Du bist nicht mehr mein Freund!

Filed under: Aus eigener Feder,Erlebtes — Smikey @ 20:07

Ich war ja schon einige Male in Coburg feiern, und auch schon einmal aufm SambaFestival, aber was uns dieses Jahr passiert ist, das schießt echt den Vogel ab. Passt mal auf:

SambaFestival in Coburg. Das klingt immer nach einer ganzen Menge Spaß. Und viel Musik. Und Bier. Und natürlich, nicht zu verachten, Frauen. Das hat mich natürlich fasziniert und ich hab meinen Kumpel geschnappt und bin Richtung Süden gestartet. Natürlich nicht, ohne vorher von seiner Mutter zu hören, dass ich bitte gut auf ihren Sohn aufpassen soll. Er ist ja nur 5 Jahre älter als ich. Sollte er auch alleine schaffen. Dachte ich.

Wir kamen gegen 7 in der WG meines alten Studienkollegen an und berieten, wie wir den Abend denn nun starten sollten. Als ich aus dem Fenster schaute, bemerkte ich die nette junge blonde Nachbarin am Fenster auf der anderen Straßenseite. “Süß…”, sagte ich und im nächsten Moment stehen mein Kumpel, zwei Studienkollegen, ein weiterer Sonneberger und ich im Wohnzimmer und begutachten die Nachbarin. Sah mit Sicherheit ziemlich verrückt aus, aber uns hat ja keiner gesehen. Glaube ich.

Wir zogen in die Innenstadt und verteilten uns. Das Bier floss, der Spaß stieg und wir lernten Leute kennen. Unter anderem 2 nette Mädels und ihre Familien, ein Mädel davon auffallend blond und auch so sehr gut aussehend. Wir unterhielten uns gut, immerhin fuhren sie Motorrad. Perfekt, das war ja genau unsere Kragenweite. Und so.

Irgendwann gegen Mitternacht, ich verpflegte gerade den Biertisch mit Kartoffelecken, hörten wir ein Glas splittern. Ich wurde nass am Rücken. Ich drehte mich rum und sah meinen Kumpel mit erhobenen Händen in der Gegend rumstehen. Ok, dachte ich, hat er das Glas fallen lassen. Als er mit blutender Hand neben mir stand, dachte ich auch noch, dass er sich beim Fallenlassen in die Hand geschnitten hat. Idiot.

Aber falsch gedacht. Nein, er hat eine mit nem Bierkrug übergezogen bekommen. Und noch eine Faust mitten ins Gesicht. Warum ist bis heute noch nicht ganz klar, Ermittlungen laufen.

Sein Ohr sah aber verdammt mitgenommen aus und er hat geblutet wie ein angestochenes Schwein. Ok, leicht übertrieben, aber es war echt unschön. Er ließ sich also von Sanitätern verarzten, bekam einen netten MullTurban und wurde von den durchaus netten Polizeimeisterinnen Annika und Sophie zum Vorfall interviewt. Während ich durch die halbe Innenstadt gerannt bin, um seine KrankenKassenKarte aus der Wohnung zu holen, beriet er mit den Sanitätern, dass wir nicht zum Klinikum laufen, geschweige denn ein Taxi bezahlen, um ihm sein Ohr wieder an die richtige Stelle nähen zu lassen. Sie ließen sich erweichen und besorgten einen Krankenwagen. Wir zwängten uns durch die Menschenmengen zum RTW, mein Kumpel verschwand mit einem Sani hinteren und ich mit dem anderen im vorderen Teil des Wagens. Gut, werden wir also doch gefahren.

Plötzlich schaut mich der Fahrer an und meint: “Sagen Sie mal, kommen Sie von hier? Und wissen Sie, wo’s zum Klinikum geht?” – “Ähm, nein? Wir sind von ganz woanders… Wo kommen Sie denn her?” – “Wir kommen gerade aus Lichtenfels. Naja, wir werden die Klinik schon finden…” — Na prima, das kann ja heiter werden.

Wir schafften es doch bis in die Klinik und die Nachtschwester war einigermaßen begeistert, dass wir beide redegewandt, aufrecht laufend und bester Laune waren. Im Gegensatz zu einigen anderen Patienten, die bewusstlos auf den Liegen im Gang lagen. “Ich muss hier mal genäht werden…” Ok, also in den Behandlungsraum, mein Kumpel auf die Pritsche und ich auf den Stuhl im Vorraum. Die Ärztin kam hinein und wirkte, als wäre sie soeben aus dem Bereitschaftsraum aufgestanden und noch nicht ganz wach. Sie war trotzdem souverän: “Also, wenn ich das jetzt betäube, dann schwillt das alles an und man weiß nicht mehr, was wo hin gehört. Stört es Sie, wenn wir das ohne Betäubung wieder annähen?” – “Kein Problem, die Hauptsache ist, dass es wieder genauso schön wird, wie es vorher auch wahr”, erwiderte mein Kumpel.

Nachdem er seine 10 Euro für die Notfallbehandlung abgedrückt hat (“Wenn in den nächsten 3 Monaten noch ein Notfall auftritt, brauchen Sie das aber nicht nochmal zahlen!” – Ui, toll.), verschwanden wir gegen 2 aus der Klinik und wanderten wieder Richtung Innenstadt. Auf den Schreck erstmal nen Absacker “bei Adam”, der tollen RockerPunkerKneipe, mit der ich schon öfters Bekanntschaft gemacht hab. Wir haben unser Glas noch nicht ganz zum Mund geführt, da klingelt das Telefon. Polizei. Wir sollen doch bitte nochmal auf die Polizeistation kommen. 4km entfernt. Holen können sie uns nicht. Top. Wir bezahlen und wandern wieder los. Quer durch Coburg, wir wissen ja nicht genau wohin. Die beiden Polizisten auf dem Weg (Polizeimeisterin Sophie wieder dabei, sie erkennt uns wieder) kommen aber immernoch aus Nürnberg und die Straße mit der Polizeistation ist nicht auf ihrem ausgedruckten Stadtplan. Nach Rücksprache mit der Wache müssen wir aber immernoch laufen, auch wenn Sophie ziemlich leid tut.

In Coburg nach dem Weg fragen, Freitag Nacht um 2, wo die Hälfte der Menschen nicht aus Coburg kommt und alle betrunken sind. Da können aus 4 km auch mal schnell 5-7 werden. Aber wir kommen trotzdem irgendwann bei der Polizei an. Man erkennt uns. “Sie sind der mit dem Ohr!”. Richtig. Aber die Polizisten, die zuständig sind, sind schon weg, aber Fotos können noch gemacht werden. Perfekt, hätte er auch über Facebook bekommen können. Und überhaupt wär das Foto viel spektakulärer gewesen, hätte man es vor der OP gemacht. Gut, was solls. Nach Hause fahren darf man uns auch nicht, wir laufen wieder los und kommen gegen halb 5 wieder an der Wohnung an. Die Innenstadt ist leer, unsere Leute pennen und auch so nicht mehr viel zu wollen. Wir trinken einen Absacker in der Bar unter der Wohnung, verbreiten voller Stolz unsere Geschichte über den Abend und kommen noch ein wenig rum. Aber irgendwann ist auch für uns Schluss. Wir gehen schlafen.

Am nächsten Tag beginnt alles so, wie der Abend schon begonnen hat. Wir stehen am Fenster und schauen auf die nette Blondine von gegenüber, bis es mir einfällt: “Das ist doch die Kira von gestern Abend!”, das Mädchen, mit der wir den Abend bis zum Zwischenfall verbracht waren. Motorradfahrerin mit Familie und so. Wir reißen die Fenster auf und schreien ihr und der Familie einen Guten Morgen herüber. Sie lacht und erwidert den Gruß. Ich glaube aber, sie dachte eher “Oh Gott, die gleichen Idioten wie gestern Abend.”. Aber lustig war es trotzdem.

Ich packe meinen Kumpel ein und wir verschwinden wieder Richtung Norden in die Heimat. Auch wenn wir geschworen haben, wieder zu kommen. War ja doch ganz gut. In Coburg.

Daheim angekommen musste ich natürlich beichten, dass ich meinen Kumpel leicht lädiert wieder mitgebracht habe.

Allerdings konnten wir berichten, dass er sich nicht geprügelt hat. Nachdem er den Bierkrug und die Faust abbekommen hat, ist er nur aufgestanden und hat im Weggehen das einzig Wahre ausgesprochen:

“Du bist nicht mehr mein Freund…”

 

 

Eine halbe Dekade… [5. Blogsday]

Filed under: Allgemein,Erlebtes — Smikey @ 12:57

Es ist soweit. Mit über 200 Beiträgen und über 1000 Kommentaren feiert dieser Blog hier und heute seinen 5. Geburtstag.

Das letzte Jahr hat wie immer viel gebracht. Ja, ich weiß, ich blogge viel zu wenig und mit viel zu großen Abständen, aber ich verspreche wieder, mich zu ändern. Vielleicht schaffe ich es ja diesmal. Bestimmt. Es gibt ja immer genug zu erzählen. Auch abgesehen von abstrusen Frauengeschichten. Glaube ich zumindest.

Auch wenn wir es noch nicht geschafft haben, wieder eine ThüringerBlogLesung auf die Beine zu stellen, hoffe ich, dass wir es in diesem Jahr wieder hinbekommen. Dafür war ich im letzten Jahr aber auf einem grandiosen TweetUp im Paradies (Jena) und auf einem mindestens genauso tollen Bloggertreffen in Karlsruhe. Ich stehe darauf, verrückte Menschen zu treffen. Und Blogger sind das mit Sicherheit. Also: Ladet mich ein, ich komme vorbei!

So. Auf die zweite Hälfte der BlogDekade. Es wird noch grandioser und ausgeflippter und rumhuriger als sonst. Und…LOS!

Südafrika

Filed under: Aus eigener Feder,Erlebtes — Smikey @ 14:17

Erinnert ihr euch an euer erstes Interesse am anderen Geschlecht? Ich schon. Ziemlich genau sogar. Das ganze ist mittlerweile über 10 Jahre her. Damals ging ich in die erste oder zweite Klasse der Grundschule in meinem Heimatdorf. Und als ich dort so eines Tages auf dem Flur stand, lief sie an mir vorbei. Sie, einige Klassen über mir, mit einem rückenfreien Top. An diesem Tag hat es mich erwischt. Ich war ihr damals sofort verfallen. Das erste Mädel, welches ich jemals toll fand, auch wenn ich nie ein Wort mit ihr gewechselt habe.

Bis vor 3 Tagen. Da geschah es auf eine sehr komische und zugleich irgendwie tragische Weise. Wir hatten verschiedene Veranstaltungen bei uns im Dorf und ich war natürlich ganz groß dabei. Und eines Abends wurde ich überrumpelt:

Ich stand ganz gemütlich in der Gegend rum, schlürfte Wodka-O und lauschte der Musik der Band. Alles wie immer also. Doch dann, plötzlich, tippte mir jemand auf die Schulter. Ich sah ihn an und erkannte ihn als den Mann einer Bekannten, der allerdings schon den “Ein-Bier-zuviel”-Blick drauf hatte. Kein Problem, ich hatte ja auch nicht meinen ersten Wodka-O in der Hand. Und er fing an zu reden.

“Wir kennen uns doch von da-und-da, oder?”

Irgendwo her wollte er mich genau kennen. Tat er aber nicht. Aber lustig wars trotzdem. Und dann kam er auf den Punkt, den er eigentlich ansprechen wollte, mal abgesehen vom Vorgeplänkel: “Achja, du kennst doch die kleine Schwester meiner Frau, oder? Die findet dich eigentlich recht toll. Lad sie doch mal auf nen Drink ein.”

Klar kannte ich die. Wie gesagt, damals in der Grundschule.

In dem Moment taucht seine Frau auf, nimmt mich zur Seite und meint “Hey, lass dich nicht vollquatschen, er ist betrunken.” – “Kein Problem, ich auch.”, antwortete ich wahrheitsgemäß. “Na dann ist ja gut. Und achja, das mit meiner kleinen Schwester stimmt. Lad sie mal ein, tanzt mal und so.” Das klang doch erstmal vielversprechend, warum eigentlich nicht. Die Chance sollte man(n) ja nutzen.

“Und achja, sie fliegt morgen für ein halbes Jahr nach Südafrika.”

Weil Matze es kann…

Filed under: Erlebtes,Gedankenwelt,Musikalisches — Smikey @ 21:04

Letzten Donnerstag war es so weit. Nach 3 Jahren konnte ich endlich mal wieder Senore Matze Rossi live hören. Eines meiner großen Vorbilder, einer der besten und tollsten Menschen der Welt.

Uni-K.U.M. Erfurt. Ich bin mit einer Freundin angereist und wir betreten als erste Menschen den Laden. Komische Sache. Matze ist mit Band auf der Bühne und soundcheckt noch rum. Ich freu mich jetzt schon wie Bolle. Ausgestattet mit Bier warten wir auf weitere Gäste und den Beginn. Eine Stunde später haben sich zwar nur ca 20 Menschen eingefunden, aber Matze beginnt. Wie in guten alten Zeiten mit Gitarre und Mundharmonika. Er ist gesundheitlich angeschlagen, lässt sich aber nichts anmerken. Ich bin schon nach den ersten Liedern absolut begeistert. Lieder, die mich schon durch manche Nacht begleitet haben und regelmäßig auf meinen Mixtapes auftauchen. Toll. Irgendwann steigt die Band mit ein und es wird rockiger. Und immernoch grandios. Der Bassist ist ruhig und fühlt den Beat, der Gitarrist hat ein wenig getrunken und den Schlagzeuger sieht man fast garnicht. Aber Matze nimmt man alles ab. Alles was er sagt, alles was er singt. Sogar, dass sein Kumpel im Drogenrausch einen Wanddurchbruch zu den Nachbarn gemacht hat. Ob es wahr ist, weiß keiner. Aber wären gute Geschichten schlechter, nur weil sie nicht wahr sind? Ich glaube es nicht.

Auch wenn mir die Stücke der neuen EP nur zum Teil zusagen, bin ich absolut begeistert. Und die Menschen um mich herum auch. Jeder wippt langsam vor sich hin, keine enthusiastischen Schreie oder nackte Brüste. Alle in sich gekehrt und der Musik zugewandt. Toll. Musik zum Nachdenken. Musik zum Fühlen.

Ich mag es. Und ich werde wiederkommen.

Unter Strom.

Filed under: Alltag,Erlebtes — Smikey @ 18:04

Also entweder will man uns langsam aber sicher von hier vertreiben oder wir gehören einfach so nicht mehr zur Zivilisation.

Nachdem schon in den letzten Wochen der Strom mehrmals durch Baumumfallen gestört und auch schon über mehrere Stunden (10 an der Zahl) ausgefallen war, wurde heute der bisherige Rekord um 2h gebrochen. Über Nacht keinen Strom ist ja insofern noch akzeptabel, weil man ihn da im Normalfall nicht brauch. Mal ganz abgesehen davon, dass die Heizung dann natürlich auch nicht funktioniert und es auf Dauer arschkalt wird.

Aber hier war heute von 4 Uhr morgens bis 16 Uhr kein Strom. Tolle Wurst. Ohne warmes Wasser duscht es sich ziemlich beschissen und ohne Fön/Haartrockner sieht man danach sowieso aus wie ein geplatzter Hamster. Alles annehmbar, wenn man sowieso nicht aus dem Haus muss. Und dann sitzt man vor den rohen Schnitzeln wie das Schwein vorm Uhrwerk. Die werden nicht gar. Egal, wie heiß man sie anschaut. Kann man machen was man will. Über die fehlende Wärme will ich garnichts weiter sagen. 10 Grad im Zimmer ist schon hart an der Grenze. Da helfen nur gefühlte drölf Paar Socken, siebentausend Pullover und Unterwäsche, wie man sie sonst nur aus AntarktisDokumentationen auf N24 kennt.

Aber das allerallerallerfatalste: Das Internet geht nicht. Ihr wisst ja garnicht, wie schlimm das ist. Ich lebe ja quasi in diesem Internet. Und obwohl es hier aussieht wie in einer Hehlerbude mit Laptops und anderer Technik, nützt auch der beste UMTS-Stick nichts, wenn nach ca 3-4h alle Akkus sämtlicher Laptops leer sind. Und was tut man dann? WAS TUT MAN DANN?

Mein Kumpel meinte, ich solle einfach anfangen zu trinken. Alkohol. Auch wenn das natürlich morgens um 11 gesellschaftlich noch nicht ganz anerkannt zu sein scheint. Aber ohne Strom kann ich leider auch auf keine Uhr gucken. Und da könnte man ja schonmal vorsorglich anfangen zu trinken. Nach vielen Stunden erschien mir der Plan auch immer besser. Ich bin aber (fast) hart geblieben. Den Nachmittag hab ich im Bett verbracht. Wobei ich das ja nach Aussagen verschiedener voneinander unabhängiger Stellen sowieso immer tue. Ich bin ja immerhin Student.

Jetzt sind wir auf jeden Fall in der Zivilisation angekommen. Der Plan für die nächsten Tage: Alle Akkus konstant geladen im Anschlag haben und CampingKocher für Glühwein besorgen. Man muss ja vorbereitet sein.

Achja. Ich brauche übrigens einen Hamster, der bei Stromausfall meine Schallplatte am Laufen hält. Ich nenne ihn dann “Stromtierchen”

Grinsen und Glühwein.

Filed under: Allgemein,Aus eigener Feder,Erlebtes,Gedankenwelt — Smikey @ 17:44

Unsere Dozentin zeigte uns heute die bekannte optische Täuschung mit dem Bilder der alten/jungen Frau. Kennt ihr sicherlich. Wenn nicht. Nachschauen. Auf jeden Fall meinte sie, dass sie an Tagen, an denen sie gut drauf ist, immer zuerst die junge Frau sieht.

Ich schaute das Bild an und brauchte ein paar Sekunden, bis ich mich so konzentriert hatte, die alte Dame zu sehen. Vorher nur die junge Frau. Bin ich gut drauf? Ich glaube schon. Ich laufe seit ein paar Tagen mit einem Grinsen durch die Welt, dass man denken könnte, mir sei die Fresse von der Kälte festgefroren. Aber nein! Mir geht es wirklich gut. Ich hatte ein grandioses Wochenende. Ich sage nur: Glühwein, BenjaminBlümchenTorte, Kekse, Kaffee. Und das über Stunden. Seitdem bekomme ich das Lächeln nicht aus dem Gesicht. Nicht vordergründig wegen der Sachen, die ich in mich reingeschaufelt habe, sondern natürlich wegen der Person, die mir dabei Gesellschaft geleistet hat. Oder ich ihr. Oder wir uns. Ein grandioser Nachmittag, der meine Laune und meinen Tatendrang in die Höhe schießen lies. Prima.

Ich denke sogar darüber nach, dieses Jahr zu Weihnachten, Dinge zu verschenken. Mache ich eigentlich schon lange nicht mehr. Weil, weil, weil,  ich bestimmt ein egoistisches Arschloch in der Hinsicht bin. Aber dieses Jahr nicht. Die potentiell zu verschenkenden Geschenke sind von 0 auf 1 gestiegen. Ihr wisst schon. Und so.

Ansonsten geht die Glühweinsaison jetzt los. Adventsfenstermäßig. So eine Art Adventskalender im Dorf. 24 Tage, 24 Häuser, 24 Mal Glühwein und Fettbrote. Für lau. 24 Mal kein Abendessen daheim. 24 Mal nette Leute treffen.

Der Dezember wird heiß, Leute. Im Ofen, im Becher, im Herz.

Schnaps(zahl)-Geburtstag

Filed under: Erlebtes — Smikey @ 16:19

Vielleicht habt ihr es ja mitbekommen. Aber ich bin ja wieder ein Jahr älter geworden. Wie jedes Jahr. Ist verrückt.

Und da Koks, Nutten und Luxuskreuzfahrten sind ja nun ein wenig zu teuer für die Leute, die mich beschenken wollen. Und ob sie das machen würden, ist ja eine ganz andere Frage. Aber in die richtige Richtung konnte ich sie lenken. Ich habe nämlich, und nun kommts, *trommelwirbel*, ein FEUERZEUG bekommen. Ok. Bestellt hab ich es. Bezahlt isses noch nicht. Aber funktionieren tut es prima. Ein echtes Zippo. Mit rotem Stern und nem Spermium. Und so. Revolution. Ihr wisst ja, wie ich bin.

Ansonsten scheine ich geschenketechnisch ein recht einseitiges Image zu haben. Es gab Schnaps. Viel Schnaps. Ich mein, es geht ja schon in die Koks-Nutten-Richtung. Aber es war viel Schnapps. Obstler, Kräuterschnapps, Kirschlikör, Whisky, Wodka. Und Schnapsgläser. Leute. Ich mein, ich liebe Schnaps und ich freu mich auch wirklich. Aber das ist doch purer Eigennutz. Entweder sie wollen mittrinken (echter purer Eigennutz) oder sie wollen mich betrunken und gefügig machen (indirekter Eigennutz). Beides natürlich völlig in Ordnung. Danke.

Aber gefeiert haben wir. Am Samstag. 40Mann, 3 MitFeierer und ich war der einzige, der wirklich schon dieses Jahr Geburtstag hatte und durfte das Buffet eröffnen. Leute, das Buffet. Das war das Paradies. Neben dem Schnaps. Schnitzel, Steak, Würstchen, SpareRips, Klöpse, Hähnchen. Soviel kann man doch garnicht essen. Also ausser manche. Und es gab Schokolade im Blätterteig. Das war ja der pure Geschmacksorgasmus.

Alles in allem war also alles prima. Ich bin ein Jahr älter, ein Jahr näher an der Rente (zurzeit 45 Jahre), ich habe schön gefeiert, wichtige Menschen getroffen, viel gelacht, viel ge*hach*t. Danke dafür.

Die zweite Woche…

Filed under: Allgemeines,Erlebtes,Gedankenwelt — Smikey @ 17:11

Ich will ja nicht über jede einzelne Woche berichten, aber ich denke, diese war wichtig.
Nachdem ich im neuen Studium in der ersten Woche ja nur gefeiert, getrunken und kennengelernt habe, lief die zweite natürlich GANZ anders ab. Nämlich mit den ersten Vorlesungen. Kennengelernt wurde zwar auch weiterhin (und wie ich gehört habe, wurde auch getrunken und gefeiert), aber im Vordergrund stand diesmal das Lernen. Ja, Kinners, das Lernen.

Über Fächer wie Mathe und Englisch sag ich jetzt mal nicht viel. Ihr kennt mich. Das sollte zu schaffen sein. Aber die anderen, zum Beispiel Marketing, Medienpsychologie, Medienkonzeption, Medienentwicklung und Medienregulierung. Das sind ja mal schnieke Sachen. Unfassbar interessant. Und das sag ich nach den ersten Vorlesungen. Medienregulierung fasziniert mich ja bisher am meisten. Ihr wisst ja, dass ich nen Faible für Politik habe. Das ist genau mein Ding.

Zusammengefasst: Unfassbar viele Frauen, unfassbar interessante Fächer. Ich bin un- warte… warte… -FASSBAR zufrieden…

Mandala-Malen

Filed under: Allgemein,Erlebtes — Smikey @ 10:29

Ihr vermisst mich, oder? Kann ich verstehen.

Aber zur Zeit gehts hier drunter und drüber. Mal abgesehen von meinem Leben als unfassbar bekannter Rockstar und so habe ich ja teilweise auch noch andere Sachen zu tun. Ich studiere. Hauptberuflich, auch wenn mir das keiner so richtig abnimmt.

Und wie ich gestern erfahren habe, studiere ich weiter. Viel weiter. Ich habe nämlich gestern meine Zusage für einen Studienplatz an der TU Ilmenau bekommen. “Angewandte Medienwissenschaften”. Klingt gut, klingt nach Medien, klingt nach was, was mir ziemlich gefallen könnte. Ich bin ja eine Medienhure, wie ihr alle wisst.

Nach den ersten unfassbaren Glückwünschen, Heiratsanträgen und dummen Witzen über Dauerstudenten wurde ich von einer Studentin im Kreis der Mandala-Maler begrüßt. “Angewandte Medienwissenschaften” ist nämlich ein Mädchenstudien gang. Verzeiht mir den Wortwitz, aber “Angewandte Mädchenwissenschaften” liegt mir einfach auf der Zunge. Ca 70% Frauenquote, Hauptfächer: Mandala-Malen, Kartoffeldruck, Namen tanzen, Singen und Klatschen. Wenn das mal nicht das absolut perfekte Studium für mich ist, dann weiss ich ja auch nicht weiter.

Es geht voran. Der großen Karriere steht nichts mehr im Weg.

Und wenn ich Glück habe, kann ich diesen Weg sogar demnächst mit einem Motorrad bestreiten. Ich, der Rockstar.

Möpse, Moppeds und Musik.

Filed under: Aus eigener Feder,Erlebtes,Musikalisches — Smikey @ 09:04

“Was heisst ‘Orgasmus’ auf Sächsisch?” – “Ferdsch!”

So oder so ähnlich begann unsere Motorrad-Familientour am letzten Freitag. Familientour ist natürlich nur eine schöne Umschreibung für uns harte Kerle. Rocker, wie sie im Buche stehen. Noch schlimmer als Hell’s Angels und Bandidos zusammen. Nur kennt uns keiner. Auch gut so.

Aber mal langsam mit den jungen (Stahl)Pferden. Ich hab ja selbst keins. Beziehungsweise, keins, mit dem ich bei den anderen Motorrädern mithalten könnte. Ich brauch also ne Mufte. Was tiefes, böses. Gereicht hats dann für ne neue 800er Intruder von Suzuki. Chopper in klein. Aber völlig ausreichend für mich. Und so neu, dass sie noch keinen Kilometer weg hat. Aber auch kein Benzin. Da drückt mir der Händler erstmal 20 Euro in die Hand und meint, ich soll erstmal volltanken. Habbich.

Irgendwann gehts aber dann los. 6 Motorräder machen sich auf den Weg in Richtung Bad Düben. Großraum Leipzig, ihr wisst schon. Sachsen. 3 Motorräder und ein Begleitfahrzeug kommen später nach. Prima. Also Hahn aufdrehen und vorwärts. Freitag halb zwei. Ihr erinnert euch, was Freitag halb zwei los war? Genau: Podolksi versemmelt nen Elfmeter, Klose lässt sich vom Platz schubbsen und so. Fussball. Für uns hat das den Vorteil, dass die Straßen leer sind, aber den Nachteil, dass wir nix erfahren. Außer unser Harley-Fahrer ganz hinten. Er hat Ohrstöpsel drauf und ich kann ihn manchmal an der Ampel fluchen hören. Lauter als seine Harley blubbert. Und das will was heißen.

Zwischenstopp in der Provinz. Bei McDonalds. Sechs Biker rücken ein. Na die gucken nicht schlecht und wir bringen sie dazu, Teile unserer Bestellung am Tisch aufzunehmen. So wünsch ich mir das. Luxus.

Gegen 6 schlagen wir in Bad Düben auf. Durstig. Natürlich. Also gibts erstmal nen kühles Blondes. Das haben wir uns aber auch verdient. Kurz danach trifft der Rest ein und ich kann endlich ein Foto machen. Schön sieht das aus.

Motorräder am frühen Morgen

Der Abend verläuft wie geplant mit Bier, Schnapps und viel Essen. Mit Vorspeisen, die auch als 3-Gänge-Menü durchgehen könnten. Wahnsinn.

Der Samstag geh früh los. Frühstück und ab auf die Bikes. Einmal quer durchs Land. Um 16 Uhr ist Termin in Ferropolis. Vorher muss die Gegend noch unsicher gemacht werden. Also vorwärts.

Wir kommen durch idyllische Städte und Dörfer, wo glaubt, dass dort der Krieg womöglich noch nicht vorbei ist. Dafür spricht, dass kleine Kinder am Straßenrand stehen und uns zuwinken, als wären wir die Amerikaner, die die Stadt von den Nazis befreien. Komisches Gefühl, aber irgendwie isses cool. Zurückwinken und hupen. So stell ich mir das vor.

Nächster Stützpunkt: Störmthaler See. Der See, an dem das Highfield-Festival dieses Jahr stattfindet. Mit mir. Unter anderem. Da muss man ja vorher mal vorbeischauen. Ist schon idyllisch mit so einem riesigen Kohlekraftwerk im Hintergrund. A propos Kohle. Ferropolis. Stadt aus Eisen und so. Kennt ihr? Superinteressant. Da kannste Macho sein wie du willst, die baggern mehr. Fetzt.

Was nicht so sehr fetzt, ist die Motorradtruppe, die nach uns auf dem Parkplatz aufschlägt. Viele Motorräder, heiß und die Herren schon im gesetzteren Alter. Bis dahin alles prima. In dem Alter will ich auch noch Mopped fahren. Aber als sie dann farblich abgestimmte Cappies mit Logo aus den Taschen nehmen, ist der Gipfel der Spiessigkeit erreicht. Sowas geht garnicht.

Es geht heimwärts. Abends sollte ja Livemusik sein. Und grillen. Mit Bratwürsten. In Sachsen. Ich bin vorsichtig.

Der Chef der Pension hatte vorher angerufen und gefragt, ob wir was gegen eine Veranstaltung am Samstag Abend hätten, weil wir die einzigen Hausgäste waren. (Ist nicht schwer, wir haben alles ausgebucht) Hey, wir sind doch für neues immer offen. Countrymusik? Aber hallo! Essen nur vom Grill und kein a la Carte? Hey, nuklar!

Als wir in der Pension ankommen ist der Grill schon angeworfen, die ersten Menschen da und das Bier kühlen. Habens getestet. Prima. Der Abend verläuft gut. Mit Steaks, Musik, Chili-Likör und Kräuterschnapps. Im Wechsel. Alles.

Ich setze mich zwischendurch an einen Tisch mit der Dorfjugend. Einfach so. Bin ja offen. Ich unterhalte mich mit einem Mädel und frage irgendwann, wie alt sie ist. “Schätz doch mal…” sagt sie. Schätzen war noch nie mein Ding. “17, ungefähr…” tippe ich. Falsch getippt. 4 Jahre daneben. Ich geh lieber wieder an meinen Tisch.

So geht der Abend rum und am Sonntag Morgen trommelt das harte Wasser ziemlich stark auf dem Kopf herum. Jedes Mal das gleiche irgendwie. Aber man lernt nicht draus.

Mit müden Augen aufs Motorrad und gen Heimat. Schade eigentlich, dass es schon wieder vorbei ist. Aber schön wars. Wie immer. Und das Motorrad hat mich begeistert. Sobald Geld da ist, wird ne Chopper gekauft. Muahahahaa. Weil ichs kann. Als Biker.

Aber was man immer wieder feststellt nach so einem Wochenende: Motorradfahren ist eine Schweinearbeit.

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