Mängelexemplar – Live und in Farbe

Filed under: Allgemein — Smikey @ 12:47

Gestern ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen. OK, ich gebe zu, es war ein recht einfach zu erfüllender Traum im Gegensatz zu Reichtum und Ruhm und PlayboyMansion und so. Aber es war ein Traum.

Denn ich war bei Sarah Kuttner. Auf einer Buchlesung. “Mängelexemplar” heisst der Roman von ihr und er ist großartig. Auch wenn er immer mit “Feuchtgebiete” von der lieben Charlotte Roche verglichen wird. Warum auch immer. Die Bücher haben nämlich mal so garnichts miteinander zu tun. Beide grandios, aber nicht wirklich vergleichbar.

kuttner_autogramm

Die Lesung war im Audimax der Erfurter Uni. Rammelvoll wars und das Publikum unfassbar gemischt. Studenten, Fans, aber auch viele ältere Herrschaften. Nur ca. ein Viertel des Publikums hatte das Buch beziehungsweise das Hörbuch vorher konsumiert und verinnerlicht. Ich schon. Ich kannte die Textstellen, welche die liebenswerte Sarah da vorgetragen hat. Aber ich konnte trotzdem mit Leib und Seele mitlachen, fühlen, denken und tun und so. Einfach ganz großes Tennis.

Die Sahnehäubchen waren natürlich die Zwischenkommentare von ihr… Wir haben herzhaft gelacht über PferdeKopfDecken und Macken von Menschen.

Diese Frau fasziniert mich schon seit Jahren. Ich habe fast alle ihre Sendungen gesehen. Von VIVA über MTV bis hin zur SlamPoetry auf Sat1Comedy. Alles. Nur wegen der Sarah. Toll.

Und nun hab ich sie live gesehen, auf der Bühne, dann am Signiertisch, ca 1m von mir entfernt. Und ich bin immernoch ganz fasziniert von allem. Ihr, dem Buch, ihrer Signierung in meinem Buch und so. Toll.

Wer beschützt mich vor meiner eigenen Geilheit?

Filed under: Allgemein,Erlebtes,Musikalisches — Smikey @ 09:14

Oh mein Gott. Was für eine Überschrift. Das wird wieder massig Besucher anlocken, und das obwohl der Satz garnicht anzüglich gemeint war.

Er stammt aus dem Mund von Olli Schulz. Einem der vielen Künstler auf dem von mir am Wochenende besuchten Befit-Festival.

Aber wie immer gaaanz von vorne.

Es war Freitag Nachmittag und ich hatte Feierabend. Vom Büro aus ging es direkt nach Erfurt. Das Wetter spielte zu dieser Zeit noch gut mit. Sonnig und so. Sogar zum Teil angenehmst warm. Also mit offenem Fenster und Ghost of Tom Joad auf Anschlag in die Landeshauptstadt gedüst. Treffpunkt mit den drei Mädels (jaaaa, DREI MÄDELS. und ich. yeah) war in ihrer WG. Ich liebe diese WG. Sie sieht so richtig nach WG aus. Und letzte Woche war da schon eine gelungene WG-Party, die manche aus AmericanPie-esken Teenie-Filmen ganz schön doof aussehen lässt. Erwähnte ich schon, dass ich diese WG liebe?

Also dort angekommen und die drei Mädels begrüsst, ein wenig geplaudert, gepackt und ab mit dem Auto aufs Festivalgelände.

Festivalgelände. Das scheint auch ein sehr deeeeeeeehnbarer Begriff zu sein. Nachdem sich irgendwelche Menschen dachten, die Einfahrt zum Wiesenparkplatzeingangsweg mit zwei aufeinandergefahrenen Autos zu versperren, waren wir 10min später dann doch endlich da. Aber relativ alleine. Die erwarteten drölfmilliarden Menschen waren irgendwie verhindert oder so. Jedenfalls standen auf der Park/Campingwiese maximal 20 Autos. Na gut. Hat man wenigstens Platz. Das erste Bier noch vor dem Eingang getrunken und mich doof von der Seite mit “Öööööördmaaaaaan” anbrüllen lassen. Frank the Tank war also auch da. Hatte ein neongrünes Stirnband. Hässlich, aber aus NewYork.

Also auf gehts. Bändchen holen und so. Noch 2 Bekannte vor dem Eingang getroffen, die sich dann unserer FestivalCrew anschlossen. Achja. Wetter bis zu diesem Zeitpunkt: leicht bewölkt, aber ok. Dann nicht mehr. Wir kommen gerade beim Bändchenausgabepavillon an, da fängt es an zu schütten. Die Sonne begann in Strömen zu scheinen. Aber richtig mit Schmackes und so. Auf dem Weg vom Pavillon zum Festzelt, welches ungefähr 30m entfernt stand, sahen wir schon aus wie Sau. Und nass waren wir auch noch.

2 meiner Begleiterinnen haben es sich aber nicht nehmen lassen, sich bei strömendem Regen trotzdem auf dem Trampolin zu amüsieren. Aber so sahen sie auch aus.

Irgendwann nahm der Regen dann ab und wir trauten uns aus dem sicheren Zelt auf die Wiese vor die CenterStage. Meine neuen Converse AllStars waren an diesem Punkt schon auf Grund massiven Schlammeinsatzes eingeweiht. Und das bevor ich die erste Band überhaupt gesehen hatte. Ach doch. Die Delta Rangers im Zelt. Naja. Da redmer mal lieber nicht weiter drüber.

Auf der CenterStage machten sich die Killerpilze breit. DIE KILLERPILZE. Ok, ich sag mal. Es ist nicht direkt meine Tasse Wurst was sie da musikalisch fabrizieren. Zu Teenie, zu Mainstream und so. Aber sie gehen nach vorne. Und machen trotz gähnender Leere vor der Bühne einen sympathischen Eindruck und bieten eine gute Show. Wir standen erste Reihe. Denn viel mehr Reihen gab es nicht. Ein paar Groupies aus Frankreich waren extra wegen den Pilzen gekommen und hatten sichtlich Spaß. Wir auch.

Zu diesem Zeitpunkt begab es sich, dass eine Freundin aus welchem Grund auch immer umfiel und im Matsch landete. Passiert. Aber sie sah eben auch dementsprechend aus. Und weil man ja sozial ist und so, wollte sie mich an ihrer Erfahrung teilhaben lassen und umarmte mich. Hrmpf. Ich war also auch geschmückt mit Flecken. Nicht dass meine Hose eh schon schlammig genug war, neinn, jetzt hatte es also auch mein Shirt erwischt. Als Entschuldigung bekam ich einen Button zum kaschieren der Flecken. EINEN BUTTON.

Nach den Killerpilzen. Ja. Da kam Chapeau Claque. Ich hatte sie vorher nie gesehen, geschweige denn gehört. Aber sie waren super. Diese Frau hat eine Stimme, das ist der pure Wahnsinn. Und aussehn tut sie auch nicht ganz schlecht. Insgesamt war ich also massivst begeistert von dieser Band. Und das obwohl es ja doch eher ruhig ist. Sehr interessant zu sehen, wie viele männliche Festivalbesucher da doch mitgegangen sind. Inklusive mir.

Nun kam die Band, auf die ich mich wahrscheinlich am meisten an diesem Tag gefreut hatte. Ghost of Tom Joad. Wie ihr wisst, hab ich die ja letztens in Marburg gesehen und war begeistert. Und so auch diesmal wieder. Wahnsinn. Großfantastiös. Ich bin abgegangen wie ein Zäpfchen und die wenigen Menschen die da waren, haben mich komisch angeschaut. Aber was solls. Man muss halt die Vibes spüren, sonst wird das nix.

K.I.Z. war der letzte Act an diesem Tag und ich habe ihn zum Großteil verpasst. Nicht schlimm. Diese Musik ist definitiv nicht meine Tasse Bier. Ich habe in dieser Zeit lieber am Bierstand rumgelungert und micht lange (sehr sehr lange) mit einer Streetworkerin über Bier, Alter, Sucht, Musik, Leben, und die Zukunft unterhalten. Ich glaube ich habe mich schon lange nicht mehr so gut unterhalten. Echt der Hammer. Wir haben uns an diesem Wochenende noch öfter gesehen und immer wieder nett angegrinst. Scheint uns beiden also gefallen zu haben. Ich glaube der Geschichte gebührt ein eigener Eintrag. Demnächst. Denn erstmal geht es um das Festival.

Der Freitag war vorbei und wir wurden vom Gelände begleitet. Weil so wenig Menschen da waren, viel die AfterShowParty eher aus. Und wir mussten nach Hause in die WG. Da gabs dann noch ein Abschlussbierchen und dann gings für 2 von uns ins Bettchen und für die anderen beiden nochmal weg.

Die Nacht zog sich dann bis Nachmittags um 2. “Frühstück” vom Bäcker und schon gehts wieder Richtung Festivalgelände. Bändchen zeigen war hinfällig. Man sah uns und unseren Klamotten an, dass wir Freitag schon da waren.

Ich muss dazu sagen, dass es mir schlecht ging. Also so richtig. Mit Kater und so. Aber da ich vorhatte, nachts noch nach Hause zu fahren, war Konterbier nicht drin. Also ging es mir schlecht. Den ganzen verdammten Tag. Aber nur körperlich.

Für uns wurde der Samstag mit ClickClickDecker eröffnet. Großartig-poetische Musik, die seinesgleichen sucht. Und er sieht live und in Farbe sogar menschlich aus. Von Bildern kenne ich ihn nur hässlich. Sorry, Click. Seine Ahnsagen und Kommentare machen das Konzert fantastisch. Der hat einen an der Marmel. Aber richtig.

Aber ansagentechnisch wurde er danach dann doch noch übertrumpft. Schwer vorstellbar, aber wahr. Von Olli Schulz. Musikalisch super und ansagenmäßig in perfekter Höchstform.

Beispiele:

  • Wer beschützt mich vor meiner eigenen Geilheit?
  • Ich bin allein. Und nackt. Und allein. Mit mir ganz allein. Allein mit meiner hemmungslosen Erotik.
  • Nachher mach ich Armdrücken mit dem Security hier unten. Na, haste schon Angst?
  • Wir verkaufen nachher Autolack dort hinten. Und Klobürstenhalter.

Ich fand ihn grandios und die anderen drölfeinhalb Besucher auch. Ganz ganz ganz großes Tennis.

Nach Olli Schulz folgt Dúné. Kannte ich garnicht, aber war super. Melancholisch, strange, kraftvoll und gutaussehend. Also mit gutaussehend meine ich diese Pianistin/Gitarristin. Die war ja mal muahahahahaa. So ungefähr. Und betrunken. Später, im Musikzelt auf der Tanzfläche. Muss man sich mal anhören.

Sugarplum Fairy. Die Typen klingen wie jede andere schwedische Indierock-Band auf dem Planeten. Aber deswegen nicht minder gut. Und sie sehen aus wie Mando Diao. Und klingen so. Prima.

Um dann mal ein wenig Abwechslung von diesem ganzen Rockscheiss (*g*) zu haben, wagen wir uns ins Musikzelt, wo gerade Captain Capa am rumelektronen ist. Sie haben extreme Probleme mit der Technik, aber wenns erstmal läuft, dann klingts saugeil. Wir dancen und springen und feiern und ich muss mal kurz nicht daran denken, dass ich eigentlich permantent kotzen möchte, weil mir so schlecht ist. Kater. Ihr wisst wie das ist.

Danach wechseln wir zwischen CenterStage und Zelt. Zwischen Donots, die großartig sind, und Juri Gagarin, die auch großartig sind. Schwierige Entscheidung und so bahnen wir uns immer wieder den Weg durch den Matsch.

Ich warte auf den letzten Act. 2 Mal verpasst, diesmal endlich gesehen. Götz Widmann. Ich sage mal so, er war nicht ganz nüchtern. Aber sehr gut. Meine Begleiterinnen fanden ihn ebenso gut wie ich und wir sangen großartige Lieder wie “Der Laptop-Webcam-Mann” und “Badmülleimer” mit. Gegen um Zwei war dann alles vorbei. Götz weg, die Bühne am abbauen und die AfterShowParty wieder am ausfallen auf Grund der wenigen Zuschauer.

Aber ich habe jemanden wiedergetroffen. Meine Schokopudding-Tante. Und sie ist immernoch so süß und lieb. Und ihren Freund kann man nichtmal scheisse finden, weil er ne coole Sau ist. Und so habe ich die beiden, betrunken wie sie waren, mit meinem Auto nach Hause gefahren.

Aber nicht, ohne mich vorher gebührend bei meinen drei tollen Begleiterinnen des Wochenendes zu verabschieden.

Das Festival war vorbei und ich auf der Autobahn auf dem Weg nach Hause.

Fakten und Fazit:

  • Sich als Frutte an einen Kerl ranzumachen, der offensichtlich auf Kerle steht, und das dazu nicht mitzubekommen, sieht von aussen sehr spaßig aus…
  • Matsch gehört irgendwie zum Festival dazu. Ich wüsste garnicht, wie sowas ohne Matsch aussieht.
  • Die Verbindung von elektronischer Musik und Rockmusik ist fantastisch
  • Musiker haben alle tierisch einen an der Marmel. Und ich auch

Das Festival war insgesamt einfach ein Traum. Auch wenn so wenig Leute da waren und das echt schade war. Wer weiß, ob sowas nochmal stattfinden kann. Wird finanziell tierisch schwierig, denke ich mal. Aber den Leuten, die da waren, hat es gefallen. Uns auch. Und ich habe viele tolle Menschen kennengelernt. Mehr als sonst. Weil eben alles so familiär war.

Insgesamt hatte ich schon ewig nicht mehr ein so geiles Wochenende. Danke an die Musiker, an die Menschen, an den Beirzapfer, an die Streetworkertante und ganz zum Schluss an meine tollen Begleiterinnen. Ihr seid toll und ich weiß nicht, wie so ein Festival ohne euch gewesen wäre.

Danke.

3TB – one day after

Filed under: Allgemein,Alltag,Erlebtes,Externes,Gedankenwelt,Musikalisches — Smikey @ 11:17

Gestern war es endlich soweit. Die 3. Thüringer Bloglesung stand an und ich war wieder einmal dabei.

Meine Begleitung und ich schlugen leider erst kurz vor Beginn im Markt 11 auf. Bastih und co hatten schon fast einen Herzinfarkt bekommen, weil ich so spät war. Grund: Ich sollte beginnen zu lesen. Na prima. Aber dann hab ich es wenigstens hinter mir.

Aufgrund technischer Probleme verzögert sich das ganze noch eine Weile und ich darf mich solange wichtig fühlen, weil ich das erste Interview meines Lebens führe. Die Frage, ob ich aufgeregt bin hab ich mal entschieden mit “JAAA” beantwortet.

Und schon geht es los. Markus moderiert. Und schon muss ich da vor und die Menschen mit meinem Gefühlsexhibitionismus nerven. Cool, macht mir aber trotzdem Angst.

Ich beginne mit dem wohl persönlichsten Text, den ich bisher geschrieben habe und der auch immernoch auf seine Veröffentlichung wartet. Ob ich das tue, ich weiss es nicht. Aber es war wichtig, dass er mal gelesen wird. ReneS sagt, dass die Frauen angetan davon waren. Ich mein, ich mach das ja auch nicht zum Spaß. Ich war allerdings so aufgeregt, dass ich das nicht mitbekommen habe. Allerdings habe ich, als ich ab und an (sehr selten) aufgeschaut habe, ein unheimlich süßes Lächeln von Geradeaus vernommen. Hat mich ein bisschen aus der Bahn geworfen, aber ich hab versucht, mir das nicht anmerken zu lassen. ReneS war übrigens ähnlicher Ansicht. Gnihihi…

Der nächste Text den ich lese, ist “Schokopudding”. Ich habe einige Schmunzler von ein paar Mädels, auch von dem mit dem süßen Lächeln und einige Schmunzler von Bastih, der nur etwa 2 m von mir entfernt sitzt. Ich glaube, er war einer der einzigen, die den Wink mit dem Kettcar-Zaunspfahl verstanden haben Aber gut, dafür war er da. Der Zaunspfahl.

Der letzte Text ist “Hitch für Anfänger”. Der baut so schön auf “Schokopudding” auf. Ist mir allerdings erst aufgefallen, als ich die Texte gestern zusammengesucht habe. Aber gut. Die Po-Ente kommt wieder zu plötzlich und wieder weiß keiner, dass er jetzt schon klatschen soll. Ich bin fertig. Und es war gut. Und nun kann ich mich den Rest des Abends beruhigt hinsetzen und geniessen.

Als nächstes kommt das Kolumnistenschwein. Man muss politisch recht interessiert sein um seine Texte zu verstehen. Ich bin es und finde sie also wie immer großartig.

Danach pulsiv. Das Niveau sinkt. Sagt er selbst. Es geht um Titten, Analsex und Stress im Supermarkt. Ich habe gut gelacht. Und wer braucht schon Niveau. Meine Haut ist auch so zart genug.

Pause. Rauchen, Szenegetränke trinken und warten, dass es weitergeht.

Als nächstes kommt Rob. Ganz spontan. Sein Strip, nicht ganz so spontan, sondern vorsätzlich, lässt Mädels in Extase geraten. Tiefsinnig und gut sind seine Texte. Wusste ich vorher.

Sapere Aude ist an der Reihe. Es geht um Gott. Oder eben NICHT um Gott. Auf alle Fälle ist er Atheist und ich stimme ihm voll zu.

Der in die Bloglesung hineingevotete Geschichtenerzähler macht den Abschluss der 2. Runde. Und erzählt von Sandkastenspielchen der Politiker und Interviews mit Osama bin Laden. Und um Leberwurst. Sehr gute Ideen, aber mir leider FAST schon zu breitgetreten. Trotzdem Respekt. Sowas muss man sich erstmal einfallen lassen.

Pause. Das übliche Spiel.

Die dritte und letzte Runde wird eröffnet von Cuentacuentos. Eine Dame im besten Alter. Und aus Berlin. Extra angereist. Sie hat leider sehr leise Gesprochen, aber das, was ich verstanden habe, fand ich grandios. Tiefsinnig, gefühlsbetont und sehr sehr poetisch. Großartig.

Als letzter Bloggern lesenderweise ist Bastih nun an der Reihe. Er liest über Gefangensein in der Dixihölle, umgeben von einer Herde wahnsinniger Kühe und einen sehr sehr guten Text über Befreiung und Veränderung. Ich ertappe mich beim leichten Nicken, immer wenn er einen Gedanken beendet. Grandios. Nicht nur deshalb habe ich dem Zeitungsmädel nur gute Sachen von ihm erzählt. (bastih, für diese Aussage will ich nen Bier *g*)

Den krönenden Abschluss bildet jojo. Auf den Bloglesungen ist er immer vertreten, aber Cartoons lassen sich so schlecht vorlesen. Also hat er sich was überlegt und zeigt einen kleinen Cartoon-Film. Ich habe gut gelacht und nun endlich mal Nadini in real und live und so gesehen.

Schluss mit der Leserei, nun gehts ums ganze. Tombola.

Ich bin der erste, der etwas gewinnt. Und ich gewinne das, was prinzipiell sowieso jeder haben wollte. Mit der Nummer 43. Und zwar: *trommelwirbel*

WRESTLING-SAMMELKARTEN. Und eine ist vom Undertaker, na wenn das nix ist.

Der Rest gewinnt Bücher, Buttons, Computerspiele und Küsse von bastiH und Markus.

Nun ist aber wirklich Schluss und es geht ans Kennenlernen, ganz leicht zur guten Musik vom DJ Suga abschmoofen und Szenegetränke in sich kippen.

Es war also wieder sehr sehr gut. Ein schöner Abend mit tollen Bloggern, süßen Mädels, lustigen Anekdoten und tiefsinnigen Beiträgen, die einen nur zustimmen lassen.

Danke dafür.

hier die Meinung von anderen:

  • Presseartikel, und das Interview mit mir ist der Aufhänger. Na prima!

Gießen genießen.

Filed under: Allgemein,Erlebtes,Externes,Musikalisches — Smikey @ 10:13

Letztes Wochenende habe ich es getan. Zum allerersten Mal. Ich bin nämlich selbst und mit meinem eigenen Auto in das sogenannte “kapitalistische Ausland” gefahren. Nach “drüben” und raus aus der “Zone”.

Jap. Ich war in Gießen. In Hessen. Und weil sowas allein relativ doof ist, habe ich mir eine Begleitung gesucht.

Auf dem Plan stand, eine Freundin zu besuchen, die dort studiert. Oder jedenfalls an der Uni eingeschrieben ist.

Unser Trip begann am Freitag. 17.00. Geplant. Gegen 17.30 konnten wir dann endlich starten, nachdem uns das GourmetRestaurant mit dem großen M erstklassig versorgt hatte.

Meine Routenplanung war wie immer erstklassig. A4, A7, A5, A480, A485, die erste runter und dann links. Müsste passen. Die Durchführung war bis auf den kleinen Patzer von der A7 auf die A5 (was wirklich nicht ganz so einfach ist, wenn man da noch nie war) auch durchaus gut gelungen.

Allerdings wurden unsere Erwartungen an ein Schlaraffenland mit fliegenden Autos jenseits des Grünstreifens schnell zerstört. Die Straßen sind ja teilweise schlimmer als der Feldweg hinter meiner Wohnung. Aber was solls. Man soll ja nicht immer alles schlecht reden.

Fast pünktlich angekommen in Gießen. Primoes. Aufgrund meiner Orientierungskenntnisse und unseren Navi-Kaffeemaschinen-Super-Handys. So. genug des Eigenlobs. Freundin begrüßen war angesagt. Und Abendplanung vervollständigen.

Check.

Nach Marburg solls gehen. “Ghost of Tom Joad” (Hell Yeah) und andere tolle Bands angucken. Also aufauf und wieder rein ins Auto. Ich fahre. Und trinke nicht. Muss ich auch nicht, denn der Donnerstag war schlimm genug, dass ich also am Freitag auch großzügig auf Alkohol verzichten kann. Marburg ist toll. Auch wenn man erstmal nur den Bahnhof sieht und rechts daneben in einen kleinen Club namens “Nachtsalon” eintaucht. Scheint ne eingeschworene Gemeinschaft dort zu sein. Wir werden komisch angeschaut. Aber nur solange, bis wir uns mit der Barkeeperin anfreunden, die aussieht als wär sie Sarah Kuttners kleine Schwester (*schmacht*).

Eine Band hat abgesagt. Aber GottseiDank nicht Ghost of Tom Joad. Die spielen. Aber erst nach SINEW. Tolle Band. Noch nie was davon gehört aber klingen gut. Ich sollte öfter Musikmagazine lesen.

Und dann. *trommelwirbel*

Ghost of Tom Joad. Und sie sind grandios. Ok. Ohne Alkohol gehe ich beim tanzen nicht aus mir raus. Aber ich wippe gut mit und spüre die Vibes sowieso meist nur innerlich. Auf jeden Fall top. Noch eine nette Band mehr in meiner Sammlung.

Leider ist das ganze viel zu früh vorbei und nach einigen guten Unterhaltungen im Raucherraum (über Keller. Yeah! Im Ernst.) gehts auch wieder nach Hause. Aufgrund massiven bzw ausreichendem Alkoholkonsums seitens meiner Begleiter ist die Autofahrt dementsprechend ruhig. Nur ich bin wach. Is auch gut so.

Und so geht der erste Tag in Gießen zu Ende. Zwischennote: Top.

Tag 2. Er beginnt gegen Mittag. Nachvollziehbar. Und wir düsen in die Innenstadt. Shoppen, Bummeln oder was auch immer. Auf jeden Fall erstmal hin. Man sollte bedenken, auch wenn man schon eine halbe Ewigkeit in dieser Stadt studiert, sollte man seine Besucher nicht davon abhalten, trotzdem Fahrkarten für den Bus zu kaufen. Denn genau DANN wird man kontrolliert. Wir haben gekauft. Schlechtes Gewissen und so.

In der Innenstadt ist ganz schön was los. Meeeenschen über Menschen. Und Politiker. Wahlwerbung. Ich will auch ne Gerbera, aber nicht von der CDU. Und die Luftballons und Pappmützen von der SPD sind auch nicht der Brüller. Also gehen wir essen. Beim “Knolli”. Fastfood aus Kartoffeln. Wenn DAS mal nicht rockt.

Vollgefressen schleppen wir uns in ein Antiquariat. Einfach so. Staub, Schallplatten und Bücher über Bücher.

Antiquariat

Und ich hab eins davon gekauft. “Das Kapital”. Marx. Cool.

Als wir aus dem Laden wieder herauskommen, sind unsere Kehlen trocken. Vorallem meine.  Staub und so. Also tun wir das, was man tut, wenn man Durst hat. Trinken. Und wenn es nur ein niedliches 0,3er Weizen ist.

Kleines Weizen

Oh mein Gott. Das hat vielleicht gut getan. Aber genug gebummelt. Wir schniggen erstmal wieder in die WG.

Und schauen Film. “Crazy

Ein Film, der mich echt beeindruckt hat muss ich sagen. Und mich ausserdem in eine komische, leicht melancholische Stimmung gebracht hat. Ungünstig für den Abend, denn wir wollen ins Scarabee, ein Studentenschuppen, vor dem kleine Studentenführer in Gießen warnen wollen. Metalschuppen halt.

Es gibt Bier, Apfelwein und gute Musik. Finde ich. Die anderen beiden finden eher nur den Apfelwein und den Wodka gut. Aber gut. Man kann es nie jedem recht machen. Mir gefällts und ich fühle mich wohl. Zwischen langhaarigen Bombenlegern, Metalfrutten und dicken ÄrzteFanMädels. Aber ob man deswegen gleich Apfelwein mit Cola trinken muss, weiss ich auch nicht.

Ich treibe mich also eine Weile auf der Tanzfläche rum, während sich meine Begleiter auf der Suche nach was zu Essen gemacht haben. Draussen irgendwo. Sie scheinen was gefunden zu haben, denn sie stinken nach Knoblauch wie ein verbarrikadiertes Haus in Transilvanien. Naja. Hauptsache es hat geschmeckt.

Irgendwann muss jeder Abend zu Ende gehen und wir gehen mit. Nach Hause.

Der nächste Tag beginnt wieder der vorherige auch. Irgendwann gegen Mittag. Und es herrscht Aufbruchsstimmung. Man kann ja nicht ewig hier bleiben. Studieren und so.

Also machen wir uns wieder auf den Weg nach Eisenach. Und sind sogar so sozial und nehmen noch einen Eisenacher Studenten mit. Allerdings machen sich 75 PS mit 3 Insassen und Gepäck bergauf nicht soooo gut. Aber was solls. Hauptsache man kommt an. Und das sind wir. Nächster Halt: Eisenach. Yeah.

Es war also wieder ein großartiggrandiostolles Wochenende. Gerne wieder. Auch gerne ausserhalb der Zone.

Blinken im Frühling

Filed under: Allgemein,Aus eigener Feder,Gedankenwelt — Smikey @ 07:28

Es blinkt und mein Herz fängt wieder einmal an, schneller zu klopfen. OK, es ist nur das Fenster vom InstantMessenger auf meinem Laptop, dass mich so in helle Aufregung versetzt. Ein leises “Huhu” springt mir entgegen und ich weiß, welcher Name vor dem Doppelpunkt steht. Und ich freue mich. Mein Herz hüpft herum, wie bei einem Kind, wenn es das erste Mal länger aufbleiben darf.

Und es tut gut.

Irgendwie ist es naiv und teenagerlike über jeden Satz von ihr nachzudenken und zu versuchen, irgendetwas hinein zu interpretieren. Interpretiert man pessimistisch, ist man sowieso im Arsch. Und interpretiert man zu optimistisch, dann kommt irgendwann der große Knall. Am besten man macht das, was man als Mann immer macht. Lesen und abnicken. Nicht bewerten, erstmal nur hinnehmen.

Ich denke trotzdem nach. Über alles. Mal opti- mal pessimistischer. Der Masterplan.

Denn irgendwie ist er da. Er kam ganz plötzlich und nun ist er da. Mit Schmackes angekommen im neuen Jahr. Der Frühling. Wenn ich aus dem Fenster meines unaufgeräumten Zimmers blicke, grinst mich etwas an. Die Sonne. Sie grinst so sehr, dass sogar ich zurückgrinsen muss, weil es einfach gut tut, von ihr angelächelt zu werden.

Denn ich habe einen neuen Versuch gestartet. Einen Versuch, einen Teil meines Lebens wieder in eine geordnete Bahn zu bringen. Gut, Single sein kann auch relativ geordnet ablaufen und eine Beziehung kann auch durchaus im totalen Chaos enden. Aber ich denke ihr wisst was ich meine. Endorphine und so. Körpereigen.

Ich spüre keinen Hauch von Frühjahrsmüdigkeit. Ich bin wach. Und endorphiniert.

2:1

Filed under: Allgemein — Smikey @ 22:41

Happy End. Der Film ist zu Ende und man sollte sich mit den fiktiven Menschen freuen, wenn sie sich am Ende leidenschaftlich küssen. Und dann sollte man sich mit einem inneren Glücksgefühl  zu seinem persönlichen Happy End rumdrehen und den einzig richtigen Schritt tun.
Und warum tut man das nicht? Weil eben dieses Happy End nicht da ist. Man sitzt allein auf der Couch und versinkt in Melancholie und Selbstmitleid, weil sich wieder zwei gefunden haben. Im Film, klar, aber gefunden ist nunmal gefunden.

Kein Glücksgefühl, denn das einzige was mit einem auf dem Sofa sitzt ist der eigene Schatten, der einen bedrohlich verfolgt und wie ein Damokles-Schwert über einem hängt und immer zu fallen droht, wenn man es am wenigsten braucht.
Einsamkeit. Ich möchte es eigentlich nicht so nennen aber ich denke es ist genau das, was ich meine.

Einsamkeit allein ist Einsamkeit. Einsamkeit unter Menschen ist Tristess.

Und genau das sind diese Momente, vor denen ich mich immer fürchte, sie aber trotzdem immer wieder erlebe. Und irgendwie geniesse ich sie auch ein wenig. Das ganze auf und ab. Der Kampf und die Niederlage.

Doch gibt es hier einen, der kannte das auch und wünscht Glück.

Der Sturz in die Tiefen der Melancholie ist einer der Momente, die mich merken lassen, dass ich noch lebe.
Und ich kämpfe wieder. Und ich werde besser. Mal um Mal.

Und was man verdient, ist nicht was man bekommt. Willkommen an der Front.

Vielleicht ist es schon dieses Mal soweit, dass ich an der Reihe bin.

Für mein persönliches Happy End.

Dann heißt es 2:1 für mich. Gewonnen.

Jux und Dollerei

Filed under: Allgemein — Smikey @ 14:50

“Ich mach das doch nicht aus Jux und Dollerei”.

Das ist der Satz der mir in den letzten Wochen immer wieder durch den Kopf gegangen ist. Aber irgendwie schein ich es doch getan zu haben. Bastih hat das letztens schon so grandios tiefsinnig beschrieben.

Ich habe es filmreif veranstaltet. Wie jedes Mal. Nur diesmal noch viel spektakulärer. Ich hole meine Körbe nicht irgendwann ab, nein.

Ich mach das am Valentinstag. Na das ist doch mal was.

Zwei Monate lang habe ich versucht, gehofft und gearbeitet. An der “Beziehung”. Ich hatte ein gutes Gefühl bei der Sache. Eine lange Zeit. Und es hat unfassbar gut getan.

Ich habe grandiose Geschenke gemacht, sie zum Lachen gebracht. Ich habe sie sogar zum Weinen gebracht, aber im positiven Sinne. Ich war wie immer kein Arschloch und trotzdem funktioniert es nicht.

Es reicht nicht. Irgendetwas reicht einfach nicht. Dass der Mut dazugehört weiß ich schon. Aber ohne den kleinen Stoß von hinten klappt es bei mir einfach nicht. Manchmal weiß ich ganz genau was zu tun wäre und tue es aber nicht. Weil ich feige bin. Zu feige. Und ich begreife nicht warum.

Und nun ist es wieder vorbei. Nicht, dass die ganze Liebesmühe umsonst gewesen wäre. Nein. Ich habe wieder einen wundervollen Menschen mehr an meiner Seite. Eingereiht in die Riege der Frauen, die bis jetzt die Quote erfüllt haben. Und auch das kann toll sein.

Ich bin nicht traurig, nur ein wenig wütend auf mich selbst, weil es wieder nicht funktioniert hat. Aber trotzdem bin ich glücklich. Glücklich, weil ich weiß, dass ich es versucht habe. Mit Mut und Gefühl.

Und nicht aus Jux und Dollerei.

Auf ein Neues! Andere Töchter und so…

Wenn der Mut nicht reicht.

Filed under: Allgemein — Smikey @ 15:34

You can lay your worries down and stay with me.

Ich habe Kopf. Aber im positiven Sinne. Da Schmetterlinge sich bekanntlich eher im Bauch aufhalten, muss in meinem Kopf etwas anderes sein. Ein Bild, ein Name, ein Gedanke. Und er tut gut. Wahnsinnig gut. Auch wenn es zur Zeit nur ein Gedanke ist.
In meinem Kopf ist schon Frühling und das schon seit fast 2 Monaten. Doch der Sommer will sich nicht wirklich anschliessen. Und warum? Weil der Mut fehlt. Bei mir. Bei ihr vielleicht auch.
Manchmal glaube ich wir drehen uns auf der Stelle, gehen zwei Schritte zurück und einen wieder vor. Wir stecken fest im Reich des fehlenden Mutes. Wir stehen uns gegenüber und wir beide wissen, was zu tun ist, wenn wir es wirklich wollen.
Kann uns nicht einmal jemand einen Stoß geben?

Übermorgen ist schon nächstes Jahr

Filed under: Allgemein — Smikey @ 14:52

Es ist wieder soweit. Ein weiteres Jahr in unseren Leben neigt sich dem Ende zu und wie immer trage ich mein persönliches Fazit bei, wenn der Herr Kerner und der Herr Jauch mich schon nicht berücksichtigt haben.

Das Jahr begann komischerweise wie immer… Mit Raketen, die es begrüßen sollten. Da ich mir auch letztes Jahr schon vorgenommen habe, mir nichts vorzunehmen, hatte ich auch keine Angst davor.

Studium in Eisenach ist immernoch toll und es ist umso toller, je mehr tolle Menschen man dort kennenlernt. Und ich habe kennengelernt. HolladieWaldfee.
Allerdings ist der ganze Frühling wohl an mir vorbeigezogen. Das einzige woran ich mich wirklich erinnere, sind meine ersten Konzerte mit meiner Band, den “Free New Ones” und die grandiose Bloglesung im Mai. Die war so grandios, dass man die Auswirkungen auch um meinen Blog herum mitbekommen hat. Ich habe so viele Sachen geschrieben, die wirklich von den tiefsten Tiefen meiner Seele kamen und es gut war, sie loszuwerden.

Das ist jetzt immernoch so. Ich schreibe um nicht vor Gedanken zu platzen. Guten wie schlechten.

Der Sommer war wie immer spektakulär. Highfield und ChiemseeReggaeSummer. Die wahnsinnigen Höhepunkte meines Sommers. Wer dabei war, kann es nachvollziehen, wer nicht, hat wie immer nicht ganz so viel Glück gehabt wie wir.

Nach dem Sommer gings mental wie immer bergab. Herbst und so. Sowas braucht doch keiner. Und schon bin ich 20. Das machts auch nicht besser. Aber schlechter irgendwie auch nicht. Nur dass es Menschen gibt, die mich immernoch auf junge 15 Jahre geschätzt haben. Und das tut einem gutaussehenden Basissten ziemlich treffen, sag ich euch. Klein aber oho sag ich nur.

Nach meinem Geburtstag gings dann auch schon wieder stark auf Weihnachten zu. Weihnachten, das Fest der … blabla.. Nicht ganz mein Ding. Essen bis zum Umfallen und nett dabei grinsen. Nunja. Ist ja auch vorbei gegangen und ich habe tolle Geschenke bekommen. Von Konzertkarten bis zu gemalten Bildern. Ich bin tierisch begeistert und freue mich über alles. Verschenkt habe ich auch was. Aber das ist nicht erwähnenswert.

Nun ist das Jahr rum und es gäbe so viel zu erzählen, wenn ichs nicht schon im Laufe des Jahres gemacht hätte. Im nächsten Jahr wird sich sicher auch viel tun.

Der Blog wird 3 Jahre alt und das Niveau steigt weiter ins Unermessliche. Ich werde 21 und darf somit in allen Herren Ländern alles machen aber auch für alles bestraft werden. Meine Band wird auch ihr einjähriges Jubiläum haben und das auch gehörig feiern.

Mein Horoskop hat ganz gute Sachen über die ganz persönlichen und intimen Dinge meines Lebens vorhergesagt.

Wir werden sehn was uns das Jahr 2009 außer Wahlen noch so bringt.

Euch allen einen Guten Rutsch und macht nicht so dolle…

Heimfahrt

Filed under: Allgemein — Smikey @ 13:18

Zu dieser Geschichte muss ich sagen, dass auch sie nicht von mir ist. Sondern von meinem Dad. Und das ganze ist schon ziemlich lange her. Tief im Schrank versteckt lag sie jahrelang herum und nun hat er sie mir zur Verwendung überlassen. Erstaunlich ist, wie sich unsere Schreibstile doch ähneln, ohne dass ich jemals etwas von ihm gelesen habe.

 

Wieder sitze ich im Zug, starre vor mich hin und versuche an etwas anderes zu denken als an das gerade vergangene Wochenende. Noch vor wenigen Minuten war ich zufrieden und glücklich, denn ich hielt dich in meinen Armen. Doch sie waren nicht stark genug um gegen die Zeit zu bestehen, die erbarmungslos gegen uns zu sein scheint. Irgendwann würde der Schaffner den alles beendenden Pfiff von sich geben. Dann heißt es wieder einmal einen letzten Kuss für die nächsten 14 Tage mit auf die Fahrt nehmen, die Tür schließen und dich auf dem Bahnsteig verschwinden sehen.

Nun sitze ich also hier und denke nach, wie ich die Zeit bis zu unserem nächsten Wiedersehen verbringen werde. Noch schlimmer aber ist der Gedanke an das, was ich nicht weiß. Was machst du in meiner Abwesenheit und wird es überhaupt ein Wiedersehen geben? Ich versuche diese dunklen und unsinnigen Gedanken zu verdrängen aber irgendwo, ganz weit hinten, bleiben sie doch fest hängen.

So fahre ich also in Richtung Heimat was zugleich Einsamkeit bedeutet und die Zeit scheint das, was sie am Wochenende herausgearbeitet hat, wieder verbummeln zu wollen. Auf dem nächsten Bahnhof umsteigen und immer weiter von dir fort bis ich endlich müde und mit gedrückter Laune zu Hause ankomme und in mein Bett falle. Noch einmal fliegen die Bilder eines schönen Wochenendes zu zweit an mir vorbei, worüber ich mehr oder minder ruhig einschlafe…

« Vorherige SeiteNächste Seite »