natürlich schon viel früher aufgefallen, aber da durfte ich ja nichtmal darüber nachdenken. Und irgendwie schien sie mich auch als ganz nett empfunden zu haben.

Wir hatten ein Date. Ins Schwimmbad sollte es gehen. Und wer geht nicht gerne mit süßen Mädels, die einen mögen, halbnackt irgendwohin. Mit Chance auf Körperkontakt und so. Großartig und dazu auch noch ihre Idee. Die Chancen standen also von vornherein nicht ganz schlecht.

Der Tag nahte und ich freute mich schon wie ein Schneekönig im Hochsommer und dann. Ja dann. Dann war das Wetter beschissen. Arschlecken Schwimmbad. Keine halbnackte Badeorgie in der brütenden Hitze. Aber wir sind ja flexibel. Wir wollen Eis essen. Dafür reicht das Wetter allemal und wir treffen uns in der Innenstadt.

Himmelhilf, sieht dieses Mädel gut aus. Klein, blond und ein Lächeln, das seinesgleichen heute immernoch vergeblich sucht. Wir beginnen über den Markt zu schlendern auf der Suche nach dem besten Eis der Stadt. Ich meine, damals hatte ich ja noch Geld wie andere Löcher in den Socken und konnte mir auch ne Kugel leisten, die SIEBZIG Cent kostet. Und wenns sein muss auch zwei. Mit Schokosauce. Und Gummibärchen obendrauf.

Und so landeten wir beim Dänen. Auch wenn eher die südlichen Nachbarn für Geschmacksorgasmen bezüglich gefrorenen Speisen bekannt sind, war der Däne nicht zu verachten.

Ich öffnete die Tür zur Eisdiele und glitt elegant hinein. Vor mir meine Begleiterin. Ich schaute mich um, damit auch ja niemand mir meine FastEroberung wegnehmen könnte. Ich fand keinen. Prima. Aber ich sah jemand anderen. NA BRAVO. Hinten in der Ecke, eingebettet zwischen Arbeitskollegen, saß meine Stiefmutter! HALLO? Wie peinlich ist das denn… Ich habe leicht in ihre Richtung genickt, um Sarah nicht das Gefühl zu geben, dass ich mich jetzt schon total unten durch fühle.

Falsch gedacht. “Hallo Sarah” ruft es aus der Ecke und meine Stiefmum grinste mich an. Ich wäre lieber von Löwen zerfleischt oder nackt auf den Hauptmarkt gefesselt worden, als jetzt hier zu sein. Die beiden kennen sich und steh da wie der letzte Vollhorst.

Man merke mir meine plötzliche Unsicherheit auch fast garnicht an. Aber wo wir schon einmal da waren, konnten wir auch ein Eis essen. Und ne Waffel. Mit Schokosauce.

An den Rest des Dates erinnere ich mich nur noch bruchstückweise. Irgendwas hat meine Gedanken daran verschleiert. Entweder Sarah’s süßes Lächeln, oder die immense Peinlichkeit der ganzen Sache.

Single war ich nach diesem Tag jedenfalls immernoch. Und für ein zweites Date hat es irgendwie auch nicht gereicht.