Jeden Tag Fasching
Heute ist Aschermittwoch und somit die ist die fünfte Jahreszeit nun auch endgültig vorbei.
Ich mag ja verkleiden nicht. Also dass ich mich verkleide. Bei anderen find ich das gut bis perfekt, denn manche Menschen sind im Normalzustand sowieso nicht anzuschauen. Und bei mir ist sowieso jeden Tag Fasching. Wurde mir jedenfalls so gesagt. Ob ich das gut finden soll weiß ich noch nicht so recht.
Auf jeden Fall habe ich es mir nicht nehmen lassen, letzten Samstag dann doch auf Drängen mehrerer weiblicher Mitbürger mal den “Tollen Samstag” in Ilmenau zu besuchen.
Und ich muss sagen: Ich hätte sie alle mit nach Hause genommen. Also fast alle, bis auf die männlichen und die, die nicht ganz ins Beuteschema passen. Aber sonst alle. Teufelinnen, Krankenschwestern, Piratinnen, Polizistinnen. Alle. Ich denke die hätten sich sehr gut auf meinem Sofa gemacht. Mit mir dazwischen. Ganz klar.
Mich überkam anfangs die Angst, zu viele betrunkene Idioten zu treffen und auch welche, die ganz nüchtern schienen. Aber ich wurde verschont. FAST!
Denn ein Genosse, der sich unter der Kategorie “Mann” verbucht, hat mal wieder nicht locker gelassen und musste sich vor meiner Begleitung profilieren. Kann man machen, muss man aber nicht. Und sollte man bei ihr auch nicht, denn sie weiß sich zu wehren. Geistig, körperlich und mit einer grandiosen Geste, die mir die Mundwinkel in die Höhe schnellen lies.
Da kam er an und sprach sie an. Er redet ja nicht mit mir, hat er gesagt. Soll er doch. Bin nicht scharf drauf gewesen, als ich gemerkt hab, dass sein IQ knapp unter Zimmertemperatur liegt. “Ich weiß, ihr Mädels wollt mich alle und ich kann das verstehen. Aber ich will euch nicht. Das tut mir leid. Aber ihr seid einfach nicht mein Niveau” Gut. Damit können die Mädels leben. Denn sein Niveau klebt unter den Absätzen ihres Niveaus. Aber was solls. Er hat es sich trotzdem nicht nehmen lassen, meiner Begleitung einen Schnapps auszugeben. Insgeheim sehnt er sich nämlich nach einer kleinen Niveauspritze. Den Klopfer nahm sie auch gerne an.
Es kam wie es kommen musste: Sie klopften, schrauben und stoßen an. Und bewegen die kleine Flasche zum Mund. Er kippt und sie kippt auch. Sie allerdings nicht in den Mund, sondern ihm netterweise vor die Füße.
Eigentlich bin ich gegen das Verschütten von alkoholischen Getränken jeder Art, aber für seinen Gesichtsausdruck in dem Moment hätte ich ruhig noch ein paar Kurze geopfert. Er hat geschaut wie ein Auto, sie überlegen und ich hab gelacht. Mensch, was hab ich gelacht. Er nicht. Schade. War doch auch für die restlichen Mitmenschen auf dem Parkett witzig. Abfuhr erster Klasse, auch das muss mal sein.
So war der Abend. Wir haben gelacht, getrunken und Spaß gehabt.
Es war gut, auch wenn mein Sofa leider weiter ohne leichtbekleidete Mädels und Uniform-Fetischistinnen auskommen muss.
Aber ich bin da. Fasching jeden Tag und so.