Mir ist da ja gerade was passiert. Im Fahrstuhl. Uiuiui.

Aber langsam, die Geschichte fängt eigentlich viel viel früher an. Nämlich irgendwann im letzten Jahr.

Wir hatten damals, wie auch heute noch, einen Auftritt als Vorgruppe der Rambling Stamps. Im Schlachthof in Eisenach. Es war ein tolles Konzert, die Leute waren toll und die Stimmung gut. Auch in der Band war alles vorzüglich. Aber ich glaube ich war krank. Erkältet. Wenn ich es mir recht überlege, ist es schon komisch, dass ich auch heute wieder erkältet bin. Wink des Schicksals oder so.

Auf jeden Fall stand ich während des Auftritts dort oben auf der Bühne und ging dem nach, für das ich bezahlt werde. In der Gegend rumstehen und auf dem Bass rumklimpern. Nebenbei tat ich natürlich das, wofür man diesen ganzen RockMusikKram eigentlich macht. Ich hielt Ausschau. Nach Frauen.

Und ich entdeckte sie. Drei Grazien hatten sich auf meiner Seite der Tanzfläche versammelt und wippten zur Musik. Scheint ihnen zu gefallen. Auch mir haben sie gefallen. Jedenfalls soweit ich das im Dunkeln und im Nebel erkennen konnte.

Der Auftritt war vorbei und wir tingelten durch die Menschen und grinsten unseren Stolz heraus. Und rauchen wollten wir. Also ich. Zufälligerweise standen wir zu diesem Zeitpunkt gerade in der Nähe meiner ins Auge gefassten Mädels. Also haben wir natürlich dort halt gemacht um eine Kippe zu schnorren. Wir habens uns kurz unterhalten und sind dann weiter gezogen. Meine Feststellung, dass eine von denen direkt in mein Beuteschema gesprungen ist, hat sich gefestigt gehabt. Und irgendwie kam sie mir auch seltsam bekannt vor. Aber der Abend ging vorbei und ich war daheim. Allein.

Mein Kumpel wiederrum scheint dieses entsprecende Mädel wenigstens teilweise gekannt zu haben. Mehr als ich auf jeden Fall. Er erzählte mir im Nachhinein, dass sie auch auf die Berufsakademie geht. Daher kannte ich sie also. Sowas aber auch. Irgendwie kam er auf die Idee, sie anzuschreiben und ihr zu verklickern, dass ich sie ja eigentlich recht schnieke fand.

Na prima. Folgender Dialog entstand: “Du, der Bassist fand dich eigentlich recht schnieke/süß/ansehnlich/whatever…” – “Der Bassist? Der war doch höchstens fünfzehn.”

Fünfzehn. FÜNFZEHN. PFÜÜÜMPFZEEEEEHN!

Ich gebe zu, ich war leicht gekränkt. Wochenlang. Ok, es war dunkel und ich bin klein und so. Aber FÜNFZEHN. Das ging nun wirklich zu weit.

Ein paar Tage später sind wir uns in der Berufsakademie begegnet. Ich wusste ja, dass sie auch dort studiert. Aber sie war nach ihrer Aussage nun leicht verdutzt. Hat geguckt wie nen Auto, das Mädel. Verständlicherweise. Ich hab nur gegrinst und bin weiter gegangen.

Diese ganze Geschichte ist nun über ein Jahr her. Und heute seh ich sie durch zufall mal wieder in meiner unmittelbahren Umgebung. Sie und ein paar Kumpels drängeln sich zu uns in den Fahrstuhl. Na prima. Ich habe sie gleich wiedererkannt und wollte schon kurz mal in den Boden sinken. Aber sie ist einfach zu ansehnlich, um einfach abzuhauen.

Aber sie hat mich nicht erkannt. Jedenfalls hat sie es nicht gezeigt. Mich würde interessieren, ob sie sich an die ganze Geschichte noch erinnert. Wer weiß, vielleicht krieg ich es heute Abend raus.

Achja, ich bin ihr übrigens auch auf den Fuß getreten. Aber nur ganz leicht.

2 Responses to “Die drei von der Tanzfläche”

  1. Tweets die X erwähnen nichtsdestotrotz» Blog Archive » Die drei von der Tanzfläche -- Topsy.com Says:

    [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Thüringer Blogs. Thüringer Blogs sagte: Die drei von der Tanzfläche: Mir ist da ja gerade was passiert. Im Fahrstuhl. Uiuiui. Aber langsam, die Geschich.. http://bit.ly/4lLMGE [...]

  2. G. Says:

    ach herrlich, selbst an mental-grauen Tagen schaffst du es durch deine teilweise überaus amüsanten geschichten einem ein Schmunzeln zu entrücken ^^

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