Archive for the ‘ Erlebtes ’ Category

Mandala-Malen

posted by Smikey

Ihr vermisst mich, oder? Kann ich verstehen.

Aber zur Zeit gehts hier drunter und drüber. Mal abgesehen von meinem Leben als unfassbar bekannter Rockstar und so habe ich ja teilweise auch noch andere Sachen zu tun. Ich studiere. Hauptberuflich, auch wenn mir das keiner so richtig abnimmt.

Und wie ich gestern erfahren habe, studiere ich weiter. Viel weiter. Ich habe nämlich gestern meine Zusage für einen Studienplatz an der TU Ilmenau bekommen. “Angewandte Medienwissenschaften”. Klingt gut, klingt nach Medien, klingt nach was, was mir ziemlich gefallen könnte. Ich bin ja eine Medienhure, wie ihr alle wisst.

Nach den ersten unfassbaren Glückwünschen, Heiratsanträgen und dummen Witzen über Dauerstudenten wurde ich von einer Studentin im Kreis der Mandala-Maler begrüßt. “Angewandte Medienwissenschaften” ist nämlich ein Mädchenstudien gang. Verzeiht mir den Wortwitz, aber “Angewandte Mädchenwissenschaften” liegt mir einfach auf der Zunge. Ca 70% Frauenquote, Hauptfächer: Mandala-Malen, Kartoffeldruck, Namen tanzen, Singen und Klatschen. Wenn das mal nicht das absolut perfekte Studium für mich ist, dann weiss ich ja auch nicht weiter.

Es geht voran. Der großen Karriere steht nichts mehr im Weg.

Und wenn ich Glück habe, kann ich diesen Weg sogar demnächst mit einem Motorrad bestreiten. Ich, der Rockstar.


“Was heisst ‘Orgasmus’ auf Sächsisch?” – “Ferdsch!”

So oder so ähnlich begann unsere Motorrad-Familientour am letzten Freitag. Familientour ist natürlich nur eine schöne Umschreibung für uns harte Kerle. Rocker, wie sie im Buche stehen. Noch schlimmer als Hell’s Angels und Bandidos zusammen. Nur kennt uns keiner. Auch gut so.

Aber mal langsam mit den jungen (Stahl)Pferden. Ich hab ja selbst keins. Beziehungsweise, keins, mit dem ich bei den anderen Motorrädern mithalten könnte. Ich brauch also ne Mufte. Was tiefes, böses. Gereicht hats dann für ne neue 800er Intruder von Suzuki. Chopper in klein. Aber völlig ausreichend für mich. Und so neu, dass sie noch keinen Kilometer weg hat. Aber auch kein Benzin. Da drückt mir der Händler erstmal 20 Euro in die Hand und meint, ich soll erstmal volltanken. Habbich.

Irgendwann gehts aber dann los. 6 Motorräder machen sich auf den Weg in Richtung Bad Düben. Großraum Leipzig, ihr wisst schon. Sachsen. 3 Motorräder und ein Begleitfahrzeug kommen später nach. Prima. Also Hahn aufdrehen und vorwärts. Freitag halb zwei. Ihr erinnert euch, was Freitag halb zwei los war? Genau: Podolksi versemmelt nen Elfmeter, Klose lässt sich vom Platz schubbsen und so. Fussball. Für uns hat das den Vorteil, dass die Straßen leer sind, aber den Nachteil, dass wir nix erfahren. Außer unser Harley-Fahrer ganz hinten. Er hat Ohrstöpsel drauf und ich kann ihn manchmal an der Ampel fluchen hören. Lauter als seine Harley blubbert. Und das will was heißen.

Zwischenstopp in der Provinz. Bei McDonalds. Sechs Biker rücken ein. Na die gucken nicht schlecht und wir bringen sie dazu, Teile unserer Bestellung am Tisch aufzunehmen. So wünsch ich mir das. Luxus.

Gegen 6 schlagen wir in Bad Düben auf. Durstig. Natürlich. Also gibts erstmal nen kühles Blondes. Das haben wir uns aber auch verdient. Kurz danach trifft der Rest ein und ich kann endlich ein Foto machen. Schön sieht das aus.

Motorräder am frühen Morgen

Der Abend verläuft wie geplant mit Bier, Schnapps und viel Essen. Mit Vorspeisen, die auch als 3-Gänge-Menü durchgehen könnten. Wahnsinn.

Der Samstag geh früh los. Frühstück und ab auf die Bikes. Einmal quer durchs Land. Um 16 Uhr ist Termin in Ferropolis. Vorher muss die Gegend noch unsicher gemacht werden. Also vorwärts.

Wir kommen durch idyllische Städte und Dörfer, wo glaubt, dass dort der Krieg womöglich noch nicht vorbei ist. Dafür spricht, dass kleine Kinder am Straßenrand stehen und uns zuwinken, als wären wir die Amerikaner, die die Stadt von den Nazis befreien. Komisches Gefühl, aber irgendwie isses cool. Zurückwinken und hupen. So stell ich mir das vor.

Nächster Stützpunkt: Störmthaler See. Der See, an dem das Highfield-Festival dieses Jahr stattfindet. Mit mir. Unter anderem. Da muss man ja vorher mal vorbeischauen. Ist schon idyllisch mit so einem riesigen Kohlekraftwerk im Hintergrund. A propos Kohle. Ferropolis. Stadt aus Eisen und so. Kennt ihr? Superinteressant. Da kannste Macho sein wie du willst, die baggern mehr. Fetzt.

Was nicht so sehr fetzt, ist die Motorradtruppe, die nach uns auf dem Parkplatz aufschlägt. Viele Motorräder, heiß und die Herren schon im gesetzteren Alter. Bis dahin alles prima. In dem Alter will ich auch noch Mopped fahren. Aber als sie dann farblich abgestimmte Cappies mit Logo aus den Taschen nehmen, ist der Gipfel der Spiessigkeit erreicht. Sowas geht garnicht.

Es geht heimwärts. Abends sollte ja Livemusik sein. Und grillen. Mit Bratwürsten. In Sachsen. Ich bin vorsichtig.

Der Chef der Pension hatte vorher angerufen und gefragt, ob wir was gegen eine Veranstaltung am Samstag Abend hätten, weil wir die einzigen Hausgäste waren. (Ist nicht schwer, wir haben alles ausgebucht) Hey, wir sind doch für neues immer offen. Countrymusik? Aber hallo! Essen nur vom Grill und kein a la Carte? Hey, nuklar!

Als wir in der Pension ankommen ist der Grill schon angeworfen, die ersten Menschen da und das Bier kühlen. Habens getestet. Prima. Der Abend verläuft gut. Mit Steaks, Musik, Chili-Likör und Kräuterschnapps. Im Wechsel. Alles.

Ich setze mich zwischendurch an einen Tisch mit der Dorfjugend. Einfach so. Bin ja offen. Ich unterhalte mich mit einem Mädel und frage irgendwann, wie alt sie ist. “Schätz doch mal…” sagt sie. Schätzen war noch nie mein Ding. “17, ungefähr…” tippe ich. Falsch getippt. 4 Jahre daneben. Ich geh lieber wieder an meinen Tisch.

So geht der Abend rum und am Sonntag Morgen trommelt das harte Wasser ziemlich stark auf dem Kopf herum. Jedes Mal das gleiche irgendwie. Aber man lernt nicht draus.

Mit müden Augen aufs Motorrad und gen Heimat. Schade eigentlich, dass es schon wieder vorbei ist. Aber schön wars. Wie immer. Und das Motorrad hat mich begeistert. Sobald Geld da ist, wird ne Chopper gekauft. Muahahahaa. Weil ichs kann. Als Biker.

Aber was man immer wieder feststellt nach so einem Wochenende: Motorradfahren ist eine Schweinearbeit.

Rotschopfsucht

posted by Smikey

Rote Haare. Ihr wisst es. Ich sage es immer wieder. Ich LIEBE rote Haare.

Und Samstag war es wieder soweit. Ich bin ihr verfallen. Dieser Sucht.

Ich war bei der Feierstunde zur Jugendweihe meiner kleinen Schwester. Und wenn ich etwas hasse, dann sind es spießige Veranstaltungen mit Hemd und Krawatte und Jacket und so. Wisst ihr ja. Ich persönlich habe mich auch nur zu einem weißen Rüschenhemd hinreissen lassen, in dem ich natürlich immens schnieke aussah. Und Chucks hatte ich an. CHUCKS! Meine neuen. Mit “The Clash” drauf und so.

Naja. Spießige Veranstaltung hin oder her, ich war natürlich dabei, weil ich ein toller großer Bruder bin und der Rest auch da war. Credibility sag ich euch, Credibility. Mehr nicht.

Wenn ich mich an meine Jugendweihe erinnere, war das alles noch viel schlimmer. 400 bis zum umfallen spießig-angezogene Jugendliche, die Durst hatten, waren im Gothaer Kulturhaus versammelt. Grauenhaft. Aber das ist Jahre her. Sieben, um genau zu sein.

Diesmal war alles anders. Nur 16 Jugendliche hatten Jugendweihe. Familiäres Ding, könnte man meinen, war auch so. Prima. Ich komme in den Saal und entdecke rote Haare. Aber keine 0815 roten Haare. Nein. Richtig tolle. An einem tollen Mädel. Und bevor jemand fragt, nein, es war keins von den Mädels die Jugendweihe hatten.

Wie ich später feststellte, war es die Sängerin des Duos, die diese ganze Jugendweihe-Sache untermalen sollten. Und sie sang gut. Und er sang gut. Und sie waren erkältet. Beide. Aber trotzdem grandios. Auch wenn 80% der Menschen, für die die Feierstunde gedacht war,  nämlich die Kinners in den ersten Reihen, die Lieder zum Großteil nicht kannten. Aber ich kannte sie. Und selbst, wenn ich sie nicht gekannt hätte, wäre ich absolut hin und weg gewesen. Rote Haare, niedlich, klasse Stimme und Saxophonistin. Perfekt. Musikerin mit Leib und Seele. Prima. Einmal zum-mitnehmen, bitte.

So oder so ähnlich hab ich meine Meinung zur Musik den beiden dann auch im Gästebuch ihrer Homepage mitgeteilt. Ok, ich habe mich vielleicht etwas gewählter ausgedrückt. Aber die Grundaussage war die gleiche. Hatte nach der Feierstunde einfach keine Zeit, mit den beiden (und besonders mit ihr) zu reden. Familie um mich rum, ihr wisst wie das ist. Keine Rumhurerei am Kaffeetisch!

Aber damit ihr nicht denkt, dass hier wieder alles vorbei ist. Nein. Sie ist nämlich schnieke drauf. Sie hat mich gesucht, gefunden und angeschrieben. Stalkerin. Aber süß. Und Rotschopf.


Und wieder ist ein Jahr vergangen. Mein Blog feiert heute seinen 4. Geburtstag… Den VIERTEN. Wie krass ist das denn?

Es ist wieder viel passiert im letzten Jahr, blogtechnisch wie lebenstechnisch. Ich war im letzten Jahr bei einer sehr guten Bloglesung in Jena, hab mich weiter in der Blogosphäre rumgetrieben, Menschen kennengelernt und neue Geschichten geschrieben. Und vor zwei Wochen war ich auf dem Bloggertreffen in Karlsruhe. Boah, war das doch fantastisch, grandios und perfektiös und so. 11 Mojitos hab ich zwar nicht in mich reingebechert, sowas überlasse ich anderen. Aber ich hatte viel Spaß und das, obwohl ich der Jungspund an dem Abend war.

Auch mein #rumhuren-Trend hat sich weiter verbreitet und wird mir bald ermöglichen, die Menschheit zu einer irrsinnigen Orgie zu verdammen. Und niemand kann mich mehr daran hindern. Denn ich werde weitermachen. Jahrelang.

Und warum? Weil ich es kann.

Und mit was? Mit Recht.

Retter in der Not

posted by Smikey

Dieses Wochenende war perfekt. Das kann ich schonmal von Anfang an sagen.

Freitag waren die “Rocktigers” bei uns im Festzelt. Guter CoverRock und echt nette Typen. Ich war begeistert. Aber als dann feststand, dass ich die komplette Nacht im Zelt verbringen würde zwecks Zeltwache, war meine Stimmung eher nicht mehr so pralle.

Dafür konnte der Samstag dann in seiner vollen Pracht auftrumpfen. Also so richtig. Mit der vollen Breitseite und so. Aber mal langsam:
Nachdem ich nach der Zeltwache morgens um 9 am Frühstückstisch saß und meine Geschwister mich fragten, wann ich heimgekommen bin, konnte ich natürlich nur mit einem coolen “gerade eben” antworten. Danach war die Konversation für mich vorbei und ich bin im Bett verschwunden. Bis um 5. Ungefähr. Glaube ich.

Dann war wieder schickmachen angesagt, denn der Abend sollte etwas ganz besonderes werden. Also mal abgesehen von dem, was ich nicht geplant hatte.

“Grill’n'Chill” stand auf dem Plan. “Scharf essen und heiß feiern”. Na wenn das nicht perfekt klingt. Speißen, die einem die Tränen in die Augen treiben und dazu gute Musik zum Tanzen.
Ich tanze ja nicht gerne. Also eigentlich. Und uneigentlich auch. Jedenfalls keinen Paartanz im Festzelt und so. Aber es kam anders.

Ich stand gemütlich am Tisch und versorgte meinen Magen und mein Gemüt mit Fleisch und Wodka-O. In Massen. Beides. Und Obstler. Und plötzlich stand sie neben mir. Die kleine Schwester meiner alten Klassenkameradin. Klein, süß und lieb. So wie ich es mag. Ich hatte mir vor einem Jahr mal eine Weile geschrieben, es war dann aber ein wenig abgeflaut. Aber nun stand sie da, grinste mich an, und winkte mich zu sich hinüber.

“Na, kennste mich noch?” – Doofe Frage, dieses Gesicht kann man doch garnicht vergessen. Wir plauderten eine Weile und dann fragte sie, ob ich mal mit ihr tanzen würde. Nunja. Tanzen. Im Festzelt. Nicht so meine Tasse Wurst. Also sagte ich erstmal “Nein” und lies sie ein wenig betteln. Ich bin gemein, ich weiß, aber ich finde es so viel lustiger. Letztendlich sagte ich, dass sie mich gerne in einer Stunde nochmal fragen kann und verschwand in der Menge.

Fünf Minuten später stand sie wieder auf der Matte und fragte, ob die Stunde denn nicht schon rum sei. War sie nicht, aber ich wollte sie nicht nochmal abblitzen lassen. Ich hatte ja genug getrunken, so dass mir die Peinlichkeit des angeblichen Nicht-Tanzen-Könnens reichlich egal war.

Wir tanzten. Wir tanzten gut. Und sie sagte mir das auch mehrmals. Und sie erzählte mir noch ne ganze Menge mehr. Man kann sagen, dass es Spaß machte. Richtig viel Spaß. Ich mein, wer hat keinen Spaß, wenn er mit einem süßen Mädel in einem leichten Rausch (ob mit oder ohne Hilfsmittel) zu Ute Freudenbergs “Jugendliebe” tanzt. Das ist Klischee deluxe.
Irgendwann ist aber auch das längste Lied zu Ende und wir gingen wieder unserer Wege.

Bis sie nach 20min wieder neben mir stand. Mit der Bitte um Rettung. Vor einem Typen, der so betrunken war, dass er wahrscheinlich nicht mal mehr gemerkt hat, dass sie ihn nicht mag. Schmerzresistent und so. Ich sollte nochmal tanzen. Gerne. Hallo? Die ganze Nacht wenn es sein muss.
Also: 2. Tanz mit noch mehr Unterhaltung und vermindertem Körperabstand. Ihr Lächeln war perfekt, auch wenn sie es selbst nicht mag. Sagt sie. Ich sag was anderes.

Später kam ihre große Schwester, meine alte Klassenkameradin, vorbei und bat mich um einen Tanz. “Ich kann ja nicht zulassen, dass du nur mit meiner kleinen Schwester tanzt…”
Aha. Ich könnte das schon zulassen. Aber ich bin ja nett und deswegen tanze ich auch mit ihr. Aber nicht gut. Rythmusgefühl lag wahrscheinlich noch daheim und die Unterhaltung war auch eher dürftig. Allerdings hatte ich auch keinen richtigen Elan. Den hatte ich erst, als ihre kleine Schwester sie wieder abklatschte. Besserer Tanzstil, Rythmus, Lächeln und so. Prima.

Der Abend ging vorbei und ich stand an der Theke. Und wer kommt vorbei um sich zu verabschieden? Genau. Die beiden Schwestern. Die große verabschiedete sich, die kleine verabschiedete sich und fragte nach meiner Telefonnummer. Hey. Wer, wenn nicht sie, sollte diese Nummer kriegen. Ich flüsterte ihr noch eine Nettigkeit ins Ohr und schon verschwanden sie.

Der perfekte Abend.

Gestern war ja dann Valentinstag. Und da ich dieses Mal noch keine Rosen zu verschenken hatte, wünschte ich ihr netterweise per SMS einen schönen Valentinstag, woraus sich eine SMS-Orgie entwickelte. Ich hatte ja Zeit. Ich saß gestern Abend immerhin in der Kneipe zum Abschlussessen für ein gelungenes Wochenende. Und die Kellnerin war die Mutter der beiden Schwestern. Hätte sie gewusst, dass ich nebenbei die ganze Zeit mit ihrer Tochter flirte, wäre sie vielleicht freundlicher gewesen. Oder vielleicht auch nicht. Wer weiß.

Fazit der Unterhaltung: Wir sind uns beide sympathisch, können zusammen tanzen und dass ich Retter in der Not war, als ich sie vor dem betrunkenen Typen beschützte, machte mich zum i-Tüpfelchen ihres Abends.

Klingt prima? War prima.

So. Jetzt wisst ihr, dass ich doch auch Happy Ends schreiben kann. Und auch erleben. Ich bin immernoch total durch den Wind. Ein perfektes Wochenende. Stand ja auch im Horoskop.

Zigaretten fürs Ego

posted by Smikey

Ich war ja im letzten Semester öfters Feiern. Also da bin ich ja voll der Typ für, ihr kennt mich ja. Ich war ja schon immer so ein kleiner Rockstar, auch an der Bar und so.

Auf jeden Fall war damals eine Studentenfete angesetzt. Und was macht man zu so einer Studentenfete? Genau. Hingehen.

Studentenpartys sind eigentlich immer das gleiche. Das Motto zur Party ist zwar immer anders aber grundsätzlich ist es ja wohl so, dass immer die gleichen Leute im gleichen Club sitzen und das gleiche trinken. Sie sehen nur jedesmal, passend zum Motto, unterschiedlich scheisse aus. Oder eben gut, aber meistens eher dürftig.

Also trinkt man. Und raucht. Und dann trinkt man wieder und im Endeffekt landet man dann im Raucherbereich und raucht und trinkt gleichzeitig. So geht der Abend dahin. Und mit ihm die Zigaretten und das Geld dafür.

Aber man(n) ist ja nicht schüchtern. Ich weiß mir ja zu helfen. Und als ich mich so umschaue, sehe ich ein Mädel auf einer Couch sitzen und sich eine Zigarette drehen. Perfekt. Meine Chance ein wenig charmant rumzuschnorren. Ich geh also hin und frage höflich in einem leicht lallenden Sprachstil, der bestimmt total sexy wirkt, ob ich mir vielleicht auch eine drehen dürfte. Ich durfte, hab ja nett gefragt.

Und dann schaut sie mich an. Auch wenn mir das keiner glaubt, die ganze Kippenfragerei war KEINE Anmache. Das ist plump und so. Garnicht mein Stil und so. Ich wollte wirklich nur eine rauchen. Aber als ich mir das Mädel dann mal genauer angeschaut habe, war ich mir da selbst nicht mehr so sicher.

Rote Haare (ROTE HAARE!!!), Palituch, Piercing, Rock mit Schottenmuster über der Hose und Chucks. CHUCKS. Also wenn irgendetwas ein Indiz für eine coole Frau mit gutem Geschmack und dem ganzen Gebimsel ist, dann sind es diese verdammten Schuhe. OK. Es muss auch alles oberhalb der Knöchel stimmen, aber die Schuhe sind ein Anfang.

Dieses Mädel allerdings war von unten bis oben niedlich. Gut, vielleicht so niedlich, wie ne ganze Menge Bier es aussehen lassen, aber es war definitiv auch nüchtern noch genug Potential da.

Wir drehen und rauchen. Und unterhalten uns. Gut, soweit ich weiß. Ist ja schon ne Weile her. Und ihr wisst ja. Die Gehirnzellen werden nicht mehr. Irgendwann ist aber auch die größte Zigarette zu Ende geraucht (ja, ne Zigarette, Tabak, Paper, Filter, NIX anderes…) und ich verziehe mich wieder in Richtung Tanzfläche, Bar, Menschen, weiß der Teufel. Aber irgendwie scheine ich ihr den ganzen Rest des Abends (zufällig?) über den Weg zu laufen und jedesmal nett angelächelt zu werden. Prima.

Es wird weitergefeiert, immer wieder unterbrochen von einem netten Lächeln beim Vorbeigehen. Steinigen könnt ihr mich. Bitte. Jetzt. Ich hab es einfach nicht geschnallt. Betrunken und so.

Am Ende (ihres) Abends kommt sie ein letztes Mal auf mich zu und sagt, dass sie jetzt nach Hause geht. Aha. So ist das also. Meine Erinnerung und ein paar halbwegs glaubhafte Augenzeugen sagen mir, wir hätten uns umarmt. Zum Abschied und so. Ihr wisst ja wie das ist.

Mein Abend war dann auch irgendwann vorbei und ich gehe nach Hause.

Am nächsten Tag habe ich frei. Gut so, denn mein Kopf hat weder durch den Türrahmen, noch in einen Klassenraum gepasst. Aber auf dem Kopfkissen fühlte er sich ganz Wohl.

Dann erinnere ich mich an den Abend. Und an das Mädel. Mit dem Mentholtabak.

Aber: Kein Name, Keine Telefonnummer, Kein nix.

Steinigen, bitte. Jetzt.

Es wird eine Fortsetzung folgen, denn andere waren nicht so ahnungslos wie ich. Solidarisch mit Telefonnummern um sich werfend und so. Aber das erzähle ich euch ein andern Mal.

Schwester? Tupfer!

posted by Smikey

Hab in letzter Zeit viele Geschichten aus dem Krankenhaus gelesen und da fiel mir ein, hach, da haste doch auch so einiges erlebt. Also mal abgesehen von den zuletzt beschriebenen Aktionen im Warteraum der Arztpraxis.

Es muss im Sommer 2007 gewesen sein. So kurz nach den Festivals, etwas länger nach dem Abi, aber doch noch kurz vor dem Studium. Ich hatte mich entschlossen, mir freiwillig ein Zimmer in einem Krankenhaus zu nehmen. Naja.. Mehr oder weniger freiwillig, nachdem ich mich ja ein Jahr zuvor bravurös mit dem Motorrad auf die Fresse gelegt hab und mein Bein das alles andere als entspannend fand. Befund: Spiralbruch.

Und nun war es soweit, mir einen monstermäßigen Titannagel wieder aus dem Bein zu ziehen, den sie mir da reingepflanzt hatten. Zeitlich passte es perfekt, also nahm ich mir ne Woche und begab mich ins Krankenhaus.

Die OP lief wie immer prima. Ich bin ja schmerzfrei was Narkosemittel angeht. Ich seh die Nadel im Arm verschwinden und weg bin ich. Vorbildlicher Patient und so. Kann ja nicht jeder von sich behaupten. Allerdings werd ich aber gleich nervig, wenn ich wieder aufwache… Wer weiß ob der letzte Stich zum Vernähen der Wunde schon gemacht ist, aber ich hab den Doc gleich gefragt, ob alles gut gelaufen ist. Ich bin ja im Stress. Muss ja laufen und so. Und Motorrad fahren.

Apropos Motorradfahren. Da hat man ja sowieso nen beschissenen Stand im Krankenhaus. Da kannste nen Husten haben und es werden trotzdem Witze gemacht. Jeden Morgen. Visite. Ich mein, niemand ist jemals wirklich wach in einem Krankenhaus. Und da kann man auch nicht gut kontern, wenn der Arzt jeden Morgen aufs Neue fragt, wie es denn dem “potentiellen Organspender” denn heute geht. Da kann man nur doof grinsen und hoffen, dass die niedlichen Krankenschwestern nur über den Witz lachen und nicht über dich.

Niedliche Krankenschwestern gibts ja sowieso nicht wie Sand am Meer. Das ist eine Lüge der Fernsehindustrie, damit die Leute lieber ins Krankenhaus gehen. Zum Großteil sind die Schwestern alt, dick und mit Damenbart ausgestattet. Ich mein, es muss ja nicht gerade Tara Reid als Krankenschwester unterwegs sein, aber bitte, mir gehts da drin eh schon beschissen.  Meist jedenfalls. Ausser man hat eben süße Krankenschwestern.

Oder Krankenschwesterazubinen. Und dazu Zivis. Dann ist alles prima. Ich lieg nachmittags in meinem Bett rum (was will man auch machen, wenn man nicht laufen kann) und warte auf die Dinge die da kommen. Essen, Besuch, die Müdigkeit. Aber neheeheee. Da kommt ein Zivi mit dazugehöriger Krankenschwesterazubine rein. Niedlich. Richtig niedlich. Also die Azubine, nicht der Zivi.

Er gesellt sich an mein Ohr und misst meine Temperatur. Die Azubine beginnt parallel dazu, meinen Puls zu messen. Zivi ist als erster fertig. Geht ja auch schneller mit diesen elektronischen Piepsdingern. Er geht gleich zum nächsten Tagesordnungspunkt über:

Na Herr Kehler, heute schon schön gekackt?”

Ich muss grinsen. Ich kenne den Zivi. Er spielt mit mir in einer Band und wir kennen uns seit Jahren. Aber das weiß ja die Azubine nicht. Die ist komplett durcheinander und schaut uns mit panischem Gesicht an. Den Zivi, ob er noch alle Tassen im Schrank hat und mich, ob ich überhaupt zugehört habe, wie er mit mir spricht. Mein Kumpel entspannt die Situation. “Keine Angst, das istn Kumpel von mir… Und.. Wo liegt der Puls?”

Puls. Achja. Den sollte sie ja messen. Wurde aber durch unsere Konversation durcheinandergebracht. “Ähm. Der Puls. Hrm.. Schreib was normales auf. Ich bin durcheinander.”

Pulsmessen kann man aber auch auf noch originellere Weise durchziehen. Zum Beispiel während man an einem anderen Nachmittag so in meinem Krankenbett liegt und vor sich hin döst. Schlafen ist ja eh der einzig sinnvolle Zeitvertreib im Krankenhaus. Ich liege also da und schlummere vor mich hin. Plötzlich springt die Tür auf und eine (nicht ganz so niedliche) Krankenschwester kommt rein. “Ich will nur kurz Temperatur und Puls messen”. Und ich will schlafen, denk ich mir. Schlafen. Knallhart hat sie mich aus dem Schlaf gerissen. Ich bin immernoch zu Tode erschreckt, als sie beginnt, meinen Puls zu fühlen.

“Der ist aber ganz schön hoch, Herr Kehler. Gehts Ihnen gut?”

Bestens, gute Frau, bestens.

Reinkommen…

posted by Smikey

Hallo meine Freunde der gepflegten Unterhaltung…

Es ist wieder soweit. Wieder ist ein Jahr vorbei. Kein Jahrzent, wie es manche sagen, nein, erstmal nur ein Jahr. Aber das reicht ja auch…

Das Jahr hat gut angefangen. 5 Sekunden nach Zwölf hatte ich ein sehr süßes Mädel im Arm. Das muss mir erst mal einer nachmachen… Also abgesehen von verheirateten und sonstig-verbundenen Menschen. Dass der Korb dann pünktlich zum Valentinstag kam konnte ja keiner ahnen. Auch das sollte mir erst mal nachgemacht werden. Oder doch lieber nicht, wobei es schon recht kitschig und filmreif ist. Nunja.. Hatte danach ja gleich nen Date mit einer andern. Ich Hure ich.

Der Rest des Jahres war wie immer recht höhen- und tiefenreich. Michael Jackson ist gestorben. Habt ihr das mitbekommen? Ging an euch vorbei? Dacht ich mir. Man muss ja auch nicht immer den Fernseher anhaben. Sterben ja auch sonst genug. Bomben und Tanklaster und so.

Krise hatten wir auch. Kriiiise. Ich hatte auch welche, aber die hatten wenig mit Geld und Banken zu tun. Und so wie ich die Leute gesehen habe, die gestern Unsummen für Böllerei ausgegeben haben, kanns auch den anderen Menschen nicht so schlecht gehen, wie immer gesagt wird.

Ansonsten hab ich wie immer genug studiert und genug Spaß dabei gehabt. Mündliche Zwischenprüfung hatte ich auch. Am Montag nach dem Highfield. Nachmachen!

Und weil es dieses Jahr Trend war, hab ich auch abgewrackt. Mein Auto. Man muss ja ein bisschen mit der Zeit gehen. Oder man muss mit der Zeit gehen. Ich wracke lieber ab. Autos, Bier, Frauen.

Musik hab ich auch gemacht. Recht ordentlich sogar. Braucht noch jemand nen Bass? Hab einen abzugeben… 2 Mal live gespielt und ohne Bierflecken und Zigarettenlöcher… Bei 15 Grad minus hab ich auch OpenAir gespielt. (Nachmachen!)

Nächstes Jahr wird wie immer alles anders. Mein Studium geht vorbei, Gott, wie die Zeit vergeht. Aber vorher muss ich noch ein wenig studieren und Prüfungen machen und so. Aber auch sonst geht es rund. Auftritte über Auftritte. Den Rock’n'Roll-Lifestyle voll auskosten.

Ansonsten sind meine Pläne wie die letzten Jahre auch. Aufhören zu Rauchen lass ich weg, weniger Essen auch. Ich mach alles wie immer, nur ein bisschen besser… und mehr. Und ihr?

Lasst es euch gut gehen und rutscht heute Abend gut rein. Trinkt nicht so viel, so dass ihr um 12 noch wach seid um die Raketen im Nebel verschwinden zu sehen. Ich freue mich auf 2010. Neue Bloglesungen, Blogeinträge, Kommentare, Frauen, Menschen, Auftritte und natürlich auf euch. Kommt gut rein und denk immer dran:

no retreat, no surrender…


Es ist jetzt über ein Jahr her, dass ich den Artikel über Mixtapes geschrieben habe. Ich habe damals gefragt, ob es noch Menschen gibt, die so etwas tun. Mixtapes machen, so richtig auf Kassette und so.  Manche sagten ja, manche sagten nein. Ich habe es auf jeden Fall getan. Und ich finde, es war gut. Achja. Und von dem Artikel auf dragstripgirl habe ich mich überhaupt garnicht inspirieren lassen, diesen Artikel hier zu schreiben. So weit kommts wohl noch.

Ein Mixtape. Das erste Mal darüber nachgedacht habe ich vor einem Jahr, als ich “High Fidelity” gelesen hatte. Ich fand, Mixtapes haben etwas handgemachtes, etwas romantisches. Natürlich wäre es toller, die Lieder selbst zu spielen und aufzunehmen, aber mit meiner Stimme tue ich da weder dem Menschen, der es hört, noch mir wirklich einen Gefallen. Also doch lieber die echten Künstler singen lassen.

Der endgültige Entschluss dazu, endlich so ein Tape zu machen, kam, als ich das Buch “Love is a Mixtape” gelesen habe, also vor ungefähr drei Wochen. Eine ganze Beziehung anhand von aufgenommenen Kassetten erzählt. Wenn das mal nicht Romantik pur ist. Genau. Und ich will das auch. Musik hab ich ja nunmal genug. Auf dem PC, auf CD und auf Vinyl.

Da ich ein MixTAPE machen wollte, brauchte ich natürlich Kassetten, eine tolle Anlage, die diese historischen Medien bespielen kann, hab ich ja noch. Auf GutGlück hab ich mich auf den Weg in einen dieser MarioBarth-Märkte gemacht. Eigentlich wollte ich der Peinlichkeit des Nachfragens entgehen, aber es ging nicht anders. Ich fand einen Azubi, den ich zum Mir-Zur-Seite-Stehen auserkoren hatte. “Heyhey… Sag mal, habt ihr noch leere Kassetten?” – “Du meinst leere Audiokassetten? MCs? Yo, da müssten noch welche da sein, komm mit.” Gesagt getan. Da standen sie. 5 Stück, 5 Euro. Teurer als Rohlinge, aber nungut. Wer das eine will, muss das andere mögen. “Hier, das sollten sie sein. Schau aber selbst nochmal nach, ich hatte sowas seit Jahren nicht mehr in der Hand.” Glaub ich ihm sogar. Ist aber das richtige.

Musik? Check. Rekorder? Check. Tapes? Check. Es kann also losgehen.

Mein Plan war von Anfang an eine englische und eine deutsche Seite. Schön gemütlich getrennt, damit man auch stilmässig richtig variabel sein kann. 45min pro Seite hatte ich Zeit. Müsste reichen für die Top10-11 der ruhigsten, aber tollsten Lieder der Künstler, die ich drauf haben wollte.

1. Seite: deutsch


1. Olli Schulz und der Hund Marie – Nimm mein Mixtape, Babe

Das dieses Lied auf das Tape gehört, erklärt sich ja wohl von selbst. Es ist wichtig, es ist gut und es ist der perfekte Einstieg.

2. Kettcar – Balkon gegenüber

Auch wenn es wesentlich emotionalere Lieder von Kettcar gibt, die auch wesentlich romantischer sind, hat dieses kurze Lied einfach diese “Du bist verdammt nochmal nicht allein”-Aussage, die ich großartig finde.

3. Dachterrasse – Spaziergang

Unfassbar melancholisch, unfassbar gut. “Die Vögel gehn allein nach Hause, denn die Luft ist voll von dir…” Ich kenne die Jungs persönlich und fand sie immer super.

4. Schrottgrenze – Nozomis Lieder

Eins der tollsten Lieder von Schrottgrenze. “Nur in meinen Liedern, kannst du fühlen wie ich wein’ und spüren, was es für mich heisst, auf dieser Welt zu sein…” Wenn das nicht gut ist, weiss ich auch nicht.

5. Tocotronic – Die Idee ist gut, doch die Welt noch nicht bereit

Einfach mal auf Leute zugehen. Leute mögen und Dinge tun, die sie glücklich machen. Leider sind wir noch nicht soweit.

6. Senore Matze Rossi – Die Zeit sitzt uns im Nacken

Senore Matze Rossi. Der ehemalige Sänger von Tagtraum. Er ist Solo einfach großartig. Und die Zeit, die sitzt jedem im Nacken.

7. Peter Licht – Alles was du siehst gehört dir

Dieses Lied hat soviel Optimismus, soviel Fröhlichkeit. Es kann ja nicht immer nur melancholisch traurig sein auf dem Tape.

8. Tomte – Die Bastarde, die dich jetzt nach Hause bringen

Eigentlich ein Verlassen-werden-Lied, welches nicht auf so ein Tape gehört. Aber “wie wir schweigend durch die Straßen ziehn, muss sich wundervoll anhören” muss einfach drauf. Geht nicht anders.

9.  Element of Crime – Vier Stunden vor Elbe

Element of Crime kenne ich ja selbst noch nicht so lange. Aber solange liebe ich sie auch schon. Und dieses Lied ist zwar ruhig, aber nicht so depressiv wie der große Rest. “Diesmal, mein Herz, diesmal gehst du mit.”

10. Götz Widmann – Moleküle und Galaxien

Dieses Lied passt stilmäßig eigentlich nicht zwischen die anderen, aber es ist toll. Götz ist toll und deswegen darf er das. Oder in dem Fall eben ich.

11. ClickClickDecker – Ich beneide dich um deinen Sternenhimmel

Na wenn der Titel schon nicht gut genug ist, um auf das Tape zu kommen, das restliche Lied ist es allemal. “Wo ist der Ausgang aus dieser Stadt, die niemals pennt? Du liebst ihn unsterblich, obwohl ihr euch nicht kennt.” Genau.

Damit ist die erste Seite zu Ende und die zweite folgt gleich danach. Auf englisch und eher oldielastig.

2. Seite: englisch


1. Rolling Stones – You can’t always get what you want

Ich gebe zu, ich kenne es erst seit “Californication”, aber ich finde es fantastisch. Ein so fröhliches Lied mit einer so realistischen Botschaft

2. Bon Jovi – Dift Away

Ein Dobie Gray – Cover, welches ich auf meiner ersten Bon Jovi-Kassette hatte. Fand es damals schon toll. Und live noch dazu. Bootleg-Version. Hat nicht jeder.

3. Spitting Off Tall Buildings – Heartbeats

Jana Pallaske covert The Knife. Ich finde es grandios und sogar besser als das Original.

4. Sonic Youth – Superstar

Das letzte Cover auf diesem Tape. Ursprünglich von den Carpenters. Und bekannt aus dem Juno-Soundtrack. Ich mag es. Hat mich auf Sonic Youth gebracht.

5. The Smiths – There is a light that never goes out

The Smiths. Manche lieben sie, manche hassen sie. Ich persönlich liebe lieber. Und besonders dieses Lied. Ist meiner Meinung nach eines der besten.

6. Bob Dylan – If you see her, say hello

Auch ein Verlassen-werden-Lied, glaube ich. Aber es ist Bob und nur wenige können besser leiden als er.

7. Cat Stevens – Hard Headed Woman

Cat Stevens. Das Lied hab ich irgendwo auf einer Platte gefunden. Wenn er “I know a lot of fancy Dancers” brüllt, kriege ich ne Gänsehaut.

8. Eagles – Doolin Dalton

Irgendwie gehören die Eagles da drauf. Warum es gerade das Lied sein musste, weiß ich nicht. Ich finds einfach gut.

9. Guns’n'Roses – Patience

Geduld braucht man. Unbedingt. Und wenn man sie so rausschreit wie Axl Rose, dann gehört das auf Kassette gebannt.

10. Bruce Springsteen – No Surrender

Der Boss. Und dann auch noch mit einem Lied, welches eigentlich sehr rockig ist. Aber nicht in der Live-Version von meiner Platte. Da hört man nur Mundharmonika, Gitarre und Gesang. Ich könnte heulen. “No Retreat, No Surrender”

Das ist es. Mein allererstes Mixtape. Und ich finde es grandios gelungen.

Nun brauchte es nur noch einen Empfänger, besser noch, eine Empfängerin. Ist ja logisch oder? Und ich habe eine gefunden, die es würdig ist, so etwas besonderes geschenkt zu bekommen. Und weil ich der bin, der ich bin, wollte ich sie überraschen. Auch wenn viele wussten, dass ich ein Tape mache und auch viele darum gebettelt haben, habe ich es in einen Briefumschlag gesteckt und zu ihr geschickt.

Dachte ich zumindest. War nämlich die falsche Adresse. Hab ich aber erst nach einer Woche auf-heissen-Kohlen-sitzen erfahren. Und fands nichtmal schlimm. Jetzt freut sich vielleicht ein anderes Mädchen auch über ein Tape.

Ich habs nochmal geschickt. Und diesmal kam es bei ihr an. Geschafft.


Da der letzte Eintrag über meinen ersten Auftritt in Berlin handelte, ist mir doch glatt wieder eingefallen, dass da ja noch ein Berlin-Artikel im Schubfach liegt. Geschrieben habe ich ihn eigentlich für bastiHs Kurzschluss-Aktion, aber die gab es ja dann nicht mehr.Ich war nämlich schon vor meinem Auftritt in Berlin. Also alleine meine ich.

Berlin. Ja herrgottnochmal ist das schon wieder lange her. Fünf oder sechs Jahre ist es her, als ich mit 2 Kumpanen in der Hauptstadt war. Kurz nach Weihnachten zum alljährlichen Kongress des CCC.

Der spannendste Teil der Reise war aber auf jeden Fall unser erster Clubbesuch in Berlin und unserem Leben. Nicht weit von unserer kleinen Pension, in die wir uns eingemietet hatten, war der Magnet-Club. Mitten in Friedrichshain.
Als es daran ging, den Abend zu gestalten, war dieser Club ganz oben auf der Liste der Wünsche. Nicht weit weg und kein Eintritt mitten in der Woche. Einziges Problem: Wir waren jung. Und mit jung meine ich jung. Wir waren gerade so in dem Alter, in dem man offiziell Bier mal kosten aber Obstler nichtmal angucken darf.

Also standen wir davor wie ein Kind vorm Schokoladenregal, wenn es erst Mami fragen muss. Und wir fragten, besser gesagt mein Kumpel fragte, nachdem wir den mit dem meisten Mut ausgeknobelt hatten. Ob wir da denn auch mal rein dürften. „Ausnahmsweise, aber bis Mitternacht seid ihr wieder draußen!“, höre ich den Türsteher sagen und verschwinde im schimmernden Rot des Magnets.

OK, wir werden komisch angeschaut, aber mit dem Selbstbewusstsein des hässlichen Ent-leins war uns das egal. Also Bier holen und ab auf einer der vielen Sofen, Couches und anderen Sitzmöbel rund um die eher kleine Tanzfläche. Gemütlich war es und man fühlte sich fast schon so, wie man sich jetzt fühlt, wenn man in einem kleinen rauchigen Club ein Bier trinkt und in Gedanken zu versinken droht: Man(n) fühlt sich wohl.

Wohl gefühlt haben sich anscheinend auch die 2 Mädels auf der Couch vor uns, die sich mit zunehmender Regelmäßigkeit zu uns umdrehten um einen Blick auf die 3 Kerle zu erhaschen, die hier nicht so richtig reinpassten, sich aber trotzdem wie daheim fühlten.

Die Mädels waren wenn überhaupt nur unwesentlich älter als wir und nicht gerade unser Beuteschema. Hey, außerdem waren wir jung und hatten in Clubs noch nie Mädels angesprochen, weil wir ja noch nie in Clubs waren.
Die Begebenheit, dass sie sich konsequent zu uns umdrehten, aber anscheinen auch nicht den Mut hatten, uns anzusprechen, verwirrte uns allerdings. Wir machten uns schon Sorgen, dass sie am nächsten Morgen eventuell von immensen Nackenschmerzen geplagt sein könnten und schmiedeten einen Plan. Und mein Kumpel führte ihn aus.
Er stand auf, ging schnurstracks auf die Couch und den beiden zu.

„Hey ihr beiden, wenn ihr euch da rüber setzt, braucht ihr euch nicht die ganze Zeit rumzudrehen…“

Großartige Aktion in dem Moment, heute wirkt sie allerdings manchmal ein wenig arm. Aber nicht minder gut.
Die beiden waren auf jeden Fall innerhalb von wenigen Minuten verschwunden. Ob aus Abneigung oder dem Gefühl, erwischt worden zu sein, weiß ich bis heute nicht.

Aber der Abend hat sich gelohnt. Für mich, für uns und für den Club bestimmt auch. Immerhin haben wir gut zugelangt.

Ich fühle mich in rauchigen Clubs immer noch wohl und werde wohl noch einmal wieder-kommen. Auch in den Magnet-Club.

Nach Berlin.