Unter Strom.
Also entweder will man uns langsam aber sicher von hier vertreiben oder wir gehören einfach so nicht mehr zur Zivilisation.
Nachdem schon in den letzten Wochen der Strom mehrmals durch Baumumfallen gestört und auch schon über mehrere Stunden (10 an der Zahl) ausgefallen war, wurde heute der bisherige Rekord um 2h gebrochen. Über Nacht keinen Strom ist ja insofern noch akzeptabel, weil man ihn da im Normalfall nicht brauch. Mal ganz abgesehen davon, dass die Heizung dann natürlich auch nicht funktioniert und es auf Dauer arschkalt wird.
Aber hier war heute von 4 Uhr morgens bis 16 Uhr kein Strom. Tolle Wurst. Ohne warmes Wasser duscht es sich ziemlich beschissen und ohne Fön/Haartrockner sieht man danach sowieso aus wie ein geplatzter Hamster. Alles annehmbar, wenn man sowieso nicht aus dem Haus muss. Und dann sitzt man vor den rohen Schnitzeln wie das Schwein vorm Uhrwerk. Die werden nicht gar. Egal, wie heiß man sie anschaut. Kann man machen was man will. Über die fehlende Wärme will ich garnichts weiter sagen. 10 Grad im Zimmer ist schon hart an der Grenze. Da helfen nur gefühlte drölf Paar Socken, siebentausend Pullover und Unterwäsche, wie man sie sonst nur aus AntarktisDokumentationen auf N24 kennt.
Aber das allerallerallerfatalste: Das Internet geht nicht. Ihr wisst ja garnicht, wie schlimm das ist. Ich lebe ja quasi in diesem Internet. Und obwohl es hier aussieht wie in einer Hehlerbude mit Laptops und anderer Technik, nützt auch der beste UMTS-Stick nichts, wenn nach ca 3-4h alle Akkus sämtlicher Laptops leer sind. Und was tut man dann? WAS TUT MAN DANN?
Mein Kumpel meinte, ich solle einfach anfangen zu trinken. Alkohol. Auch wenn das natürlich morgens um 11 gesellschaftlich noch nicht ganz anerkannt zu sein scheint. Aber ohne Strom kann ich leider auch auf keine Uhr gucken. Und da könnte man ja schonmal vorsorglich anfangen zu trinken. Nach vielen Stunden erschien mir der Plan auch immer besser. Ich bin aber (fast) hart geblieben. Den Nachmittag hab ich im Bett verbracht. Wobei ich das ja nach Aussagen verschiedener voneinander unabhängiger Stellen sowieso immer tue. Ich bin ja immerhin Student.
Jetzt sind wir auf jeden Fall in der Zivilisation angekommen. Der Plan für die nächsten Tage: Alle Akkus konstant geladen im Anschlag haben und CampingKocher für Glühwein besorgen. Man muss ja vorbereitet sein.
Achja. Ich brauche übrigens einen Hamster, der bei Stromausfall meine Schallplatte am Laufen hält. Ich nenne ihn dann “Stromtierchen”
