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Das erste Mal Berlin

posted by Smikey

Wie ihr alle wisst, bin ich ja ein begnadeter und überaus attraktiver Musiker. Meine Kollegen natürlich auch. Und wie es sich für eine grandiose Band gehört, muss man natürlich auch ein ganz besonderes erstes Konzert geben. Und zwar in der Hauptstadt dieses Landes. In Berlin. Das gehört sich so und das darf man auch niemals zu spät machen, sondern eher viel zu früh, damit man immer damit angeben kann. “Du willst uns nicht spielen lassen? Hallo! Wir haben schon in Berlin gespielt”…

Unser erstes Mal Berlin war in diesem Sommer. Nach knapp 1,5 Jahren Bandgeschichte war es endlich soweit. Wir wurden in die Hauptstadt eingeladen. Eine kleine Bar, aber das ist ja nebensächlich. Wir treffen uns in der kleinen Hauptstadt, also in der von Thüringen, Erfurt, um von da aus mit dem Tourbus (immerhin ein 4er Golf) nach Norden zu fahren. Wir sind aufgeregt wie die kleinen Kinder beim Weihnachtsmann und freuen uns auch entsprechend.

Berlin ist ja jetzt nicht gerade die kleinste Stadt Deutschlands. Nun gut. Wir haben ein Navigationsgerät. Das hilf und wir quälen uns trotzdem quer durch die Innenstadt. Als die Stimme des Navis “Sie haben das Ziel erreicht” ruft, schauen wir uns ungläubig um. Wir stehen direkt neben dem Ostbahnhof. Bedeutet: Gute Innenstadt, am Bahnhof und somit im Ost-Teil der Hauptstadt. Wie cool ist das denn. Die Bar sieht nett aus und der Betreiber macht auch einen sehr guten Eindruck. Ein Thüringer im Exil. Na wenn das nichts ist. Ich gönne mir erstmal ein Bier darauf, dass es bisher schon sehr gut gelaufen ist.

Wir haben natürlich nicht das ganze Equipment bei uns im Golf. Wir haben natürlich Roadies, die uns das ganze Geramsche schon vorher nach Berlin verschifft haben. Um dem ganzen den letzten Schliff zu geben, kaufen wir im Karstadt nebenan noch Batterien und Stoff ein. Also Stoff im Sinne von Stoff und nicht im Sinne von “Stoff”. Wir verstehn uns. Solche Rockstars sind wir nämlich nicht.

Aufbauen, Soundcheck und Thüringer Bratwurst mampfen. Das ist gelungen. Nach und nach tauchen die ersten Gäste auf und der Laden füllt sich. Begonnen wird mit einem kleinen Thüringen-Quiz. Prima. Alles Exil-Thüringer. Na das muss doch gut werden.

Wir fangen an zu spielen. Am Anfang wie immer verhaltene Stimmung, aber sobald die ersten 3 Bier im Körper sind, werden alle lockerer. Auch ich. Es macht tierischen Spass zu dritt auf ca einem Quadratmeter Fläche zu spielen. Hat was kuscheliges. Ein netter Herr fragt uns, ober er denn auch mal 2 Lieder spielen dürfte. Hey, natürlich. Er spielt “Rote Lippen soll man Küssen”, “Blowing in the Wind” und “Marmor, Stein und Eisen bricht”… Das kommt an, das macht Laune. Es taucht auch ein Kumpel aus Gotha auf und feiert mit. Großartig. Der Auftritt geht bis kurz nach Mitternacht. Glaube ich. Wir bauen langsam ab und genehmigen uns noch ein Bier.

Das Abschlussbier gegen halb 2 trinken wir auf besondere Weise. Kennt ihr “Jammin” von Bob Marley? Jedes Mal, wenn Bob “Jammin” singt, muss getrunken werden. Ich bin bis zum 1. Refrain fertig mit meinem Bier. Prima. Das macht Spass :D

Aber halb 2 kann die Nacht ja noch nicht vorbei sein. Wir entschliessen uns, in den Fritz-Club zu gehen. Der liegt auf der anderen Seite des Ostbahnhofs. Großartiges Ding. 3 Floors: Rock, Mainstreamquatsch und Elektro. Ich versacke im Rock-Floor. Nicht nur wegen der Musik, auch wegen der Gesellschaft. Alles perfekt. Als ich mich irgendwann entschliesse, eine rauchen zu gehen, merke ich, dass das Licht im Raucherraum nicht künstlich ist. Ich stehe im Hof und es ist taghell. Weil es gegen 6 ist. Na dann. Zeit zu gehen. Aber nicht schlafen, sondern erstmal zu McDonalds im Ostbahnhof. Ich bewundere die Menschen, die da arbeiten, wenn Sonntag morgens um 6 die Bude voller betrunkener Menschen ist, die was essen wollen. Wir haben übrigens noch 2 Damen dabei, die mir zwar nicht gefallen, aber ich hab sie ja auch nicht aufgegabelt.

Ein nerviger Kerl versucht uns zu beleidigen. Eher ungünstig. Als er irgendwann mitbekommt, dass wir 400% mehr sind als er und mindestens 200% aggressiver, wenn er weiter macht, verzieht er sich lieber. Wir hauen auch ab. Müssen ja noch ne Runde schlafen, bevor es gegen 11 Frühstück in der Kneipe gibt. Wir pennen im Auto. Zu dritt. Im Golf. Neben dem Ostbahnhof. Wenn das nicht Rock’n'Roll ist weiß ich auch nicht weiter.

Als wir wieder aufwachen ist es spät genug fürs Frühstück. Ein Buffet am Sonntagmorgen in einer Kneipe? In Berlin kein Problem. Der Typ neben uns hat auch schon seit drittes Weizen vor sich. So sieht er auch aus.

Irgendwann ist es auch für uns vorbei und wir machen uns mit den Instrumenten wieder auf den Weg nach Hause.

Berlin, check. Jetzt ist die restliche Welt dran.


Ich war beim Arzt. Also nicht heute oder gestern, aber vorige Woche. Da ich ja seit Wochen mit einer duften Erkältung kämpfe, die aus einem Schnupfen, der sich sehen lassen kann, und einem daraus folgenden leichten Verlust der Hörfähigkeiten, besteht.

Und bevor ich irgendwann jämmerlich an Schweinegrippe oder noch schlimmeren krepiere, bin ich halt mal zum Doc. Das erste mal seit geschlagenen drei Jahren. Da hab ich mir natürlich auch ne Menge Geld gespart. Ausserdem kurier ich mich immer schön mit Tee, Bonbons, heisser Zitrone und Mentholkippen aus. Hat bisher ja auch ganz gut geklappt.

Es war also Montag Morgen und meine Entscheidung stand fest. Heute ist Arzt-Tag. Um 8 macht die Praxis auf. Eigentlich viel zu spät für die arbeitende Bevölkerung, aber ich wohne nunmal auf dem Land.

Ich bin also kurz nach 8 im Wartezimmer. 3 Menschen sind schon da. Sieht ja ganz gut aus. Ich hatte Bedenken hinsichtlich des Wochentages. Immerhin konnten alle einsamen Renter (ich entschuldige mich für diese Pauschalisierung) übers Wochenende mit niemandem reden. Da staut sich schon was an. Und meiner Erfahrung nach lassen sie das Montag Morgen dann den Arzt spüren. 10 Euro pro Quartal für eine Laber-Flatrate mit dem Doc.

War aber nicht so schlimm. Das Wartezimmer füllte sich allerdings trotzdem recht zügig. Und gegen halb Neun schlug dann auch der Arzt an seinem Arbeitsplatz auf. Hat bestimmt noch gemütlich gefrühstückt. Immerhin kann er jetzt arbeiten wie am Fliessband und hat keine störenden Pausen zwischen den Patienten.

Wartezimmer sind ja prinzipell langweilig. Jeder schweigt und allen geht es schlecht. Keine guten Voraussetzungen für jegliche Kommunikation, auch wenn auf dem Dorf eh jeder jeden kennt. Allerdings scheint mich die Schwester nicht mehr zu kennen. Sie fragt mich, ob ich denn schon 18 bin und somit auch meine 10 Euro abdrücken müsste. Bin ich. In 2 Tagen sogar noch 3 Jahre älter. Aber gut. Ich war ja lange nicht da, geb ich zu. Egal, dieses Wartezimmer war jedenfalls alles andere als langweilig. Man erfährt den neuesten Dorf-Tratsch und sieht ziemlich kuriose Gestalten und Situationen.

Zum Beispiel die junge Mutter, die mit ihrer kleinen Tochter ins Wartezimmer kam. Das Kind machte einen recht munteren Eindruck, aber es war wohl krank. Zitat der Mutter: “Herr Doktor, können sie meine Tochter wieder gesundschreiben? Sie will in den Kindergarten und mir geht sie zu Hause auf die Nerven” Kann ich verstehen, klang aber trotzdem lustig.

Auch der nette ältere Herr hatte was zur allgemeinen Belustigung beizutragen. Alle sprachen von der neuen Schweinegrippeimpfung. Er nicht. “Herr Doktor, haben sie auch noch normale Grippe?” – “Ja, natürlich.” – “OK, dann bleib ich mal hier”.

Dann gesellte sich aber trotzdem noch eine Laber-Tante zu uns. Sie sah das zu dem Zeitpunkt mehr als überfüllte Wartezimmer und zog mit den Worten “Och nö, das ist mir zu voll. Ich geh wieder heim.” von dannen.

Schlussendlich taucht ein guter Freund von mir auf. Er fragt mich, was ich denn hier mache. Was mache ich denn hier? Ich pflücke Blumen und erfreue mich an dem Leid andere. Ansich ne gute Idee, aber nein. “Ich bin ein bisschen krank… Und was machst du hier?”, sage ich. Er zeigt mir seine Hand. Verbunden. Mit viel Mullbinde und so. Und blutdurchtränkt. Mit der Säge in die Hand gesägt. Soso. “Auch ein bisschen krank…”, sagt er.

Es war also ne tolle Zeit im Wartezimmer und gemessen an den tollen Dialogen und Szenen, welche ich dort innerhalb einer Stunde erlebt habe, kann ich sagen, dass 10 Euro für diese Vorstellung eigentlich viel zu billig sind. Rettet das Gesundheitssystem und geht mal wieder zum Arzt. Einfach so. Ist wie ne Comedy-Show, nur mit viel mehr Realität. Prima.

Achja. Und meine Diagnose war einfach ein böser Schnupfen. Gottseidank.

BUNT ist toll!

posted by Smikey

“BUNT ist toll!”. Was für eine großartige Idee, was für ein großartiges Motto. Der Herr Luttmann hat diese Aktion ins Leben gerufen um ein Zeichen für mehr Fremdenfreundlichkeit zu setzen.Dagegen sein ist immer so einfach, aber dafür sein lässt alles immer ein bisschen besser erscheinen. Also ist der heutige Artikel kein Artikel gegen Fremdenfeindlichkeit, obwohl das natürlich auch grandios wäre, sondern für mehr Fremdenfreundlichkeit.

bunt-ist-toll

Wir sind hier bei “Nichtsdestotrotz”. Wir sind bei Rock’n'Roll und so. Also schreibe ich über Musik. Leute, was wären wir ohne Musik? Was wären wir ohne Musik aus aller Welt? Was wäre die ganze Musikgeschichte ohne Musik aus aller Welt?

Nix. Musik ohne kulturelle und Einflüsse aus allen Herren Ländern wäre garnichts. Ohne Folklore und Spirituals kein Blues, ohne Blues kein Rock’n'Roll und ohne Rock’n'Roll kein Hardrock, Punk, Metal und so weiter. Und ohne diese ganze Geschichte gäbe es auch diesen Blog nicht. Und das wäre fatal.

Ich habe, seit ich Musik mache, schon viele Musiker aus anderen Ländern kennengelernt. Der so ziemlich erste, mit dem ich was zu tun hatte, war Lord Bishop aus den USA. SexRock und Blues in seiner coolsten Form. Er ist groß, er ist schwarz und er ist die Coolness in Person. Auch er sammelt seine Musiker aus den verschiedensten Ländern. Ein deutscher Schlagzeuger, ein polnischer Bassist. Überall kommen sie her und machen diese Band zu einer der tollsten Blues-Bands die ich kenne.

Die zweite Gruppe von Musikern kommt auch aus den USA. Besser gesagt aus Kalifornien. Und ihr Frontmann ist Programm. BRAY. Mit einer Persönlichkeit, die ein Übermaß an Sympathie und Coolness, sowie einen Tanzstil, der aussieht wie eine Mischung von Michael Jackson und Prince machen seine Show zu einem Erlebnis.

Die letzte Band, die ich hier vorstellen will, weil ich sie schon persönlich getroffen und erlebt hab, kommt von der anderen Seite der Welt. Aus Australien. Es sind “The Vagrants“. Guter Rock mit einer Frontfrau, die zwar immens klein ist, aber trotzdem eine riesige Stimme hat. Als ich sie damals auf die Bühne steigen sah, war ich skeptisch, aber diese rauhe, scheinbar whiskygetränkte Stimme hat mich aus den Socken gehauen. Ausserdem haben sie mich eingeladen, mich in Australien rumzuführen, falls ich mal Down Under bin. Das kann allerdings noch eine Weile dauern.

Diese drei Bands sind so die Highlights, an deren Auftritte und Persönlichkeiten ich mich immer gern erinnere. Sie bereichern mein Leben und beeinflussen meine Musik genauso, wie meine Sicht auf die vielen Dinge der Welt. Und ich möchte das alles auf keinen Fall missen. BUNT ist toll!

Ein ♥ für Blogs

posted by Smikey

Da hat sich der Stylespion mal was tolles ausgedacht. Zum zweiten Mal wird die Aktion “Ein ♥ für Blogs” gestartet. Und diesmal bin ich dabei. Ich gebe zu, beim letzten Mal habe ich es einfach verpennt.
Es geht schlicht und ergreifen darum, mal wirklich richtig tolle Blogs zu empfehlen und sie, so wie es damals(TM) war, zu verlinken.
Besucher hin- und herschieben, bekannter werden und mehr lesen, das ist das, worum es geht. Und das klingt verdammt nach “mitmachen”.

ein-herz-fuer-blogs

Also hier meine Top-Empfehlungen der deutschen Blogs:

  • Die Prinzessin, weil sie einfach so alltäglich toll ist. Auch wenn ihr Hund nicht Mike Glotzkowski heisst.
  • Beetlebum, weil seine Cartoons großartig sind und ich IMMER lachen muss.
  • Pulsiv und sein Neubaublog, weil er witzig, wortgewandt und manchmal ein verbaler Armageddon ist. Allerdings ist er gerade offline.
  • MC Winkel, weil er MC Winkel ist.
  • Amy&Pink, weil jeder Tag seine Titten braucht.
  • Herr Schmidt, weil er lange Haare hat und trotzdem cool ist.

So. Ich hab bestimmt jemanden vergessen, aber das sind so die allerwichtigsten und auf jeden Fall lesenswert. Aber HALLO.


Gestern ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen. OK, ich gebe zu, es war ein recht einfach zu erfüllender Traum im Gegensatz zu Reichtum und Ruhm und PlayboyMansion und so. Aber es war ein Traum.

Denn ich war bei Sarah Kuttner. Auf einer Buchlesung. “Mängelexemplar” heisst der Roman von ihr und er ist großartig. Auch wenn er immer mit “Feuchtgebiete” von der lieben Charlotte Roche verglichen wird. Warum auch immer. Die Bücher haben nämlich mal so garnichts miteinander zu tun. Beide grandios, aber nicht wirklich vergleichbar.

kuttner_autogramm

Die Lesung war im Audimax der Erfurter Uni. Rammelvoll wars und das Publikum unfassbar gemischt. Studenten, Fans, aber auch viele ältere Herrschaften. Nur ca. ein Viertel des Publikums hatte das Buch beziehungsweise das Hörbuch vorher konsumiert und verinnerlicht. Ich schon. Ich kannte die Textstellen, welche die liebenswerte Sarah da vorgetragen hat. Aber ich konnte trotzdem mit Leib und Seele mitlachen, fühlen, denken und tun und so. Einfach ganz großes Tennis.

Die Sahnehäubchen waren natürlich die Zwischenkommentare von ihr… Wir haben herzhaft gelacht über PferdeKopfDecken und Macken von Menschen.

Diese Frau fasziniert mich schon seit Jahren. Ich habe fast alle ihre Sendungen gesehen. Von VIVA über MTV bis hin zur SlamPoetry auf Sat1Comedy. Alles. Nur wegen der Sarah. Toll.

Und nun hab ich sie live gesehen, auf der Bühne, dann am Signiertisch, ca 1m von mir entfernt. Und ich bin immernoch ganz fasziniert von allem. Ihr, dem Buch, ihrer Signierung in meinem Buch und so. Toll.


Oh mein Gott. Was für eine Überschrift. Das wird wieder massig Besucher anlocken, und das obwohl der Satz garnicht anzüglich gemeint war.

Er stammt aus dem Mund von Olli Schulz. Einem der vielen Künstler auf dem von mir am Wochenende besuchten Befit-Festival.

Aber wie immer gaaanz von vorne.

Es war Freitag Nachmittag und ich hatte Feierabend. Vom Büro aus ging es direkt nach Erfurt. Das Wetter spielte zu dieser Zeit noch gut mit. Sonnig und so. Sogar zum Teil angenehmst warm. Also mit offenem Fenster und Ghost of Tom Joad auf Anschlag in die Landeshauptstadt gedüst. Treffpunkt mit den drei Mädels (jaaaa, DREI MÄDELS. und ich. yeah) war in ihrer WG. Ich liebe diese WG. Sie sieht so richtig nach WG aus. Und letzte Woche war da schon eine gelungene WG-Party, die manche aus AmericanPie-esken Teenie-Filmen ganz schön doof aussehen lässt. Erwähnte ich schon, dass ich diese WG liebe?

Also dort angekommen und die drei Mädels begrüsst, ein wenig geplaudert, gepackt und ab mit dem Auto aufs Festivalgelände.

Festivalgelände. Das scheint auch ein sehr deeeeeeeehnbarer Begriff zu sein. Nachdem sich irgendwelche Menschen dachten, die Einfahrt zum Wiesenparkplatzeingangsweg mit zwei aufeinandergefahrenen Autos zu versperren, waren wir 10min später dann doch endlich da. Aber relativ alleine. Die erwarteten drölfmilliarden Menschen waren irgendwie verhindert oder so. Jedenfalls standen auf der Park/Campingwiese maximal 20 Autos. Na gut. Hat man wenigstens Platz. Das erste Bier noch vor dem Eingang getrunken und mich doof von der Seite mit “Öööööördmaaaaaan” anbrüllen lassen. Frank the Tank war also auch da. Hatte ein neongrünes Stirnband. Hässlich, aber aus NewYork.

Also auf gehts. Bändchen holen und so. Noch 2 Bekannte vor dem Eingang getroffen, die sich dann unserer FestivalCrew anschlossen. Achja. Wetter bis zu diesem Zeitpunkt: leicht bewölkt, aber ok. Dann nicht mehr. Wir kommen gerade beim Bändchenausgabepavillon an, da fängt es an zu schütten. Die Sonne begann in Strömen zu scheinen. Aber richtig mit Schmackes und so. Auf dem Weg vom Pavillon zum Festzelt, welches ungefähr 30m entfernt stand, sahen wir schon aus wie Sau. Und nass waren wir auch noch.

2 meiner Begleiterinnen haben es sich aber nicht nehmen lassen, sich bei strömendem Regen trotzdem auf dem Trampolin zu amüsieren. Aber so sahen sie auch aus.

Irgendwann nahm der Regen dann ab und wir trauten uns aus dem sicheren Zelt auf die Wiese vor die CenterStage. Meine neuen Converse AllStars waren an diesem Punkt schon auf Grund massiven Schlammeinsatzes eingeweiht. Und das bevor ich die erste Band überhaupt gesehen hatte. Ach doch. Die Delta Rangers im Zelt. Naja. Da redmer mal lieber nicht weiter drüber.

Auf der CenterStage machten sich die Killerpilze breit. DIE KILLERPILZE. Ok, ich sag mal. Es ist nicht direkt meine Tasse Wurst was sie da musikalisch fabrizieren. Zu Teenie, zu Mainstream und so. Aber sie gehen nach vorne. Und machen trotz gähnender Leere vor der Bühne einen sympathischen Eindruck und bieten eine gute Show. Wir standen erste Reihe. Denn viel mehr Reihen gab es nicht. Ein paar Groupies aus Frankreich waren extra wegen den Pilzen gekommen und hatten sichtlich Spaß. Wir auch.

Zu diesem Zeitpunkt begab es sich, dass eine Freundin aus welchem Grund auch immer umfiel und im Matsch landete. Passiert. Aber sie sah eben auch dementsprechend aus. Und weil man ja sozial ist und so, wollte sie mich an ihrer Erfahrung teilhaben lassen und umarmte mich. Hrmpf. Ich war also auch geschmückt mit Flecken. Nicht dass meine Hose eh schon schlammig genug war, neinn, jetzt hatte es also auch mein Shirt erwischt. Als Entschuldigung bekam ich einen Button zum kaschieren der Flecken. EINEN BUTTON.

Nach den Killerpilzen. Ja. Da kam Chapeau Claque. Ich hatte sie vorher nie gesehen, geschweige denn gehört. Aber sie waren super. Diese Frau hat eine Stimme, das ist der pure Wahnsinn. Und aussehn tut sie auch nicht ganz schlecht. Insgesamt war ich also massivst begeistert von dieser Band. Und das obwohl es ja doch eher ruhig ist. Sehr interessant zu sehen, wie viele männliche Festivalbesucher da doch mitgegangen sind. Inklusive mir.

Nun kam die Band, auf die ich mich wahrscheinlich am meisten an diesem Tag gefreut hatte. Ghost of Tom Joad. Wie ihr wisst, hab ich die ja letztens in Marburg gesehen und war begeistert. Und so auch diesmal wieder. Wahnsinn. Großfantastiös. Ich bin abgegangen wie ein Zäpfchen und die wenigen Menschen die da waren, haben mich komisch angeschaut. Aber was solls. Man muss halt die Vibes spüren, sonst wird das nix.

K.I.Z. war der letzte Act an diesem Tag und ich habe ihn zum Großteil verpasst. Nicht schlimm. Diese Musik ist definitiv nicht meine Tasse Bier. Ich habe in dieser Zeit lieber am Bierstand rumgelungert und micht lange (sehr sehr lange) mit einer Streetworkerin über Bier, Alter, Sucht, Musik, Leben, und die Zukunft unterhalten. Ich glaube ich habe mich schon lange nicht mehr so gut unterhalten. Echt der Hammer. Wir haben uns an diesem Wochenende noch öfter gesehen und immer wieder nett angegrinst. Scheint uns beiden also gefallen zu haben. Ich glaube der Geschichte gebührt ein eigener Eintrag. Demnächst. Denn erstmal geht es um das Festival.

Der Freitag war vorbei und wir wurden vom Gelände begleitet. Weil so wenig Menschen da waren, viel die AfterShowParty eher aus. Und wir mussten nach Hause in die WG. Da gabs dann noch ein Abschlussbierchen und dann gings für 2 von uns ins Bettchen und für die anderen beiden nochmal weg.

Die Nacht zog sich dann bis Nachmittags um 2. “Frühstück” vom Bäcker und schon gehts wieder Richtung Festivalgelände. Bändchen zeigen war hinfällig. Man sah uns und unseren Klamotten an, dass wir Freitag schon da waren.

Ich muss dazu sagen, dass es mir schlecht ging. Also so richtig. Mit Kater und so. Aber da ich vorhatte, nachts noch nach Hause zu fahren, war Konterbier nicht drin. Also ging es mir schlecht. Den ganzen verdammten Tag. Aber nur körperlich.

Für uns wurde der Samstag mit ClickClickDecker eröffnet. Großartig-poetische Musik, die seinesgleichen sucht. Und er sieht live und in Farbe sogar menschlich aus. Von Bildern kenne ich ihn nur hässlich. Sorry, Click. Seine Ahnsagen und Kommentare machen das Konzert fantastisch. Der hat einen an der Marmel. Aber richtig.

Aber ansagentechnisch wurde er danach dann doch noch übertrumpft. Schwer vorstellbar, aber wahr. Von Olli Schulz. Musikalisch super und ansagenmäßig in perfekter Höchstform.

Beispiele:

  • Wer beschützt mich vor meiner eigenen Geilheit?
  • Ich bin allein. Und nackt. Und allein. Mit mir ganz allein. Allein mit meiner hemmungslosen Erotik.
  • Nachher mach ich Armdrücken mit dem Security hier unten. Na, haste schon Angst?
  • Wir verkaufen nachher Autolack dort hinten. Und Klobürstenhalter.

Ich fand ihn grandios und die anderen drölfeinhalb Besucher auch. Ganz ganz ganz großes Tennis.

Nach Olli Schulz folgt Dúné. Kannte ich garnicht, aber war super. Melancholisch, strange, kraftvoll und gutaussehend. Also mit gutaussehend meine ich diese Pianistin/Gitarristin. Die war ja mal muahahahahaa. So ungefähr. Und betrunken. Später, im Musikzelt auf der Tanzfläche. Muss man sich mal anhören.

Sugarplum Fairy. Die Typen klingen wie jede andere schwedische Indierock-Band auf dem Planeten. Aber deswegen nicht minder gut. Und sie sehen aus wie Mando Diao. Und klingen so. Prima.

Um dann mal ein wenig Abwechslung von diesem ganzen Rockscheiss (*g*) zu haben, wagen wir uns ins Musikzelt, wo gerade Captain Capa am rumelektronen ist. Sie haben extreme Probleme mit der Technik, aber wenns erstmal läuft, dann klingts saugeil. Wir dancen und springen und feiern und ich muss mal kurz nicht daran denken, dass ich eigentlich permantent kotzen möchte, weil mir so schlecht ist. Kater. Ihr wisst wie das ist.

Danach wechseln wir zwischen CenterStage und Zelt. Zwischen Donots, die großartig sind, und Juri Gagarin, die auch großartig sind. Schwierige Entscheidung und so bahnen wir uns immer wieder den Weg durch den Matsch.

Ich warte auf den letzten Act. 2 Mal verpasst, diesmal endlich gesehen. Götz Widmann. Ich sage mal so, er war nicht ganz nüchtern. Aber sehr gut. Meine Begleiterinnen fanden ihn ebenso gut wie ich und wir sangen großartige Lieder wie “Der Laptop-Webcam-Mann” und “Badmülleimer” mit. Gegen um Zwei war dann alles vorbei. Götz weg, die Bühne am abbauen und die AfterShowParty wieder am ausfallen auf Grund der wenigen Zuschauer.

Aber ich habe jemanden wiedergetroffen. Meine Schokopudding-Tante. Und sie ist immernoch so süß und lieb. Und ihren Freund kann man nichtmal scheisse finden, weil er ne coole Sau ist. Und so habe ich die beiden, betrunken wie sie waren, mit meinem Auto nach Hause gefahren.

Aber nicht, ohne mich vorher gebührend bei meinen drei tollen Begleiterinnen des Wochenendes zu verabschieden.

Das Festival war vorbei und ich auf der Autobahn auf dem Weg nach Hause.

Fakten und Fazit:

  • Sich als Frutte an einen Kerl ranzumachen, der offensichtlich auf Kerle steht, und das dazu nicht mitzubekommen, sieht von aussen sehr spaßig aus…
  • Matsch gehört irgendwie zum Festival dazu. Ich wüsste garnicht, wie sowas ohne Matsch aussieht.
  • Die Verbindung von elektronischer Musik und Rockmusik ist fantastisch
  • Musiker haben alle tierisch einen an der Marmel. Und ich auch

Das Festival war insgesamt einfach ein Traum. Auch wenn so wenig Leute da waren und das echt schade war. Wer weiß, ob sowas nochmal stattfinden kann. Wird finanziell tierisch schwierig, denke ich mal. Aber den Leuten, die da waren, hat es gefallen. Uns auch. Und ich habe viele tolle Menschen kennengelernt. Mehr als sonst. Weil eben alles so familiär war.

Insgesamt hatte ich schon ewig nicht mehr ein so geiles Wochenende. Danke an die Musiker, an die Menschen, an den Beirzapfer, an die Streetworkertante und ganz zum Schluss an meine tollen Begleiterinnen. Ihr seid toll und ich weiß nicht, wie so ein Festival ohne euch gewesen wäre.

Danke.

3TB – one day after

posted by Smikey

Gestern war es endlich soweit. Die 3. Thüringer Bloglesung stand an und ich war wieder einmal dabei.

Meine Begleitung und ich schlugen leider erst kurz vor Beginn im Markt 11 auf. Bastih und co hatten schon fast einen Herzinfarkt bekommen, weil ich so spät war. Grund: Ich sollte beginnen zu lesen. Na prima. Aber dann hab ich es wenigstens hinter mir.

Aufgrund technischer Probleme verzögert sich das ganze noch eine Weile und ich darf mich solange wichtig fühlen, weil ich das erste Interview meines Lebens führe. Die Frage, ob ich aufgeregt bin hab ich mal entschieden mit “JAAA” beantwortet.

Und schon geht es los. Markus moderiert. Und schon muss ich da vor und die Menschen mit meinem Gefühlsexhibitionismus nerven. Cool, macht mir aber trotzdem Angst.

Ich beginne mit dem wohl persönlichsten Text, den ich bisher geschrieben habe und der auch immernoch auf seine Veröffentlichung wartet. Ob ich das tue, ich weiss es nicht. Aber es war wichtig, dass er mal gelesen wird. ReneS sagt, dass die Frauen angetan davon waren. Ich mein, ich mach das ja auch nicht zum Spaß. Ich war allerdings so aufgeregt, dass ich das nicht mitbekommen habe. Allerdings habe ich, als ich ab und an (sehr selten) aufgeschaut habe, ein unheimlich süßes Lächeln von Geradeaus vernommen. Hat mich ein bisschen aus der Bahn geworfen, aber ich hab versucht, mir das nicht anmerken zu lassen. ReneS war übrigens ähnlicher Ansicht. Gnihihi…

Der nächste Text den ich lese, ist “Schokopudding”. Ich habe einige Schmunzler von ein paar Mädels, auch von dem mit dem süßen Lächeln und einige Schmunzler von Bastih, der nur etwa 2 m von mir entfernt sitzt. Ich glaube, er war einer der einzigen, die den Wink mit dem Kettcar-Zaunspfahl verstanden haben Aber gut, dafür war er da. Der Zaunspfahl.

Der letzte Text ist “Hitch für Anfänger”. Der baut so schön auf “Schokopudding” auf. Ist mir allerdings erst aufgefallen, als ich die Texte gestern zusammengesucht habe. Aber gut. Die Po-Ente kommt wieder zu plötzlich und wieder weiß keiner, dass er jetzt schon klatschen soll. Ich bin fertig. Und es war gut. Und nun kann ich mich den Rest des Abends beruhigt hinsetzen und geniessen.

Als nächstes kommt das Kolumnistenschwein. Man muss politisch recht interessiert sein um seine Texte zu verstehen. Ich bin es und finde sie also wie immer großartig.

Danach pulsiv. Das Niveau sinkt. Sagt er selbst. Es geht um Titten, Analsex und Stress im Supermarkt. Ich habe gut gelacht. Und wer braucht schon Niveau. Meine Haut ist auch so zart genug.

Pause. Rauchen, Szenegetränke trinken und warten, dass es weitergeht.

Als nächstes kommt Rob. Ganz spontan. Sein Strip, nicht ganz so spontan, sondern vorsätzlich, lässt Mädels in Extase geraten. Tiefsinnig und gut sind seine Texte. Wusste ich vorher.

Sapere Aude ist an der Reihe. Es geht um Gott. Oder eben NICHT um Gott. Auf alle Fälle ist er Atheist und ich stimme ihm voll zu.

Der in die Bloglesung hineingevotete Geschichtenerzähler macht den Abschluss der 2. Runde. Und erzählt von Sandkastenspielchen der Politiker und Interviews mit Osama bin Laden. Und um Leberwurst. Sehr gute Ideen, aber mir leider FAST schon zu breitgetreten. Trotzdem Respekt. Sowas muss man sich erstmal einfallen lassen.

Pause. Das übliche Spiel.

Die dritte und letzte Runde wird eröffnet von Cuentacuentos. Eine Dame im besten Alter. Und aus Berlin. Extra angereist. Sie hat leider sehr leise Gesprochen, aber das, was ich verstanden habe, fand ich grandios. Tiefsinnig, gefühlsbetont und sehr sehr poetisch. Großartig.

Als letzter Bloggern lesenderweise ist Bastih nun an der Reihe. Er liest über Gefangensein in der Dixihölle, umgeben von einer Herde wahnsinniger Kühe und einen sehr sehr guten Text über Befreiung und Veränderung. Ich ertappe mich beim leichten Nicken, immer wenn er einen Gedanken beendet. Grandios. Nicht nur deshalb habe ich dem Zeitungsmädel nur gute Sachen von ihm erzählt. (bastih, für diese Aussage will ich nen Bier *g*)

Den krönenden Abschluss bildet jojo. Auf den Bloglesungen ist er immer vertreten, aber Cartoons lassen sich so schlecht vorlesen. Also hat er sich was überlegt und zeigt einen kleinen Cartoon-Film. Ich habe gut gelacht und nun endlich mal Nadini in real und live und so gesehen.

Schluss mit der Leserei, nun gehts ums ganze. Tombola.

Ich bin der erste, der etwas gewinnt. Und ich gewinne das, was prinzipiell sowieso jeder haben wollte. Mit der Nummer 43. Und zwar: *trommelwirbel*

WRESTLING-SAMMELKARTEN. Und eine ist vom Undertaker, na wenn das nix ist.

Der Rest gewinnt Bücher, Buttons, Computerspiele und Küsse von bastiH und Markus.

Nun ist aber wirklich Schluss und es geht ans Kennenlernen, ganz leicht zur guten Musik vom DJ Suga abschmoofen und Szenegetränke in sich kippen.

Es war also wieder sehr sehr gut. Ein schöner Abend mit tollen Bloggern, süßen Mädels, lustigen Anekdoten und tiefsinnigen Beiträgen, die einen nur zustimmen lassen.

Danke dafür.

hier die Meinung von anderen:

  • Presseartikel, und das Interview mit mir ist der Aufhänger. Na prima!

Gießen genießen.

posted by Smikey

Letztes Wochenende habe ich es getan. Zum allerersten Mal. Ich bin nämlich selbst und mit meinem eigenen Auto in das sogenannte “kapitalistische Ausland” gefahren. Nach “drüben” und raus aus der “Zone”.

Jap. Ich war in Gießen. In Hessen. Und weil sowas allein relativ doof ist, habe ich mir eine Begleitung gesucht.

Auf dem Plan stand, eine Freundin zu besuchen, die dort studiert. Oder jedenfalls an der Uni eingeschrieben ist.

Unser Trip begann am Freitag. 17.00. Geplant. Gegen 17.30 konnten wir dann endlich starten, nachdem uns das GourmetRestaurant mit dem großen M erstklassig versorgt hatte.

Meine Routenplanung war wie immer erstklassig. A4, A7, A5, A480, A485, die erste runter und dann links. Müsste passen. Die Durchführung war bis auf den kleinen Patzer von der A7 auf die A5 (was wirklich nicht ganz so einfach ist, wenn man da noch nie war) auch durchaus gut gelungen.

Allerdings wurden unsere Erwartungen an ein Schlaraffenland mit fliegenden Autos jenseits des Grünstreifens schnell zerstört. Die Straßen sind ja teilweise schlimmer als der Feldweg hinter meiner Wohnung. Aber was solls. Man soll ja nicht immer alles schlecht reden.

Fast pünktlich angekommen in Gießen. Primoes. Aufgrund meiner Orientierungskenntnisse und unseren Navi-Kaffeemaschinen-Super-Handys. So. genug des Eigenlobs. Freundin begrüßen war angesagt. Und Abendplanung vervollständigen.

Check.

Nach Marburg solls gehen. “Ghost of Tom Joad” (Hell Yeah) und andere tolle Bands angucken. Also aufauf und wieder rein ins Auto. Ich fahre. Und trinke nicht. Muss ich auch nicht, denn der Donnerstag war schlimm genug, dass ich also am Freitag auch großzügig auf Alkohol verzichten kann. Marburg ist toll. Auch wenn man erstmal nur den Bahnhof sieht und rechts daneben in einen kleinen Club namens “Nachtsalon” eintaucht. Scheint ne eingeschworene Gemeinschaft dort zu sein. Wir werden komisch angeschaut. Aber nur solange, bis wir uns mit der Barkeeperin anfreunden, die aussieht als wär sie Sarah Kuttners kleine Schwester (*schmacht*).

Eine Band hat abgesagt. Aber GottseiDank nicht Ghost of Tom Joad. Die spielen. Aber erst nach SINEW. Tolle Band. Noch nie was davon gehört aber klingen gut. Ich sollte öfter Musikmagazine lesen.

Und dann. *trommelwirbel*

Ghost of Tom Joad. Und sie sind grandios. Ok. Ohne Alkohol gehe ich beim tanzen nicht aus mir raus. Aber ich wippe gut mit und spüre die Vibes sowieso meist nur innerlich. Auf jeden Fall top. Noch eine nette Band mehr in meiner Sammlung.

Leider ist das ganze viel zu früh vorbei und nach einigen guten Unterhaltungen im Raucherraum (über Keller. Yeah! Im Ernst.) gehts auch wieder nach Hause. Aufgrund massiven bzw ausreichendem Alkoholkonsums seitens meiner Begleiter ist die Autofahrt dementsprechend ruhig. Nur ich bin wach. Is auch gut so.

Und so geht der erste Tag in Gießen zu Ende. Zwischennote: Top.

Tag 2. Er beginnt gegen Mittag. Nachvollziehbar. Und wir düsen in die Innenstadt. Shoppen, Bummeln oder was auch immer. Auf jeden Fall erstmal hin. Man sollte bedenken, auch wenn man schon eine halbe Ewigkeit in dieser Stadt studiert, sollte man seine Besucher nicht davon abhalten, trotzdem Fahrkarten für den Bus zu kaufen. Denn genau DANN wird man kontrolliert. Wir haben gekauft. Schlechtes Gewissen und so.

In der Innenstadt ist ganz schön was los. Meeeenschen über Menschen. Und Politiker. Wahlwerbung. Ich will auch ne Gerbera, aber nicht von der CDU. Und die Luftballons und Pappmützen von der SPD sind auch nicht der Brüller. Also gehen wir essen. Beim “Knolli”. Fastfood aus Kartoffeln. Wenn DAS mal nicht rockt.

Vollgefressen schleppen wir uns in ein Antiquariat. Einfach so. Staub, Schallplatten und Bücher über Bücher.

Antiquariat

Und ich hab eins davon gekauft. “Das Kapital”. Marx. Cool.

Als wir aus dem Laden wieder herauskommen, sind unsere Kehlen trocken. Vorallem meine.  Staub und so. Also tun wir das, was man tut, wenn man Durst hat. Trinken. Und wenn es nur ein niedliches 0,3er Weizen ist.

Kleines Weizen

Oh mein Gott. Das hat vielleicht gut getan. Aber genug gebummelt. Wir schniggen erstmal wieder in die WG.

Und schauen Film. “Crazy

Ein Film, der mich echt beeindruckt hat muss ich sagen. Und mich ausserdem in eine komische, leicht melancholische Stimmung gebracht hat. Ungünstig für den Abend, denn wir wollen ins Scarabee, ein Studentenschuppen, vor dem kleine Studentenführer in Gießen warnen wollen. Metalschuppen halt.

Es gibt Bier, Apfelwein und gute Musik. Finde ich. Die anderen beiden finden eher nur den Apfelwein und den Wodka gut. Aber gut. Man kann es nie jedem recht machen. Mir gefällts und ich fühle mich wohl. Zwischen langhaarigen Bombenlegern, Metalfrutten und dicken ÄrzteFanMädels. Aber ob man deswegen gleich Apfelwein mit Cola trinken muss, weiss ich auch nicht.

Ich treibe mich also eine Weile auf der Tanzfläche rum, während sich meine Begleiter auf der Suche nach was zu Essen gemacht haben. Draussen irgendwo. Sie scheinen was gefunden zu haben, denn sie stinken nach Knoblauch wie ein verbarrikadiertes Haus in Transilvanien. Naja. Hauptsache es hat geschmeckt.

Irgendwann muss jeder Abend zu Ende gehen und wir gehen mit. Nach Hause.

Der nächste Tag beginnt wieder der vorherige auch. Irgendwann gegen Mittag. Und es herrscht Aufbruchsstimmung. Man kann ja nicht ewig hier bleiben. Studieren und so.

Also machen wir uns wieder auf den Weg nach Eisenach. Und sind sogar so sozial und nehmen noch einen Eisenacher Studenten mit. Allerdings machen sich 75 PS mit 3 Insassen und Gepäck bergauf nicht soooo gut. Aber was solls. Hauptsache man kommt an. Und das sind wir. Nächster Halt: Eisenach. Yeah.

Es war also wieder ein großartiggrandiostolles Wochenende. Gerne wieder. Auch gerne ausserhalb der Zone.

Blinken im Frühling

posted by Smikey

Es blinkt und mein Herz fängt wieder einmal an, schneller zu klopfen. OK, es ist nur das Fenster vom InstantMessenger auf meinem Laptop, dass mich so in helle Aufregung versetzt. Ein leises “Huhu” springt mir entgegen und ich weiß, welcher Name vor dem Doppelpunkt steht. Und ich freue mich. Mein Herz hüpft herum, wie bei einem Kind, wenn es das erste Mal länger aufbleiben darf.

Und es tut gut.

Irgendwie ist es naiv und teenagerlike über jeden Satz von ihr nachzudenken und zu versuchen, irgendetwas hinein zu interpretieren. Interpretiert man pessimistisch, ist man sowieso im Arsch. Und interpretiert man zu optimistisch, dann kommt irgendwann der große Knall. Am besten man macht das, was man als Mann immer macht. Lesen und abnicken. Nicht bewerten, erstmal nur hinnehmen.

Ich denke trotzdem nach. Über alles. Mal opti- mal pessimistischer. Der Masterplan.

Denn irgendwie ist er da. Er kam ganz plötzlich und nun ist er da. Mit Schmackes angekommen im neuen Jahr. Der Frühling. Wenn ich aus dem Fenster meines unaufgeräumten Zimmers blicke, grinst mich etwas an. Die Sonne. Sie grinst so sehr, dass sogar ich zurückgrinsen muss, weil es einfach gut tut, von ihr angelächelt zu werden.

Denn ich habe einen neuen Versuch gestartet. Einen Versuch, einen Teil meines Lebens wieder in eine geordnete Bahn zu bringen. Gut, Single sein kann auch relativ geordnet ablaufen und eine Beziehung kann auch durchaus im totalen Chaos enden. Aber ich denke ihr wisst was ich meine. Endorphine und so. Körpereigen.

Ich spüre keinen Hauch von Frühjahrsmüdigkeit. Ich bin wach. Und endorphiniert.

2:1

posted by Smikey

Happy End. Der Film ist zu Ende und man sollte sich mit den fiktiven Menschen freuen, wenn sie sich am Ende leidenschaftlich küssen. Und dann sollte man sich mit einem inneren Glücksgefühl  zu seinem persönlichen Happy End rumdrehen und den einzig richtigen Schritt tun.
Und warum tut man das nicht? Weil eben dieses Happy End nicht da ist. Man sitzt allein auf der Couch und versinkt in Melancholie und Selbstmitleid, weil sich wieder zwei gefunden haben. Im Film, klar, aber gefunden ist nunmal gefunden.

Kein Glücksgefühl, denn das einzige was mit einem auf dem Sofa sitzt ist der eigene Schatten, der einen bedrohlich verfolgt und wie ein Damokles-Schwert über einem hängt und immer zu fallen droht, wenn man es am wenigsten braucht.
Einsamkeit. Ich möchte es eigentlich nicht so nennen aber ich denke es ist genau das, was ich meine.

Einsamkeit allein ist Einsamkeit. Einsamkeit unter Menschen ist Tristess.

Und genau das sind diese Momente, vor denen ich mich immer fürchte, sie aber trotzdem immer wieder erlebe. Und irgendwie geniesse ich sie auch ein wenig. Das ganze auf und ab. Der Kampf und die Niederlage.

Doch gibt es hier einen, der kannte das auch und wünscht Glück.

Der Sturz in die Tiefen der Melancholie ist einer der Momente, die mich merken lassen, dass ich noch lebe.
Und ich kämpfe wieder. Und ich werde besser. Mal um Mal.

Und was man verdient, ist nicht was man bekommt. Willkommen an der Front.

Vielleicht ist es schon dieses Mal soweit, dass ich an der Reihe bin.

Für mein persönliches Happy End.

Dann heißt es 2:1 für mich. Gewonnen.