mit Liebe zusammengestellt…

Filed under: Allgemeines,Erlebtes,Gedankenwelt,Musikalisches — Smikey @ 14:27

Es ist jetzt über ein Jahr her, dass ich den Artikel über Mixtapes geschrieben habe. Ich habe damals gefragt, ob es noch Menschen gibt, die so etwas tun. Mixtapes machen, so richtig auf Kassette und so.  Manche sagten ja, manche sagten nein. Ich habe es auf jeden Fall getan. Und ich finde, es war gut. Achja. Und von dem Artikel auf dragstripgirl habe ich mich überhaupt garnicht inspirieren lassen, diesen Artikel hier zu schreiben. So weit kommts wohl noch.

Ein Mixtape. Das erste Mal darüber nachgedacht habe ich vor einem Jahr, als ich “High Fidelity” gelesen hatte. Ich fand, Mixtapes haben etwas handgemachtes, etwas romantisches. Natürlich wäre es toller, die Lieder selbst zu spielen und aufzunehmen, aber mit meiner Stimme tue ich da weder dem Menschen, der es hört, noch mir wirklich einen Gefallen. Also doch lieber die echten Künstler singen lassen.

Der endgültige Entschluss dazu, endlich so ein Tape zu machen, kam, als ich das Buch “Love is a Mixtape” gelesen habe, also vor ungefähr drei Wochen. Eine ganze Beziehung anhand von aufgenommenen Kassetten erzählt. Wenn das mal nicht Romantik pur ist. Genau. Und ich will das auch. Musik hab ich ja nunmal genug. Auf dem PC, auf CD und auf Vinyl.

Da ich ein MixTAPE machen wollte, brauchte ich natürlich Kassetten, eine tolle Anlage, die diese historischen Medien bespielen kann, hab ich ja noch. Auf GutGlück hab ich mich auf den Weg in einen dieser MarioBarth-Märkte gemacht. Eigentlich wollte ich der Peinlichkeit des Nachfragens entgehen, aber es ging nicht anders. Ich fand einen Azubi, den ich zum Mir-Zur-Seite-Stehen auserkoren hatte. “Heyhey… Sag mal, habt ihr noch leere Kassetten?” – “Du meinst leere Audiokassetten? MCs? Yo, da müssten noch welche da sein, komm mit.” Gesagt getan. Da standen sie. 5 Stück, 5 Euro. Teurer als Rohlinge, aber nungut. Wer das eine will, muss das andere mögen. “Hier, das sollten sie sein. Schau aber selbst nochmal nach, ich hatte sowas seit Jahren nicht mehr in der Hand.” Glaub ich ihm sogar. Ist aber das richtige.

Musik? Check. Rekorder? Check. Tapes? Check. Es kann also losgehen.

Mein Plan war von Anfang an eine englische und eine deutsche Seite. Schön gemütlich getrennt, damit man auch stilmässig richtig variabel sein kann. 45min pro Seite hatte ich Zeit. Müsste reichen für die Top10-11 der ruhigsten, aber tollsten Lieder der Künstler, die ich drauf haben wollte.

1. Seite: deutsch


1. Olli Schulz und der Hund Marie – Nimm mein Mixtape, Babe

Das dieses Lied auf das Tape gehört, erklärt sich ja wohl von selbst. Es ist wichtig, es ist gut und es ist der perfekte Einstieg.

2. Kettcar – Balkon gegenüber

Auch wenn es wesentlich emotionalere Lieder von Kettcar gibt, die auch wesentlich romantischer sind, hat dieses kurze Lied einfach diese “Du bist verdammt nochmal nicht allein”-Aussage, die ich großartig finde.

3. Dachterrasse – Spaziergang

Unfassbar melancholisch, unfassbar gut. “Die Vögel gehn allein nach Hause, denn die Luft ist voll von dir…” Ich kenne die Jungs persönlich und fand sie immer super.

4. Schrottgrenze – Nozomis Lieder

Eins der tollsten Lieder von Schrottgrenze. “Nur in meinen Liedern, kannst du fühlen wie ich wein’ und spüren, was es für mich heisst, auf dieser Welt zu sein…” Wenn das nicht gut ist, weiss ich auch nicht.

5. Tocotronic – Die Idee ist gut, doch die Welt noch nicht bereit

Einfach mal auf Leute zugehen. Leute mögen und Dinge tun, die sie glücklich machen. Leider sind wir noch nicht soweit.

6. Senore Matze Rossi – Die Zeit sitzt uns im Nacken

Senore Matze Rossi. Der ehemalige Sänger von Tagtraum. Er ist Solo einfach großartig. Und die Zeit, die sitzt jedem im Nacken.

7. Peter Licht – Alles was du siehst gehört dir

Dieses Lied hat soviel Optimismus, soviel Fröhlichkeit. Es kann ja nicht immer nur melancholisch traurig sein auf dem Tape.

8. Tomte – Die Bastarde, die dich jetzt nach Hause bringen

Eigentlich ein Verlassen-werden-Lied, welches nicht auf so ein Tape gehört. Aber “wie wir schweigend durch die Straßen ziehn, muss sich wundervoll anhören” muss einfach drauf. Geht nicht anders.

9.  Element of Crime – Vier Stunden vor Elbe

Element of Crime kenne ich ja selbst noch nicht so lange. Aber solange liebe ich sie auch schon. Und dieses Lied ist zwar ruhig, aber nicht so depressiv wie der große Rest. “Diesmal, mein Herz, diesmal gehst du mit.”

10. Götz Widmann – Moleküle und Galaxien

Dieses Lied passt stilmäßig eigentlich nicht zwischen die anderen, aber es ist toll. Götz ist toll und deswegen darf er das. Oder in dem Fall eben ich.

11. ClickClickDecker – Ich beneide dich um deinen Sternenhimmel

Na wenn der Titel schon nicht gut genug ist, um auf das Tape zu kommen, das restliche Lied ist es allemal. “Wo ist der Ausgang aus dieser Stadt, die niemals pennt? Du liebst ihn unsterblich, obwohl ihr euch nicht kennt.” Genau.

Damit ist die erste Seite zu Ende und die zweite folgt gleich danach. Auf englisch und eher oldielastig.

2. Seite: englisch


1. Rolling Stones – You can’t always get what you want

Ich gebe zu, ich kenne es erst seit “Californication”, aber ich finde es fantastisch. Ein so fröhliches Lied mit einer so realistischen Botschaft

2. Bon Jovi – Dift Away

Ein Dobie Gray – Cover, welches ich auf meiner ersten Bon Jovi-Kassette hatte. Fand es damals schon toll. Und live noch dazu. Bootleg-Version. Hat nicht jeder.

3. Spitting Off Tall Buildings – Heartbeats

Jana Pallaske covert The Knife. Ich finde es grandios und sogar besser als das Original.

4. Sonic Youth – Superstar

Das letzte Cover auf diesem Tape. Ursprünglich von den Carpenters. Und bekannt aus dem Juno-Soundtrack. Ich mag es. Hat mich auf Sonic Youth gebracht.

5. The Smiths – There is a light that never goes out

The Smiths. Manche lieben sie, manche hassen sie. Ich persönlich liebe lieber. Und besonders dieses Lied. Ist meiner Meinung nach eines der besten.

6. Bob Dylan – If you see her, say hello

Auch ein Verlassen-werden-Lied, glaube ich. Aber es ist Bob und nur wenige können besser leiden als er.

7. Cat Stevens – Hard Headed Woman

Cat Stevens. Das Lied hab ich irgendwo auf einer Platte gefunden. Wenn er “I know a lot of fancy Dancers” brüllt, kriege ich ne Gänsehaut.

8. Eagles – Doolin Dalton

Irgendwie gehören die Eagles da drauf. Warum es gerade das Lied sein musste, weiß ich nicht. Ich finds einfach gut.

9. Guns’n'Roses – Patience

Geduld braucht man. Unbedingt. Und wenn man sie so rausschreit wie Axl Rose, dann gehört das auf Kassette gebannt.

10. Bruce Springsteen – No Surrender

Der Boss. Und dann auch noch mit einem Lied, welches eigentlich sehr rockig ist. Aber nicht in der Live-Version von meiner Platte. Da hört man nur Mundharmonika, Gitarre und Gesang. Ich könnte heulen. “No Retreat, No Surrender”

Das ist es. Mein allererstes Mixtape. Und ich finde es grandios gelungen.

Nun brauchte es nur noch einen Empfänger, besser noch, eine Empfängerin. Ist ja logisch oder? Und ich habe eine gefunden, die es würdig ist, so etwas besonderes geschenkt zu bekommen. Und weil ich der bin, der ich bin, wollte ich sie überraschen. Auch wenn viele wussten, dass ich ein Tape mache und auch viele darum gebettelt haben, habe ich es in einen Briefumschlag gesteckt und zu ihr geschickt.

Dachte ich zumindest. War nämlich die falsche Adresse. Hab ich aber erst nach einer Woche auf-heissen-Kohlen-sitzen erfahren. Und fands nichtmal schlimm. Jetzt freut sich vielleicht ein anderes Mädchen auch über ein Tape.

Ich habs nochmal geschickt. Und diesmal kam es bei ihr an. Geschafft.

Kleine Italienerin

Filed under: Erlebtes,Gedankenwelt — Smikey @ 18:59

Darf man eine Italienerin auf ein Eis einladen? Das ist so die Frage, die ich mir in den letzten zwei Tagen gestellt habe.

Aber fangen wir mal gaaaanz von vorne an. Es war Samstag und es war nix los. Also, los war schon was, aber mit den Leuten nicht. Bin ich ja nicht anders gewohnt. In jedem Falle sollte aber in Ilmenau was gehen. Bands und so. Und da ich für echte musikalische Unterhaltung natürlich immer zu haben bin und auch die Ausgaben im Studentenclub sich durch meine kleine Portokasse decken lassen, wollte ich da natürlich hin. Aber alleine? Auf der einen Seite sieht das von außen immer ziemlich armseelig aus. So als hätte man keine Freunde und so. Und ähm. Versuch das mal einem vernünftig zu erklären und so, dass er das dir auch abkauft, wenn du so als erster ganz alleine vor dem Club stehst. Da haste verloren. Aber was solls. Ich hab ja Selbstvertrauen so groß wie halb Erfurt und deswegen macht mir sowas garüberhauptnix aus. Also. Wenn ich erstmal da bin. Vorher hab ich mit mir zu kämpfen.

Aber ich bin trotzdem hingefahren. Und es war gut.

Musikalisch wurde als erstes eine Punkband aus Hanover geboten. Das “Flaming Pussy Project” (omg. komm ich jetzt wegen dem P-Wort auf den Index?). Zwei Frontfrauen, die sich in t.a.t.u.-esker Manier auf der Bühne geküsst haben. Und ja. Die Masse war begeistert. Und ein riesiger Bassist mit Armeehelm und Buttons dran. Klischeehaft, aber irgendwie cool. Die Musik war so, naja… Punkig und dreckig halt. Nicht ganz schlecht, aber ja. Dreckig halt.

Danach kam der Headliner des Abends. “Harakiri Surprise” aus Ilmenau. War ja immerhin ihre CD-Release-Party. Und die waren ja mal richtig gut. GrungePunkMetalStonerRock. Sehrsehr gut irgendwie auch virtuos und gutgelaunt und mit Striptease und GoofyShirt und nackten Bassisten und Liebesliedern und und und… der CD-Verkaufs-Tante… eine kleine Italienerin. Also. Haben sie gesagt. Sowas sieht man ja nicht unbedingt auf den ersten Blick. Ist auch unwichtig, denn ihre immense Süßigkeit hätte mich auch so erwischt. Ganz unabhängig jeglicher Herkunft und so. Bin ja da totalst flexibel eingestellt. Auf jeden Fall war sie ja mal die Süßigkeit in Person und ich war wieder zu feige richtig was zu reißen. Und als ich dann wollte, ja dann. Ähm. War ich in einer sehr doofen Situation. Denn ich hatte ihr natürlich eine CD abgekauft. Die Band war ja ganz großes Tennis auf ganz kleiner Bühne und Lokalmathador und so und ausserdem gab das nen Anstoß mit der “kleinen Italienerin”, wie sie niedlicher- und wahrheitsgemäßer Weise von der Bühne aus betitelt wurde, mal kurz einen Plausch zu halten. Also hab ich die CD bezahlt und freu mich schon wie ein Schneekönig im Sommer, dass ich mit ihr rede und sie mich, ja SIE MICH angefasst hat. mit beiden Händen. Muahahaha. Und dann hab ich gemerkt, dass mein Geld alle war. So richtig alle. Portokasse leer. Und da hatte ich mir gerade ein Herz gefasst und wollte sie auf einen Drink einladen. Arschlecken Feuerwerk. Hat sichs mit einladen und so. Gottseidank hab ichs gemerkt bevor ich angefangen hab zu reden und einzuladen. Stellt euch mal vor ich lad sie ein und steh dann doof an der Theke und kann nicht bezahlen. Wie sieht das denn aus. Darf ich garnicht drüber nachdenken, obwohl so eine Aktion durchaus typisch für mich gewesen hätte sein können.

So ging der Abend auf jeden Fall zu Ende. Ich ohne Date und ohne Namen und Telefonnummer und so. Nicht so die Monsterausbeute aber der Abend war trotzdem grandios. Musikalisch. Und wenn man allein ist, kann man sich eben auch auf die wirklich wichtigen Dinge des Lebens konzentrieren. Hab ich ja. Also werd ich das ab jetzt öfter machen. Alleine weggehen. Auch wenn es scheisse aussieht. Ich kann das. Bäm!

Soooo.. Aber nun wieder zum eigentlichen Thema. Kann man eine kleine Italienerin auf ein Eis einladen? Ich hab nämlich die unglaublich grandiose Idee gehabt, genau dies zu tun. Durch meine stalkerisch-kreativen Fähigkeiten in den Weiten des Internets hab ich sie nämlich gefunden. Yeah. Und ihr geschrieben. Yeah. Ob ich meine Einladung, die ich ja nicht ausgesprochen habe auf Grund hemmungslosen Geldmangels, noch nachholen könne. Yeah. Aber geantwortet hat sich nich. Schade.

Auf jeden Fall hab ich mir in diesem ganzen Zusammenhang eben diese wichtige Frage gestellt. Italienerinnen zum Eis einladen. Oder auf ne Pizza. Das wäre ja wie ne Deutsche auf ne Bratwurst oder ne Russin auf nen Wodka einladen. Mich zum Beispiel könnte man durchaus auf eine Bratwurst oder ein Schnitzel einladen und ich wäre hin und weg. Aber ich bin auch nicht Maß aller Dinge. Definitiv nicht.

Ich habe da mal ein paar Menschen befragt. Die einen sagen “Klar kann man das”… Weil dann ist ja gleich Gesprächsstoff und ein Witz am Rande da. Nicht schlecht. Aber stellt euch mal vor, man meckert das ganze Date lang über die schlechte Qualität des Eises. Na dann hat man es gekonnt. Also muss man einen RICHTIGEN Italiener mit RICHTIGEM italienischen Eis suchen. Keine “Chemiepampe”, wie eine Freundin gesagt hat. Gar nicht so einfach. Als doch lieber Cocktails schlürfen gehen? Ist unverfänglich. Und ähm. Macht hemmungslos. Im guten Sinne von “hemmungslos” und nicht im schlechten, verruchten Sinne.

Ich bin für Cocktails und Bier. Immerhin kriegt das Mädel sowieso Pluspunkte wenn es Bier trinkt. Und das als Italienerin. Yeah.

Abdrücke

Filed under: Aus eigener Feder,Gedankenwelt — Smikey @ 16:50

Dies ist der Beitrag, mit dem ich am Samstag die Bloglesung eröffnet habe. Bisher habe ich es nicht übers Herz gebracht, ohne zu veröffentlichen, aber durch die positive Resonanz auf den gelesenen Text habe ich mich doch dafür entschieden. Und hier ist er.

Ich laufe einfach los. Ich hab die Tür hinter mir zufallen lassen und der Knall hat meine Gedanken freigesprengt. Die Enge des Hauses hat mich eingesperrt. In seinem Zimmer zu sitzen und sich nicht daheim zu fühlen ist grausam. Hier draußen fühle ich mich frei und die Gedanken schwingen von Laterne zu Laterne, während ich die Straße entlang gehe. Es schneit. Es schneit so sehr, dass innerhalb von Minuten alles von einer weißen, glitzernden Schicht bedeckt ist. Alles, außer Fußabdrücke. Meine Fußabdrücke. Es ist viele Jahre her, dass ich sie hier hinterlassen habe. Mit einem Stechen in der Brust wandere ich sie jeden Tag entlang. Sie führen von hier weg aber sie kehren nie zurück, genauso wie auch ich nie zurückgekehrt bin.

Aber als ich das hier damals alles verlassen habe, habe ich mein Herz mitgenommen. Und es irgendwo auf dem Weg verloren. Nun bin ich zurück ohne mich geborgen zu fühlen.

Home is where your heart is
und meins ist irgendwie nicht hier. Nicht an dem Ort, an dem ich es lassen wollte um einen Grund zu haben, zurück zu kommen.

Ich schaue mich um und versuche zu erkennen, warum mir das, was mir vertraut und geliebt vorkommen sollte, so fremd erscheint. Überall sehe ich Menschen, die ich kennen und lieben sollte, aber nichts davon ist der Fall. Ich sehe ihnen zu wie sie ihr Leben leben und fühle mich zwischen ihnen trotzdem allein. Ich habe sie um mich herum und bin trotzdem nicht glücklich. Ich vermisse die Freunde, die ich in den letzten Jahren kennen und lieben gelernt habe. Freunde, die mich begleitet haben und mich zu dem gemacht haben, der ich heute bin. Diese fehlen nun und ich bin zurück um hier alte Freunde wieder neu zu finden. Ich lerne sie wieder kennen. Und zwar auf eine andere Weise, als ich sie damals kennengelernt und gemocht habe. Und komischerweise es tut gut. Das erneute Kennenlernen vermittelt das Gefühl von Wärme und ich sehe Dinge in einem Licht, an welches ich nie zu glauben gewagt habe.

Ich lerne Menschen kennen, dich seit Ewigkeiten kenne, aber sie nie wirklich wahrgenommen habe. Und ich mag sie. Und das ist ein großartiges Gefühl.

Andere, die ich damals gebraucht habe und die mir Geborgenheit geschenkt haben, haben sich verändert. Auch ich habe mich verändert. Aber in eine andere, falsche Richtung. Oder ist es andersherum? Ist es so, dass hier alles falsch gelaufen ist und ich alles richtig gemacht habe? Während mir die Schneeflocken ins Gesicht peitschen, merke ich, dass beide Sichtweisen durchaus ihren Funken Wahrheit beinhalten müssen. Es ist eben alles anders geblieben und jeder hat seinen Weg gewählt. Auch ich habe meinen gewählt und muss nun feststellen, dass ich mein Ziel aber noch lange nicht erreicht habe.

Langsam bin ich auf dem Rückweg meines Spaziergangs und es schneit immernoch. Ich weiß schon gar nicht mehr, warum ich das Haus überhaupt verlassen habe. Aber es war richtig. Ich glaube alles war richtig. Alles was geschehen ist und wie ich bis hierher gekommen bin. Jeder geht seinen Weg und das hier ist meiner. Als ich vor meiner Haustür ankomme, merke ich, dass ich etwas hinterlassen habe.

Fußabdrücke, die nicht mehr nur von hier weg führen. Ich hinterlasse Abdrücke, die nach Hause führen. In das Hier und Jetzt.

Home is where your heart is und meins ist wieder da wo es hingehört.

Hier.

3TB – one day after

Filed under: Allgemein,Alltag,Erlebtes,Externes,Gedankenwelt,Musikalisches — Smikey @ 11:17

Gestern war es endlich soweit. Die 3. Thüringer Bloglesung stand an und ich war wieder einmal dabei.

Meine Begleitung und ich schlugen leider erst kurz vor Beginn im Markt 11 auf. Bastih und co hatten schon fast einen Herzinfarkt bekommen, weil ich so spät war. Grund: Ich sollte beginnen zu lesen. Na prima. Aber dann hab ich es wenigstens hinter mir.

Aufgrund technischer Probleme verzögert sich das ganze noch eine Weile und ich darf mich solange wichtig fühlen, weil ich das erste Interview meines Lebens führe. Die Frage, ob ich aufgeregt bin hab ich mal entschieden mit “JAAA” beantwortet.

Und schon geht es los. Markus moderiert. Und schon muss ich da vor und die Menschen mit meinem Gefühlsexhibitionismus nerven. Cool, macht mir aber trotzdem Angst.

Ich beginne mit dem wohl persönlichsten Text, den ich bisher geschrieben habe und der auch immernoch auf seine Veröffentlichung wartet. Ob ich das tue, ich weiss es nicht. Aber es war wichtig, dass er mal gelesen wird. ReneS sagt, dass die Frauen angetan davon waren. Ich mein, ich mach das ja auch nicht zum Spaß. Ich war allerdings so aufgeregt, dass ich das nicht mitbekommen habe. Allerdings habe ich, als ich ab und an (sehr selten) aufgeschaut habe, ein unheimlich süßes Lächeln von Geradeaus vernommen. Hat mich ein bisschen aus der Bahn geworfen, aber ich hab versucht, mir das nicht anmerken zu lassen. ReneS war übrigens ähnlicher Ansicht. Gnihihi…

Der nächste Text den ich lese, ist “Schokopudding”. Ich habe einige Schmunzler von ein paar Mädels, auch von dem mit dem süßen Lächeln und einige Schmunzler von Bastih, der nur etwa 2 m von mir entfernt sitzt. Ich glaube, er war einer der einzigen, die den Wink mit dem Kettcar-Zaunspfahl verstanden haben Aber gut, dafür war er da. Der Zaunspfahl.

Der letzte Text ist “Hitch für Anfänger”. Der baut so schön auf “Schokopudding” auf. Ist mir allerdings erst aufgefallen, als ich die Texte gestern zusammengesucht habe. Aber gut. Die Po-Ente kommt wieder zu plötzlich und wieder weiß keiner, dass er jetzt schon klatschen soll. Ich bin fertig. Und es war gut. Und nun kann ich mich den Rest des Abends beruhigt hinsetzen und geniessen.

Als nächstes kommt das Kolumnistenschwein. Man muss politisch recht interessiert sein um seine Texte zu verstehen. Ich bin es und finde sie also wie immer großartig.

Danach pulsiv. Das Niveau sinkt. Sagt er selbst. Es geht um Titten, Analsex und Stress im Supermarkt. Ich habe gut gelacht. Und wer braucht schon Niveau. Meine Haut ist auch so zart genug.

Pause. Rauchen, Szenegetränke trinken und warten, dass es weitergeht.

Als nächstes kommt Rob. Ganz spontan. Sein Strip, nicht ganz so spontan, sondern vorsätzlich, lässt Mädels in Extase geraten. Tiefsinnig und gut sind seine Texte. Wusste ich vorher.

Sapere Aude ist an der Reihe. Es geht um Gott. Oder eben NICHT um Gott. Auf alle Fälle ist er Atheist und ich stimme ihm voll zu.

Der in die Bloglesung hineingevotete Geschichtenerzähler macht den Abschluss der 2. Runde. Und erzählt von Sandkastenspielchen der Politiker und Interviews mit Osama bin Laden. Und um Leberwurst. Sehr gute Ideen, aber mir leider FAST schon zu breitgetreten. Trotzdem Respekt. Sowas muss man sich erstmal einfallen lassen.

Pause. Das übliche Spiel.

Die dritte und letzte Runde wird eröffnet von Cuentacuentos. Eine Dame im besten Alter. Und aus Berlin. Extra angereist. Sie hat leider sehr leise Gesprochen, aber das, was ich verstanden habe, fand ich grandios. Tiefsinnig, gefühlsbetont und sehr sehr poetisch. Großartig.

Als letzter Bloggern lesenderweise ist Bastih nun an der Reihe. Er liest über Gefangensein in der Dixihölle, umgeben von einer Herde wahnsinniger Kühe und einen sehr sehr guten Text über Befreiung und Veränderung. Ich ertappe mich beim leichten Nicken, immer wenn er einen Gedanken beendet. Grandios. Nicht nur deshalb habe ich dem Zeitungsmädel nur gute Sachen von ihm erzählt. (bastih, für diese Aussage will ich nen Bier *g*)

Den krönenden Abschluss bildet jojo. Auf den Bloglesungen ist er immer vertreten, aber Cartoons lassen sich so schlecht vorlesen. Also hat er sich was überlegt und zeigt einen kleinen Cartoon-Film. Ich habe gut gelacht und nun endlich mal Nadini in real und live und so gesehen.

Schluss mit der Leserei, nun gehts ums ganze. Tombola.

Ich bin der erste, der etwas gewinnt. Und ich gewinne das, was prinzipiell sowieso jeder haben wollte. Mit der Nummer 43. Und zwar: *trommelwirbel*

WRESTLING-SAMMELKARTEN. Und eine ist vom Undertaker, na wenn das nix ist.

Der Rest gewinnt Bücher, Buttons, Computerspiele und Küsse von bastiH und Markus.

Nun ist aber wirklich Schluss und es geht ans Kennenlernen, ganz leicht zur guten Musik vom DJ Suga abschmoofen und Szenegetränke in sich kippen.

Es war also wieder sehr sehr gut. Ein schöner Abend mit tollen Bloggern, süßen Mädels, lustigen Anekdoten und tiefsinnigen Beiträgen, die einen nur zustimmen lassen.

Danke dafür.

hier die Meinung von anderen:

  • Presseartikel, und das Interview mit mir ist der Aufhänger. Na prima!

Verpasste Gelegenheiten

Filed under: Gedankenwelt — Smikey @ 21:27

Träume ergreifen die Gelegenheiten, die man am Tag wieder einmal verpasst hat.
So wie gestern, als ich dich an diesem großartigen Abend fast auf der Treppe umgeworfen hätte.

Ich war auf dem Weg nach Hause und du wolltest in den Raum hinter der Bühne. Backstage, um deinen Ruhm mit den anderen Menschen zu teilen, die mit dir zusammen diesen Abend zu dem gemacht haben, was er war.

Ich hab dich trotzdem auf einen Drink eingeladen und wir haben uns gut verstanden. Wir haben geplaudert und ich bin versunken. In deinen Augen, in deiner so zärtlichen Stimme, die mich schon fasziniert hat, als du ein schüchternes “Hallo” von der Bühne in den großen Raum geworfen hast.

Im Traum. In der bitteren Realität habe ich nur verlegen gegrinst und bin weitergelaufen.

“Scheisse”, dachte ich, als ich nach diesem wirklich guten Traum morgens allein in meinem Bett aufgewacht bin. Wieder einmal hat er Mut nicht gereicht und ich könnte mich selbst ohrfeigen, dass ich diese winzige, eigentlich aussichtslose Chance trotzdem nicht ergriffen habe. Wieder so eine Gelegenheit, von der man erst merkt, dass man sie verpasst hat, wenn man realisiert, dass man im Traum viel mutiger war, als im Leben danach.

Blinken im Frühling

Filed under: Allgemein,Aus eigener Feder,Gedankenwelt — Smikey @ 07:28

Es blinkt und mein Herz fängt wieder einmal an, schneller zu klopfen. OK, es ist nur das Fenster vom InstantMessenger auf meinem Laptop, dass mich so in helle Aufregung versetzt. Ein leises “Huhu” springt mir entgegen und ich weiß, welcher Name vor dem Doppelpunkt steht. Und ich freue mich. Mein Herz hüpft herum, wie bei einem Kind, wenn es das erste Mal länger aufbleiben darf.

Und es tut gut.

Irgendwie ist es naiv und teenagerlike über jeden Satz von ihr nachzudenken und zu versuchen, irgendetwas hinein zu interpretieren. Interpretiert man pessimistisch, ist man sowieso im Arsch. Und interpretiert man zu optimistisch, dann kommt irgendwann der große Knall. Am besten man macht das, was man als Mann immer macht. Lesen und abnicken. Nicht bewerten, erstmal nur hinnehmen.

Ich denke trotzdem nach. Über alles. Mal opti- mal pessimistischer. Der Masterplan.

Denn irgendwie ist er da. Er kam ganz plötzlich und nun ist er da. Mit Schmackes angekommen im neuen Jahr. Der Frühling. Wenn ich aus dem Fenster meines unaufgeräumten Zimmers blicke, grinst mich etwas an. Die Sonne. Sie grinst so sehr, dass sogar ich zurückgrinsen muss, weil es einfach gut tut, von ihr angelächelt zu werden.

Denn ich habe einen neuen Versuch gestartet. Einen Versuch, einen Teil meines Lebens wieder in eine geordnete Bahn zu bringen. Gut, Single sein kann auch relativ geordnet ablaufen und eine Beziehung kann auch durchaus im totalen Chaos enden. Aber ich denke ihr wisst was ich meine. Endorphine und so. Körpereigen.

Ich spüre keinen Hauch von Frühjahrsmüdigkeit. Ich bin wach. Und endorphiniert.

Das Auge isst mit!

Filed under: Erlebtes,Gedankenwelt — Smikey @ 15:14

Man geht ja nicht umsonst in die Mensa. Also ich meine abgesehen vom Essen. Ich persönlich neige dazu, dauernd im Saal herumzuschauen ob ich bekannte, interessante, komische oder süße Gesichter sehe. Ab und an wird das sogar mit Erfolg gekrönt.

Heute zum Beispiel.

Während ich also gemütlich so sitze, dass ich den ganzen Saal im Blick habe, was ein menschlicher Grundmechanismus bei der Platzwahl ist, und gemütlich Fisch in Bierteig und Reis in mich reinschaufel, lasse ich also meine Augen durch den Raum schweifen.

Und *baaaaaaaam*, getroffen. Also symbolisch. Ich habe jemanden erkannt. Ein Mädel aus meiner alten Schule. Mensch, die sieht immernoch so gut aus wie “damals”. Wenn ich nur wüsste, wie lange “damals” her ist.Auf jeden Fall habe ich sie entdeckt und erkannt. Sie mich aber nicht. Was dazu führt, dass ich ab und an rüberschaue, sie aber nicht zurück. Perfekt für Beobachtungen, eher ungeeignet für mentale Unterhaltungen per Augenkontakt.

Also schaufel ich weiter und schau hin und wieder in regelmäßig immer kürzer werdenden Abständen rüber.

Als ich mich dann entschliesse, die Mensa wieder zu verlassen, muss ich zwangsläufig an ihrem Tisch vorbei. Und gerade als ich aufstehe und mir die Jacke über die Schulter werfe, schaut sie zu mir hinüber. *baaaaaaaam* Auch erkannt. Mit einem etwas komischen Gesichtsausdruck, der wohl Verwunderung über meine Anwesenheit ausdrücken soll, schaut sie zu mir. Und tuschelt mit ihrer Tischnachbarin.

Als ich an ihrem Tisch vorbeilaufe, treffen sich unsere Blicke und ein Lächeln sowie ein leises “Hallo” huschen uns über die Lippen.

Super. So kann der Tag weitergehen.

Ich war nicht auf der Suche nach einer langen Unterhaltung. Ich kenne sie fast nur vom Sehen, aber trotzdem war es ein guter Moment.

So wie er war, nicht mehr und nicht weniger.

WinterSommer

Filed under: Gedankenwelt — Smikey @ 14:01

Und schon wieder muss ich mich auf einen Beitrag von storchO beziehen.  Diesmal geht es ums Wetter. Natürlich nur symbolisch.

Es geht um das allgemeine Hochgefühl der Menschen, die jemanden gefunden zu haben scheinen. Es geht um das Gefühl, dass viele erst im Frühling verspüren. Der Frühling scheint dieses Jahr direkt an den Herbst anzuschließen. Während vor dem Fenster die Temperaturen soweit sinken, dass selbst Eisblumen zu erfrieren drohen, sitzen die Menschen um mich herum und sind wohl von den Herbstdepressionen gleich in die Frühlingsgefühle gewandert.

Man trifft einen Menschen, der perfekt zu einem zu passen scheint. Und es fühlt sich gut an. Es fühlt sich sogar noch besser an, wenn dieser Mensch ähnlich denkt. Und wenn sich dann noch beide dieser Tatsache bewusst sind und dementsprechend handeln, scheint die Perfektion geglückt.

Nicht, dass mich das nicht freuen täte. Nein, im Gegenteil. Glückliche Menschen sind gute Menschen.

Aber wenn man kurz vor dieser Perfektion ohne Nachfrage die rosarote Sonnenbrille vom Gesicht gerissen und gleich einen Schlag hinterher bekommt, dann weiss man, dass man es wieder nicht geschafft hat.

Bei mir ist noch Winter.

Drinnen und Draußen

Filed under: Gedankenwelt — Smikey @ 20:24

“Was ist wenn du jemanden anrufst, aber keiner geht ran?”. StorchOs Beitrag hat mich nachdenklich gemacht. Also nicht dass ich heute nicht schon nachdenklich genug gewesen wäre, aber das hat echt nochmal so ein Sahnehäubchen oben drauf gesetzt.

Technik, die begeistert und verbindet. Doch wo wären wir ohne sie und wo sind wir mit ihr? Ich muss zugeben, dass ich selbst Teil der Gesellschaft bin und genau das verkörpere, was Storch da zum besten gibt. Da wartet man stundenlang vor dem Monitor, damit das kleine Fensterchen kommt, dass einem das Im-Netz-Erscheinen einer bestimmten Person anzeigt. Und dann schreibt man drauflos wie ein Irrer. Doch warum ruft man nicht einfach an? Oder noch besser: Warum geht man nicht einfach mal vorbei? Ist doch um die Ecke.

Ganz genau: Weil uns der Mut dazu fehlt. Der Mut mit den Leuten einfach so von Angesicht zu Angesicht zu reden. Kein Selbstvertrauen, keine Youtube-Videos zur Gesprächspräparieung. Einfach losreden fällt manchen von uns so schwer. Was im Internet noch so einfach ging erscheint “draußen” schon fast unmöglich. Und das ist traurig und schlimm. Und am allerschlimmsten ist, dass ich dazugehöre. DAS ist wirklich schlimm.

Ich muss trotzdem sagen, dass ich die Möglichkeiten der Technik immernoch großartig finde. Nicht umsonst bin ich Informatikstudent geworden. Aber was noch viel wichtiger ist:

Ich habe Menschen kennengelernt. Mit oder besser über diese Technik. Ich habe viele Menschen kennengelernt und manche so gut, dass ich will, dass dieses Kennenlernen nicht mehr nur in die virtuellen Realitaet stattfindet. Ich will es entführen in das reale Leben, das Draußen. Das Leben, das es auch noch gibt wenn der Strom ausfällt.

Denn dort spielt es sich ab. Alles was wirklich wichtig ist.

Hallenspiel (Der Tragödie erster Teil)

Filed under: Aus eigener Feder,Gedankenwelt — Smikey @ 10:10

Eine leise Melodie durchbricht die Stille der Nacht. Er steht am Fenster im 6. Stock des Hauses und schaut auf die Lichter der Stadt. Durch den Regen. Er denkt nach. Über die Vergangenheit und wie er hier gelandet ist. In der Stadt ohne Gesicht und ohne den Hauch von dem Gefühl, das er einmal hatte, als er noch nicht so viel gedacht hat. I’ve seen this happen in other people’s lives and now it’s happening in mine. The Smiths, eine seiner Lieblingsbands. Auch das hat sich geändert in der letzten Zeit. Die unbeschwerte Musik seiner Jugend gibt es nicht mehr oder er hatte sie verloren. Verstaut in einer großen Kiste ganz weit hinten in seiner Erinnerung. Nur einmal wieder, so wie früher, um die Häuser ziehen und mein Leben spüren. Er erinnert sich gern daran, wie sie früher einfach nur dort saßen. Früher, so ein großes Wort, vielleicht zu groß um eine Zeit zu beschreiben, die erst 3 Jahre zurück liegt. Dort wo sie saßen, an der Turnhalle der Schule. Und redeten. Und Bier tranken. Viel Bier. Nächtelang. Sie redeten über Gott und die Welt, Beziehungen und den Sinn des Lebens. Und das ganze jedes Wochenende. Für die Außenwelt ziemlich unspektakulär, aber für sie eine Erfüllung. Zusammen sein, unter sich, nichts anderes wollten sie. Und wenn die Nacht den Tag besiegt hatte und die Matratze nach ihren Köpfen rief, hatte niemand jemals das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Im Gegenteil. Und die Zeit sollte nie eine Rolle spielen und doch sitzt sie uns im Nacken.

Fortsetzung folgt…

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