Archive for the ‘ Allgemein ’ Category

Mandala-Malen

posted by Smikey

Ihr vermisst mich, oder? Kann ich verstehen.

Aber zur Zeit gehts hier drunter und drüber. Mal abgesehen von meinem Leben als unfassbar bekannter Rockstar und so habe ich ja teilweise auch noch andere Sachen zu tun. Ich studiere. Hauptberuflich, auch wenn mir das keiner so richtig abnimmt.

Und wie ich gestern erfahren habe, studiere ich weiter. Viel weiter. Ich habe nämlich gestern meine Zusage für einen Studienplatz an der TU Ilmenau bekommen. “Angewandte Medienwissenschaften”. Klingt gut, klingt nach Medien, klingt nach was, was mir ziemlich gefallen könnte. Ich bin ja eine Medienhure, wie ihr alle wisst.

Nach den ersten unfassbaren Glückwünschen, Heiratsanträgen und dummen Witzen über Dauerstudenten wurde ich von einer Studentin im Kreis der Mandala-Maler begrüßt. “Angewandte Medienwissenschaften” ist nämlich ein Mädchenstudien gang. Verzeiht mir den Wortwitz, aber “Angewandte Mädchenwissenschaften” liegt mir einfach auf der Zunge. Ca 70% Frauenquote, Hauptfächer: Mandala-Malen, Kartoffeldruck, Namen tanzen, Singen und Klatschen. Wenn das mal nicht das absolut perfekte Studium für mich ist, dann weiss ich ja auch nicht weiter.

Es geht voran. Der großen Karriere steht nichts mehr im Weg.

Und wenn ich Glück habe, kann ich diesen Weg sogar demnächst mit einem Motorrad bestreiten. Ich, der Rockstar.

Rotschopfsucht

posted by Smikey

Rote Haare. Ihr wisst es. Ich sage es immer wieder. Ich LIEBE rote Haare.

Und Samstag war es wieder soweit. Ich bin ihr verfallen. Dieser Sucht.

Ich war bei der Feierstunde zur Jugendweihe meiner kleinen Schwester. Und wenn ich etwas hasse, dann sind es spießige Veranstaltungen mit Hemd und Krawatte und Jacket und so. Wisst ihr ja. Ich persönlich habe mich auch nur zu einem weißen Rüschenhemd hinreissen lassen, in dem ich natürlich immens schnieke aussah. Und Chucks hatte ich an. CHUCKS! Meine neuen. Mit “The Clash” drauf und so.

Naja. Spießige Veranstaltung hin oder her, ich war natürlich dabei, weil ich ein toller großer Bruder bin und der Rest auch da war. Credibility sag ich euch, Credibility. Mehr nicht.

Wenn ich mich an meine Jugendweihe erinnere, war das alles noch viel schlimmer. 400 bis zum umfallen spießig-angezogene Jugendliche, die Durst hatten, waren im Gothaer Kulturhaus versammelt. Grauenhaft. Aber das ist Jahre her. Sieben, um genau zu sein.

Diesmal war alles anders. Nur 16 Jugendliche hatten Jugendweihe. Familiäres Ding, könnte man meinen, war auch so. Prima. Ich komme in den Saal und entdecke rote Haare. Aber keine 0815 roten Haare. Nein. Richtig tolle. An einem tollen Mädel. Und bevor jemand fragt, nein, es war keins von den Mädels die Jugendweihe hatten.

Wie ich später feststellte, war es die Sängerin des Duos, die diese ganze Jugendweihe-Sache untermalen sollten. Und sie sang gut. Und er sang gut. Und sie waren erkältet. Beide. Aber trotzdem grandios. Auch wenn 80% der Menschen, für die die Feierstunde gedacht war,  nämlich die Kinners in den ersten Reihen, die Lieder zum Großteil nicht kannten. Aber ich kannte sie. Und selbst, wenn ich sie nicht gekannt hätte, wäre ich absolut hin und weg gewesen. Rote Haare, niedlich, klasse Stimme und Saxophonistin. Perfekt. Musikerin mit Leib und Seele. Prima. Einmal zum-mitnehmen, bitte.

So oder so ähnlich hab ich meine Meinung zur Musik den beiden dann auch im Gästebuch ihrer Homepage mitgeteilt. Ok, ich habe mich vielleicht etwas gewählter ausgedrückt. Aber die Grundaussage war die gleiche. Hatte nach der Feierstunde einfach keine Zeit, mit den beiden (und besonders mit ihr) zu reden. Familie um mich rum, ihr wisst wie das ist. Keine Rumhurerei am Kaffeetisch!

Aber damit ihr nicht denkt, dass hier wieder alles vorbei ist. Nein. Sie ist nämlich schnieke drauf. Sie hat mich gesucht, gefunden und angeschrieben. Stalkerin. Aber süß. Und Rotschopf.


Ehrlich mal, Leute, ich habe es satt, ständig Massenmails zu bekommen. Neulich wieder Vorschläge, den Preis für einen Liter 98%iges Oktanisomer 2,2,4-Trimethylpentan zu senken. Letztes Jahr hieß es doch noch, einen Tag nicht zu tanken. Das hat die Lobby interessiert wie das Liebesleben der Nilpferde bei Niedrigwasser. Getankt wird genau so wie immer. Dabei sag ich doch immer, wer Sahne will, muss Kühe schütteln. Sind nicht immer die Prediger am lautesten, die meinen, dass die Preise zu hoch sind, diejenigen, die mit dem Auto ins Fitnessstudio fahren? Das ist meiner Meinung nach genau so scheinheilig wie die Grünen, die Propagandamaterialien auf einem Hochglanzflyer verteilen.

Aktuell hält sich da die Forderung, “Für den Rest des Jahres, KEIN BENZIN MEHR KAUFEN von den 3 größten Gesellschaften TOTAL, ARAL und SHELL!”. Natürlich. Ich tanke im Kaufland. Die haben bestimmt den Sprit der Marke K-Klassik. Gutes kann so günstig sein. Wen interessiert es da, ob hinten auf dem Tankbeleg nicht doch blass Total aufgedruckt ist. Entweder ganz oder gar nicht, es gibt ja auch nicht ein bisschen schwanger.

Zum Schluss noch ein Appell an alle, die dümmer sind als 10 Meter Feldweg… Das für die Ökosteuer gezahlte Geld bleibt in der heimischen Volkswirtschaft und senkt die Lohnnebenkosten. Wer wirklich etwas bewirken will, soll gefälligst energiesparend fahren, Fahrgemeinschaften bilden und auf Kurzstecken das Fahrrad nutzen. Das hilft vielleicht dann auch gegen die Blutarmut im Gehirn…

Dieser Text ist wieder einmal nicht von mir. Ich stimme nicht grundsätzlich allem zu, aber im Großen und Ganzen hat er schon recht. Aber mir ist der Benzinpreis eh egal, ich tank immer für 30 Euro.

Durch Zufall (getrennt)?

posted by Smikey

Als ich am Wochenden nach einer CD suchte, mit der ich meine Anlage füttern kann, fiel mir das “Am Ende der Sonne”-Album von Farin Urlaub in die Hände. “Warum eigentlich nicht?”, dachte ich mir, “Haste ja schon länger nicht mehr gehört”.

Und dann fällt es mir ein. “Länger” ist nämlich leicht untertrieben. Es war fast auf den Tag genau 5 Jahre her, dass ich diese CD das erste und das letzte mal gehört habe.

Es war Oster-Dienstag im Jahr 2005. Ich weiß es deshalb so genau, weil die CD an diesem Tag veröffentlicht wurde und ich sie in meinen Händen hielt. Das ist zwar der Grund für das erstmalige hören, aber nicht der für das letztmalige. Das war ein anderer.

Ich wurde verlassen. Beziehungstechnisch. Das erste Mal in meinem Leben. Am 29.03.2005. Na wenn das mal kein Zufall ist. Oder Schicksal. Oder irgendwas anderes krasses Überirdisches.

Es war Osterdienstag und ich kam vom StandardBesuch bei meinen Großeltern zurück. Und da ja Ferien waren und Dienstag und so, trafen wir uns natürlich an unserem Treffpunkt. Der Turnhalle mit Blick auf die Tanke.

Alle waren da. Die Bandkumpels, deren Freundinnen und meine Freundin. Also, das dachte ich zumindest. Ich begrüßte alle, da ich als letzter ankam. Und als Finale begrüßte ich meine Freundin. Nur sie begrüßte mich irgendwie nicht so herzlich, wie ich das eigentlich erwartet und gehofft hatte. Sie nahm mich an die Hand und führte mich ein paar Meter von den anderen weg.

“Du, ich muss mit dir reden. Also, das mit uns…”… Sie fing an zu reden. Doch das nächste was ich weiß, war mein Ausruf: “Wurst? Los. Wir müssen Bier holen! Viel Bier!”

An mehr erinnere ich mich von diesem Abend nicht. Ich weiß nur, dass ich irgendwann daheim war und die ganze Nacht eben dieses FarinUrlaub-Album gehört habe. Die ganze verdammte Nacht. Und ich hab damals mein erstes Lied geschrieben. “In Your Eyes” heißt es und ich überlege gerade in diesem Moment, ob das noch irgendwo herumliegt.

Und weil es mir nach Beenden des Liedes, also so gegen 5 Uhr plötzlich wieder richtig gut ging, schrieb ich noch ein Lied. Über Bananenjoghurt. Krass. Wie ich das wieder gemacht habe.

Und so kam es, dass ich das Album “Am Ende der Sonne” 5 Jahre lang nicht in den CD-Player geschmissen habe. Ich glaube, ich habe seitdem insgesamt recht wenig Farin Urlaub gehört. Verrückt. Hätte gerne auch ne andere CD sein können. Eine, die es sowieso nicht wert ist, gehört zu werden. Aber Farin Urlaub? Das hätte echt nicht sein müssen.

Zum Glück ist das jetzt vorbei. Ich kanns wieder hören. Und sie ist immernoch gut. Die CD.


Und wieder ist ein Jahr vergangen. Mein Blog feiert heute seinen 4. Geburtstag… Den VIERTEN. Wie krass ist das denn?

Es ist wieder viel passiert im letzten Jahr, blogtechnisch wie lebenstechnisch. Ich war im letzten Jahr bei einer sehr guten Bloglesung in Jena, hab mich weiter in der Blogosphäre rumgetrieben, Menschen kennengelernt und neue Geschichten geschrieben. Und vor zwei Wochen war ich auf dem Bloggertreffen in Karlsruhe. Boah, war das doch fantastisch, grandios und perfektiös und so. 11 Mojitos hab ich zwar nicht in mich reingebechert, sowas überlasse ich anderen. Aber ich hatte viel Spaß und das, obwohl ich der Jungspund an dem Abend war.

Auch mein #rumhuren-Trend hat sich weiter verbreitet und wird mir bald ermöglichen, die Menschheit zu einer irrsinnigen Orgie zu verdammen. Und niemand kann mich mehr daran hindern. Denn ich werde weitermachen. Jahrelang.

Und warum? Weil ich es kann.

Und mit was? Mit Recht.

Retter in der Not

posted by Smikey

Dieses Wochenende war perfekt. Das kann ich schonmal von Anfang an sagen.

Freitag waren die “Rocktigers” bei uns im Festzelt. Guter CoverRock und echt nette Typen. Ich war begeistert. Aber als dann feststand, dass ich die komplette Nacht im Zelt verbringen würde zwecks Zeltwache, war meine Stimmung eher nicht mehr so pralle.

Dafür konnte der Samstag dann in seiner vollen Pracht auftrumpfen. Also so richtig. Mit der vollen Breitseite und so. Aber mal langsam:
Nachdem ich nach der Zeltwache morgens um 9 am Frühstückstisch saß und meine Geschwister mich fragten, wann ich heimgekommen bin, konnte ich natürlich nur mit einem coolen “gerade eben” antworten. Danach war die Konversation für mich vorbei und ich bin im Bett verschwunden. Bis um 5. Ungefähr. Glaube ich.

Dann war wieder schickmachen angesagt, denn der Abend sollte etwas ganz besonderes werden. Also mal abgesehen von dem, was ich nicht geplant hatte.

“Grill’n'Chill” stand auf dem Plan. “Scharf essen und heiß feiern”. Na wenn das nicht perfekt klingt. Speißen, die einem die Tränen in die Augen treiben und dazu gute Musik zum Tanzen.
Ich tanze ja nicht gerne. Also eigentlich. Und uneigentlich auch. Jedenfalls keinen Paartanz im Festzelt und so. Aber es kam anders.

Ich stand gemütlich am Tisch und versorgte meinen Magen und mein Gemüt mit Fleisch und Wodka-O. In Massen. Beides. Und Obstler. Und plötzlich stand sie neben mir. Die kleine Schwester meiner alten Klassenkameradin. Klein, süß und lieb. So wie ich es mag. Ich hatte mir vor einem Jahr mal eine Weile geschrieben, es war dann aber ein wenig abgeflaut. Aber nun stand sie da, grinste mich an, und winkte mich zu sich hinüber.

“Na, kennste mich noch?” – Doofe Frage, dieses Gesicht kann man doch garnicht vergessen. Wir plauderten eine Weile und dann fragte sie, ob ich mal mit ihr tanzen würde. Nunja. Tanzen. Im Festzelt. Nicht so meine Tasse Wurst. Also sagte ich erstmal “Nein” und lies sie ein wenig betteln. Ich bin gemein, ich weiß, aber ich finde es so viel lustiger. Letztendlich sagte ich, dass sie mich gerne in einer Stunde nochmal fragen kann und verschwand in der Menge.

Fünf Minuten später stand sie wieder auf der Matte und fragte, ob die Stunde denn nicht schon rum sei. War sie nicht, aber ich wollte sie nicht nochmal abblitzen lassen. Ich hatte ja genug getrunken, so dass mir die Peinlichkeit des angeblichen Nicht-Tanzen-Könnens reichlich egal war.

Wir tanzten. Wir tanzten gut. Und sie sagte mir das auch mehrmals. Und sie erzählte mir noch ne ganze Menge mehr. Man kann sagen, dass es Spaß machte. Richtig viel Spaß. Ich mein, wer hat keinen Spaß, wenn er mit einem süßen Mädel in einem leichten Rausch (ob mit oder ohne Hilfsmittel) zu Ute Freudenbergs “Jugendliebe” tanzt. Das ist Klischee deluxe.
Irgendwann ist aber auch das längste Lied zu Ende und wir gingen wieder unserer Wege.

Bis sie nach 20min wieder neben mir stand. Mit der Bitte um Rettung. Vor einem Typen, der so betrunken war, dass er wahrscheinlich nicht mal mehr gemerkt hat, dass sie ihn nicht mag. Schmerzresistent und so. Ich sollte nochmal tanzen. Gerne. Hallo? Die ganze Nacht wenn es sein muss.
Also: 2. Tanz mit noch mehr Unterhaltung und vermindertem Körperabstand. Ihr Lächeln war perfekt, auch wenn sie es selbst nicht mag. Sagt sie. Ich sag was anderes.

Später kam ihre große Schwester, meine alte Klassenkameradin, vorbei und bat mich um einen Tanz. “Ich kann ja nicht zulassen, dass du nur mit meiner kleinen Schwester tanzt…”
Aha. Ich könnte das schon zulassen. Aber ich bin ja nett und deswegen tanze ich auch mit ihr. Aber nicht gut. Rythmusgefühl lag wahrscheinlich noch daheim und die Unterhaltung war auch eher dürftig. Allerdings hatte ich auch keinen richtigen Elan. Den hatte ich erst, als ihre kleine Schwester sie wieder abklatschte. Besserer Tanzstil, Rythmus, Lächeln und so. Prima.

Der Abend ging vorbei und ich stand an der Theke. Und wer kommt vorbei um sich zu verabschieden? Genau. Die beiden Schwestern. Die große verabschiedete sich, die kleine verabschiedete sich und fragte nach meiner Telefonnummer. Hey. Wer, wenn nicht sie, sollte diese Nummer kriegen. Ich flüsterte ihr noch eine Nettigkeit ins Ohr und schon verschwanden sie.

Der perfekte Abend.

Gestern war ja dann Valentinstag. Und da ich dieses Mal noch keine Rosen zu verschenken hatte, wünschte ich ihr netterweise per SMS einen schönen Valentinstag, woraus sich eine SMS-Orgie entwickelte. Ich hatte ja Zeit. Ich saß gestern Abend immerhin in der Kneipe zum Abschlussessen für ein gelungenes Wochenende. Und die Kellnerin war die Mutter der beiden Schwestern. Hätte sie gewusst, dass ich nebenbei die ganze Zeit mit ihrer Tochter flirte, wäre sie vielleicht freundlicher gewesen. Oder vielleicht auch nicht. Wer weiß.

Fazit der Unterhaltung: Wir sind uns beide sympathisch, können zusammen tanzen und dass ich Retter in der Not war, als ich sie vor dem betrunkenen Typen beschützte, machte mich zum i-Tüpfelchen ihres Abends.

Klingt prima? War prima.

So. Jetzt wisst ihr, dass ich doch auch Happy Ends schreiben kann. Und auch erleben. Ich bin immernoch total durch den Wind. Ein perfektes Wochenende. Stand ja auch im Horoskop.

Schwester? Tupfer!

posted by Smikey

Hab in letzter Zeit viele Geschichten aus dem Krankenhaus gelesen und da fiel mir ein, hach, da haste doch auch so einiges erlebt. Also mal abgesehen von den zuletzt beschriebenen Aktionen im Warteraum der Arztpraxis.

Es muss im Sommer 2007 gewesen sein. So kurz nach den Festivals, etwas länger nach dem Abi, aber doch noch kurz vor dem Studium. Ich hatte mich entschlossen, mir freiwillig ein Zimmer in einem Krankenhaus zu nehmen. Naja.. Mehr oder weniger freiwillig, nachdem ich mich ja ein Jahr zuvor bravurös mit dem Motorrad auf die Fresse gelegt hab und mein Bein das alles andere als entspannend fand. Befund: Spiralbruch.

Und nun war es soweit, mir einen monstermäßigen Titannagel wieder aus dem Bein zu ziehen, den sie mir da reingepflanzt hatten. Zeitlich passte es perfekt, also nahm ich mir ne Woche und begab mich ins Krankenhaus.

Die OP lief wie immer prima. Ich bin ja schmerzfrei was Narkosemittel angeht. Ich seh die Nadel im Arm verschwinden und weg bin ich. Vorbildlicher Patient und so. Kann ja nicht jeder von sich behaupten. Allerdings werd ich aber gleich nervig, wenn ich wieder aufwache… Wer weiß ob der letzte Stich zum Vernähen der Wunde schon gemacht ist, aber ich hab den Doc gleich gefragt, ob alles gut gelaufen ist. Ich bin ja im Stress. Muss ja laufen und so. Und Motorrad fahren.

Apropos Motorradfahren. Da hat man ja sowieso nen beschissenen Stand im Krankenhaus. Da kannste nen Husten haben und es werden trotzdem Witze gemacht. Jeden Morgen. Visite. Ich mein, niemand ist jemals wirklich wach in einem Krankenhaus. Und da kann man auch nicht gut kontern, wenn der Arzt jeden Morgen aufs Neue fragt, wie es denn dem “potentiellen Organspender” denn heute geht. Da kann man nur doof grinsen und hoffen, dass die niedlichen Krankenschwestern nur über den Witz lachen und nicht über dich.

Niedliche Krankenschwestern gibts ja sowieso nicht wie Sand am Meer. Das ist eine Lüge der Fernsehindustrie, damit die Leute lieber ins Krankenhaus gehen. Zum Großteil sind die Schwestern alt, dick und mit Damenbart ausgestattet. Ich mein, es muss ja nicht gerade Tara Reid als Krankenschwester unterwegs sein, aber bitte, mir gehts da drin eh schon beschissen.  Meist jedenfalls. Ausser man hat eben süße Krankenschwestern.

Oder Krankenschwesterazubinen. Und dazu Zivis. Dann ist alles prima. Ich lieg nachmittags in meinem Bett rum (was will man auch machen, wenn man nicht laufen kann) und warte auf die Dinge die da kommen. Essen, Besuch, die Müdigkeit. Aber neheeheee. Da kommt ein Zivi mit dazugehöriger Krankenschwesterazubine rein. Niedlich. Richtig niedlich. Also die Azubine, nicht der Zivi.

Er gesellt sich an mein Ohr und misst meine Temperatur. Die Azubine beginnt parallel dazu, meinen Puls zu messen. Zivi ist als erster fertig. Geht ja auch schneller mit diesen elektronischen Piepsdingern. Er geht gleich zum nächsten Tagesordnungspunkt über:

Na Herr Kehler, heute schon schön gekackt?”

Ich muss grinsen. Ich kenne den Zivi. Er spielt mit mir in einer Band und wir kennen uns seit Jahren. Aber das weiß ja die Azubine nicht. Die ist komplett durcheinander und schaut uns mit panischem Gesicht an. Den Zivi, ob er noch alle Tassen im Schrank hat und mich, ob ich überhaupt zugehört habe, wie er mit mir spricht. Mein Kumpel entspannt die Situation. “Keine Angst, das istn Kumpel von mir… Und.. Wo liegt der Puls?”

Puls. Achja. Den sollte sie ja messen. Wurde aber durch unsere Konversation durcheinandergebracht. “Ähm. Der Puls. Hrm.. Schreib was normales auf. Ich bin durcheinander.”

Pulsmessen kann man aber auch auf noch originellere Weise durchziehen. Zum Beispiel während man an einem anderen Nachmittag so in meinem Krankenbett liegt und vor sich hin döst. Schlafen ist ja eh der einzig sinnvolle Zeitvertreib im Krankenhaus. Ich liege also da und schlummere vor mich hin. Plötzlich springt die Tür auf und eine (nicht ganz so niedliche) Krankenschwester kommt rein. “Ich will nur kurz Temperatur und Puls messen”. Und ich will schlafen, denk ich mir. Schlafen. Knallhart hat sie mich aus dem Schlaf gerissen. Ich bin immernoch zu Tode erschreckt, als sie beginnt, meinen Puls zu fühlen.

“Der ist aber ganz schön hoch, Herr Kehler. Gehts Ihnen gut?”

Bestens, gute Frau, bestens.

Reinkommen…

posted by Smikey

Hallo meine Freunde der gepflegten Unterhaltung…

Es ist wieder soweit. Wieder ist ein Jahr vorbei. Kein Jahrzent, wie es manche sagen, nein, erstmal nur ein Jahr. Aber das reicht ja auch…

Das Jahr hat gut angefangen. 5 Sekunden nach Zwölf hatte ich ein sehr süßes Mädel im Arm. Das muss mir erst mal einer nachmachen… Also abgesehen von verheirateten und sonstig-verbundenen Menschen. Dass der Korb dann pünktlich zum Valentinstag kam konnte ja keiner ahnen. Auch das sollte mir erst mal nachgemacht werden. Oder doch lieber nicht, wobei es schon recht kitschig und filmreif ist. Nunja.. Hatte danach ja gleich nen Date mit einer andern. Ich Hure ich.

Der Rest des Jahres war wie immer recht höhen- und tiefenreich. Michael Jackson ist gestorben. Habt ihr das mitbekommen? Ging an euch vorbei? Dacht ich mir. Man muss ja auch nicht immer den Fernseher anhaben. Sterben ja auch sonst genug. Bomben und Tanklaster und so.

Krise hatten wir auch. Kriiiise. Ich hatte auch welche, aber die hatten wenig mit Geld und Banken zu tun. Und so wie ich die Leute gesehen habe, die gestern Unsummen für Böllerei ausgegeben haben, kanns auch den anderen Menschen nicht so schlecht gehen, wie immer gesagt wird.

Ansonsten hab ich wie immer genug studiert und genug Spaß dabei gehabt. Mündliche Zwischenprüfung hatte ich auch. Am Montag nach dem Highfield. Nachmachen!

Und weil es dieses Jahr Trend war, hab ich auch abgewrackt. Mein Auto. Man muss ja ein bisschen mit der Zeit gehen. Oder man muss mit der Zeit gehen. Ich wracke lieber ab. Autos, Bier, Frauen.

Musik hab ich auch gemacht. Recht ordentlich sogar. Braucht noch jemand nen Bass? Hab einen abzugeben… 2 Mal live gespielt und ohne Bierflecken und Zigarettenlöcher… Bei 15 Grad minus hab ich auch OpenAir gespielt. (Nachmachen!)

Nächstes Jahr wird wie immer alles anders. Mein Studium geht vorbei, Gott, wie die Zeit vergeht. Aber vorher muss ich noch ein wenig studieren und Prüfungen machen und so. Aber auch sonst geht es rund. Auftritte über Auftritte. Den Rock’n'Roll-Lifestyle voll auskosten.

Ansonsten sind meine Pläne wie die letzten Jahre auch. Aufhören zu Rauchen lass ich weg, weniger Essen auch. Ich mach alles wie immer, nur ein bisschen besser… und mehr. Und ihr?

Lasst es euch gut gehen und rutscht heute Abend gut rein. Trinkt nicht so viel, so dass ihr um 12 noch wach seid um die Raketen im Nebel verschwinden zu sehen. Ich freue mich auf 2010. Neue Bloglesungen, Blogeinträge, Kommentare, Frauen, Menschen, Auftritte und natürlich auf euch. Kommt gut rein und denk immer dran:

no retreat, no surrender…


Der liebe Herr Roadeo hat mir ein Stöckchen vom torschtl zugeworfen. Es geht, wiedermal, ums bloggen an sich. Ich glaub da gabs schonmal ein ähnliches Stöckchen. Achja, hier.

1. Seit wann bloggst du und warum hast du damit begonnen?

Ich blogge seit dem 2.3.2006. Jaja, so alt ist dieser ganze Krams hier schon. Aber warum habe ich damit angefangen. Ich glaube, ich begann zu bloggen, weil ich davon gehört hatte und es ganz interessant fand. Und siehe da, es hat mir Spaß gemacht und tut es immernoch. Und nun bin ich schon 3,5 Jahre hier. Eine ganz schön lange Zeit. Und keine Angst, ich bleib auch noch ne Weile.

2. Hat sich dein Blog im Laufe der Zeit durch äußere Einflüsse (Suchmaschinenanfragen, Kommentare, …) in eine andere Richtung entwickelt? Im Klartext: Passt du dich deinen Lesern an oder schreibst du nach wie vor das, worauf du Lust hast?

Ich sags mal so. Es gab eins-zwei Änderungen am Blog beziehungsweise meinem Geschriebsel. Zum Einen habe ich irgendwann aufgehört, über Politik zu schreiben, auch wenn ich das immer äußerst interessant fand. Aber man macht sich zu viele Feinde und ich will, dass mich alle liebhaben. Zum Anderen habe ich irgendwann begonnen, Realität mit Fiktion zu mischen. So kommen manchmal Geschichten heraus, die so nicht passiert sind, aber durchaus hätten passieren können. Der Punkt, an dem genau das geschah, war die erste Bloglesung in Jena, der ich damals beiwohnen durfte.

3. Solltest du nur für dich bloggen, warum wählst du dann das Internet als Medium und kein “normales” Tagebuch? Wäre das nicht besser geeignet?

Ich blogge, weil ich Spaß daran habe, mich mitzuteilen und weil ich Meinungen von anderen dazu hören möchte. Ich weiß, hinter dem Bloggen steckt einen riesen Batzen Egoismus und Angeberei. Aber ich mags trotzdem. Normales Tagebuch zu schreiben, da würde mir das Feedback fehlen, das ich so gerne habe. Und die Gemeinschaft. Aber ich gebe zu, mit dem Blog ist es leichter, die letzten drei Jahre chronologisch zu ordnen. Das macht sich gut für einen wie mich, der ein Gehirn wie ein Nudelsieb hat.

4. Was tust du, um deine Leser langfristig bei der Stange zu halten? Hast du schon einmal Gewinnspiele ausgelost? Falls ja, wie hast du diese finanziert?

Bei der Stange halten? Ich will niemanden bei der Stange halten. Die Menschen, die hier lesen, wissen selbst am besten, warum sie das tun. Ich schreibe was ich denke und hoffe, dass es den Leuten gefällt. Und wenn es mal nicht so ist, dann haben eben alle mal Pech gehabt. Gewinnspiele und sowas gibbet hier nicht. Obwohl, der 1000ste Kommentar wird sicherlich irgendwas besonderes bekommen. (btw. wir sind bei 917)

5. Welche Tipps kannst du Blogneulingen ans Herz legen, um langfristig gelesen zu werden? Was ist in deinen Augen für einen Blog eher nachteilig?

Hrm. Erstmal sollte man nicht mit dem Bloggen anfangen, nur weil man gemocht werden und erfolgreich sein will. So wird das nunmal garnichts. Man bloggt, weil man denkt, dass man was mitzuteilen hat. Und darum geht es. Man tut es in erster Linie für sich und nicht für die anderen. Dass man Feedback bekommt und andere Ansichten teilen, sich mitfreuen, mitleiden oder teilhaben, ist nur das Sahnehäubchen auf dem Blog-Eisbecher.

So. Weitergeben muss ich das Stöckchen ja auch. Ich werf es mal weiter zu Frau Eiskalt, zur lieben Prinzessin und dem Herrn Schmidt. Macht damit was ihr wollt.


Da der letzte Eintrag über meinen ersten Auftritt in Berlin handelte, ist mir doch glatt wieder eingefallen, dass da ja noch ein Berlin-Artikel im Schubfach liegt. Geschrieben habe ich ihn eigentlich für bastiHs Kurzschluss-Aktion, aber die gab es ja dann nicht mehr.Ich war nämlich schon vor meinem Auftritt in Berlin. Also alleine meine ich.

Berlin. Ja herrgottnochmal ist das schon wieder lange her. Fünf oder sechs Jahre ist es her, als ich mit 2 Kumpanen in der Hauptstadt war. Kurz nach Weihnachten zum alljährlichen Kongress des CCC.

Der spannendste Teil der Reise war aber auf jeden Fall unser erster Clubbesuch in Berlin und unserem Leben. Nicht weit von unserer kleinen Pension, in die wir uns eingemietet hatten, war der Magnet-Club. Mitten in Friedrichshain.
Als es daran ging, den Abend zu gestalten, war dieser Club ganz oben auf der Liste der Wünsche. Nicht weit weg und kein Eintritt mitten in der Woche. Einziges Problem: Wir waren jung. Und mit jung meine ich jung. Wir waren gerade so in dem Alter, in dem man offiziell Bier mal kosten aber Obstler nichtmal angucken darf.

Also standen wir davor wie ein Kind vorm Schokoladenregal, wenn es erst Mami fragen muss. Und wir fragten, besser gesagt mein Kumpel fragte, nachdem wir den mit dem meisten Mut ausgeknobelt hatten. Ob wir da denn auch mal rein dürften. „Ausnahmsweise, aber bis Mitternacht seid ihr wieder draußen!“, höre ich den Türsteher sagen und verschwinde im schimmernden Rot des Magnets.

OK, wir werden komisch angeschaut, aber mit dem Selbstbewusstsein des hässlichen Ent-leins war uns das egal. Also Bier holen und ab auf einer der vielen Sofen, Couches und anderen Sitzmöbel rund um die eher kleine Tanzfläche. Gemütlich war es und man fühlte sich fast schon so, wie man sich jetzt fühlt, wenn man in einem kleinen rauchigen Club ein Bier trinkt und in Gedanken zu versinken droht: Man(n) fühlt sich wohl.

Wohl gefühlt haben sich anscheinend auch die 2 Mädels auf der Couch vor uns, die sich mit zunehmender Regelmäßigkeit zu uns umdrehten um einen Blick auf die 3 Kerle zu erhaschen, die hier nicht so richtig reinpassten, sich aber trotzdem wie daheim fühlten.

Die Mädels waren wenn überhaupt nur unwesentlich älter als wir und nicht gerade unser Beuteschema. Hey, außerdem waren wir jung und hatten in Clubs noch nie Mädels angesprochen, weil wir ja noch nie in Clubs waren.
Die Begebenheit, dass sie sich konsequent zu uns umdrehten, aber anscheinen auch nicht den Mut hatten, uns anzusprechen, verwirrte uns allerdings. Wir machten uns schon Sorgen, dass sie am nächsten Morgen eventuell von immensen Nackenschmerzen geplagt sein könnten und schmiedeten einen Plan. Und mein Kumpel führte ihn aus.
Er stand auf, ging schnurstracks auf die Couch und den beiden zu.

„Hey ihr beiden, wenn ihr euch da rüber setzt, braucht ihr euch nicht die ganze Zeit rumzudrehen…“

Großartige Aktion in dem Moment, heute wirkt sie allerdings manchmal ein wenig arm. Aber nicht minder gut.
Die beiden waren auf jeden Fall innerhalb von wenigen Minuten verschwunden. Ob aus Abneigung oder dem Gefühl, erwischt worden zu sein, weiß ich bis heute nicht.

Aber der Abend hat sich gelohnt. Für mich, für uns und für den Club bestimmt auch. Immerhin haben wir gut zugelangt.

Ich fühle mich in rauchigen Clubs immer noch wohl und werde wohl noch einmal wieder-kommen. Auch in den Magnet-Club.

Nach Berlin.