Unter Strom.

Filed under: Alltag,Erlebtes — Smikey @ 18:04

Also entweder will man uns langsam aber sicher von hier vertreiben oder wir gehören einfach so nicht mehr zur Zivilisation.

Nachdem schon in den letzten Wochen der Strom mehrmals durch Baumumfallen gestört und auch schon über mehrere Stunden (10 an der Zahl) ausgefallen war, wurde heute der bisherige Rekord um 2h gebrochen. Über Nacht keinen Strom ist ja insofern noch akzeptabel, weil man ihn da im Normalfall nicht brauch. Mal ganz abgesehen davon, dass die Heizung dann natürlich auch nicht funktioniert und es auf Dauer arschkalt wird.

Aber hier war heute von 4 Uhr morgens bis 16 Uhr kein Strom. Tolle Wurst. Ohne warmes Wasser duscht es sich ziemlich beschissen und ohne Fön/Haartrockner sieht man danach sowieso aus wie ein geplatzter Hamster. Alles annehmbar, wenn man sowieso nicht aus dem Haus muss. Und dann sitzt man vor den rohen Schnitzeln wie das Schwein vorm Uhrwerk. Die werden nicht gar. Egal, wie heiß man sie anschaut. Kann man machen was man will. Über die fehlende Wärme will ich garnichts weiter sagen. 10 Grad im Zimmer ist schon hart an der Grenze. Da helfen nur gefühlte drölf Paar Socken, siebentausend Pullover und Unterwäsche, wie man sie sonst nur aus AntarktisDokumentationen auf N24 kennt.

Aber das allerallerallerfatalste: Das Internet geht nicht. Ihr wisst ja garnicht, wie schlimm das ist. Ich lebe ja quasi in diesem Internet. Und obwohl es hier aussieht wie in einer Hehlerbude mit Laptops und anderer Technik, nützt auch der beste UMTS-Stick nichts, wenn nach ca 3-4h alle Akkus sämtlicher Laptops leer sind. Und was tut man dann? WAS TUT MAN DANN?

Mein Kumpel meinte, ich solle einfach anfangen zu trinken. Alkohol. Auch wenn das natürlich morgens um 11 gesellschaftlich noch nicht ganz anerkannt zu sein scheint. Aber ohne Strom kann ich leider auch auf keine Uhr gucken. Und da könnte man ja schonmal vorsorglich anfangen zu trinken. Nach vielen Stunden erschien mir der Plan auch immer besser. Ich bin aber (fast) hart geblieben. Den Nachmittag hab ich im Bett verbracht. Wobei ich das ja nach Aussagen verschiedener voneinander unabhängiger Stellen sowieso immer tue. Ich bin ja immerhin Student.

Jetzt sind wir auf jeden Fall in der Zivilisation angekommen. Der Plan für die nächsten Tage: Alle Akkus konstant geladen im Anschlag haben und CampingKocher für Glühwein besorgen. Man muss ja vorbereitet sein.

Achja. Ich brauche übrigens einen Hamster, der bei Stromausfall meine Schallplatte am Laufen hält. Ich nenne ihn dann “Stromtierchen”

Grinsen und Glühwein.

Filed under: Allgemein,Aus eigener Feder,Erlebtes,Gedankenwelt — Smikey @ 17:44

Unsere Dozentin zeigte uns heute die bekannte optische Täuschung mit dem Bilder der alten/jungen Frau. Kennt ihr sicherlich. Wenn nicht. Nachschauen. Auf jeden Fall meinte sie, dass sie an Tagen, an denen sie gut drauf ist, immer zuerst die junge Frau sieht.

Ich schaute das Bild an und brauchte ein paar Sekunden, bis ich mich so konzentriert hatte, die alte Dame zu sehen. Vorher nur die junge Frau. Bin ich gut drauf? Ich glaube schon. Ich laufe seit ein paar Tagen mit einem Grinsen durch die Welt, dass man denken könnte, mir sei die Fresse von der Kälte festgefroren. Aber nein! Mir geht es wirklich gut. Ich hatte ein grandioses Wochenende. Ich sage nur: Glühwein, BenjaminBlümchenTorte, Kekse, Kaffee. Und das über Stunden. Seitdem bekomme ich das Lächeln nicht aus dem Gesicht. Nicht vordergründig wegen der Sachen, die ich in mich reingeschaufelt habe, sondern natürlich wegen der Person, die mir dabei Gesellschaft geleistet hat. Oder ich ihr. Oder wir uns. Ein grandioser Nachmittag, der meine Laune und meinen Tatendrang in die Höhe schießen lies. Prima.

Ich denke sogar darüber nach, dieses Jahr zu Weihnachten, Dinge zu verschenken. Mache ich eigentlich schon lange nicht mehr. Weil, weil, weil,  ich bestimmt ein egoistisches Arschloch in der Hinsicht bin. Aber dieses Jahr nicht. Die potentiell zu verschenkenden Geschenke sind von 0 auf 1 gestiegen. Ihr wisst schon. Und so.

Ansonsten geht die Glühweinsaison jetzt los. Adventsfenstermäßig. So eine Art Adventskalender im Dorf. 24 Tage, 24 Häuser, 24 Mal Glühwein und Fettbrote. Für lau. 24 Mal kein Abendessen daheim. 24 Mal nette Leute treffen.

Der Dezember wird heiß, Leute. Im Ofen, im Becher, im Herz.

Schnaps(zahl)-Geburtstag

Filed under: Erlebtes — Smikey @ 16:19

Vielleicht habt ihr es ja mitbekommen. Aber ich bin ja wieder ein Jahr älter geworden. Wie jedes Jahr. Ist verrückt.

Und da Koks, Nutten und Luxuskreuzfahrten sind ja nun ein wenig zu teuer für die Leute, die mich beschenken wollen. Und ob sie das machen würden, ist ja eine ganz andere Frage. Aber in die richtige Richtung konnte ich sie lenken. Ich habe nämlich, und nun kommts, *trommelwirbel*, ein FEUERZEUG bekommen. Ok. Bestellt hab ich es. Bezahlt isses noch nicht. Aber funktionieren tut es prima. Ein echtes Zippo. Mit rotem Stern und nem Spermium. Und so. Revolution. Ihr wisst ja, wie ich bin.

Ansonsten scheine ich geschenketechnisch ein recht einseitiges Image zu haben. Es gab Schnaps. Viel Schnaps. Ich mein, es geht ja schon in die Koks-Nutten-Richtung. Aber es war viel Schnapps. Obstler, Kräuterschnapps, Kirschlikör, Whisky, Wodka. Und Schnapsgläser. Leute. Ich mein, ich liebe Schnaps und ich freu mich auch wirklich. Aber das ist doch purer Eigennutz. Entweder sie wollen mittrinken (echter purer Eigennutz) oder sie wollen mich betrunken und gefügig machen (indirekter Eigennutz). Beides natürlich völlig in Ordnung. Danke.

Aber gefeiert haben wir. Am Samstag. 40Mann, 3 MitFeierer und ich war der einzige, der wirklich schon dieses Jahr Geburtstag hatte und durfte das Buffet eröffnen. Leute, das Buffet. Das war das Paradies. Neben dem Schnaps. Schnitzel, Steak, Würstchen, SpareRips, Klöpse, Hähnchen. Soviel kann man doch garnicht essen. Also ausser manche. Und es gab Schokolade im Blätterteig. Das war ja der pure Geschmacksorgasmus.

Alles in allem war also alles prima. Ich bin ein Jahr älter, ein Jahr näher an der Rente (zurzeit 45 Jahre), ich habe schön gefeiert, wichtige Menschen getroffen, viel gelacht, viel ge*hach*t. Danke dafür.

Die zweite Woche…

Filed under: Allgemeines,Erlebtes,Gedankenwelt — Smikey @ 17:11

Ich will ja nicht über jede einzelne Woche berichten, aber ich denke, diese war wichtig.
Nachdem ich im neuen Studium in der ersten Woche ja nur gefeiert, getrunken und kennengelernt habe, lief die zweite natürlich GANZ anders ab. Nämlich mit den ersten Vorlesungen. Kennengelernt wurde zwar auch weiterhin (und wie ich gehört habe, wurde auch getrunken und gefeiert), aber im Vordergrund stand diesmal das Lernen. Ja, Kinners, das Lernen.

Über Fächer wie Mathe und Englisch sag ich jetzt mal nicht viel. Ihr kennt mich. Das sollte zu schaffen sein. Aber die anderen, zum Beispiel Marketing, Medienpsychologie, Medienkonzeption, Medienentwicklung und Medienregulierung. Das sind ja mal schnieke Sachen. Unfassbar interessant. Und das sag ich nach den ersten Vorlesungen. Medienregulierung fasziniert mich ja bisher am meisten. Ihr wisst ja, dass ich nen Faible für Politik habe. Das ist genau mein Ding.

Zusammengefasst: Unfassbar viele Frauen, unfassbar interessante Fächer. Ich bin un- warte… warte… -FASSBAR zufrieden…

Die erste Woche…

Filed under: Allgemeines,Externes — Smikey @ 15:11

Heute ist sie rum, die erste Woche in der neuen Uni, dem neuen Studiengang. Und ich kann sagen, bisher bin ich mehr als zufrieden. Mein Horoskop, auch wenn ich eher unesoterisch lebe, sagte die Woche einmal, dass aus einem Gefühlsloch ein wahrer Sturm der Gefühle entstehen würde. Und es war wahr. Vollkommen wahr.

Die Menschen sind prima, einige noch viel primöser als andere ;) und die Einführungswoche war somit ein grandioser Erfolg. Es wurde viel getrunken, gefeiert, kennengelernt, gelacht, noch mehr gelacht und noch mehr gefeiert. Grandios sozusagen.

Und morgen gehts dann mit den eigentlichen Vorlesungen los. Gleich mit Mathe und Englisch. Sollte also ein ruhiger Montag werden. Ihr wisst schon.

Also: Auf die Menschen, die ich noch (besser) kennenlerne und auf die Parties und auf den Rest dieses Studiums. Prost!

Es geht los…

Filed under: Allgemeines,Alltag — Smikey @ 16:13

Morgen ist es soweit. Mein neues Studium geht los. Morgen. Um 9. Oder so.
Nachdem ich ja vor knapp 2 Wochen die Abschlussprüfung meines anderen Studiums hatte, die ich auch grandios bestanden habe (2,1 YEAH!!!) und somit seit vorgestern kein Student der BA Eisenach mehr bin, bin ich ab morgen wieder Student der TU Ilmenau. Im Fach “Angewandte Medienwissenschaften”. Frauenstudiengang, ich weiß. Und ich weiß, dass ich mir das noch eine ganze Weile anhören muss. Aber mir ist das egal. Ich freu mich wie ein Schneekönig darauf. Neue Leute, neue Fächer, neue Erfahrungen. Es wird grandios.
Hatte ich schon erwähnt, dass es grandios wird? Nein? Es wird großartigfantastiös!!!

Und seit ich weiß, dass mein alter WG-Kumpane aus Eisenach und 2-3 andere bekannte Leute ihren Master in Ilmenau machen, komm ich aus dem Grinsen gar nicht mehr raus. Dann sind die üblichen Chaoten ja wieder vereint. Und neue werden dazu kommen. Ich freu mich immernoch tierisch.

So, aber nun genug Huddeleien übers Freuen und so. Ich muss mich schick machen. Heute Abend treffen sich ein paar neue Studienkollegen (und -innen) auf ein Bier oder so. Ich bin natürlich dabei. In MickeyMouse-Shirt.

Ich freu mich. (Wie Bolle.)

Kapitel 1 – Joshua

Filed under: Aus eigener Feder,Gedankenwelt — Smikey @ 11:08

06.45 Uhr. Der Wecker klingelt und ich schlage ihn mit einer eleganten Handbewegung in Richtung
Wand. Ein neuer grandioser Tag in meinem Leben beginnt also exakt jetzt. Ungefähr so grandios
wie die anderen in diesem Jahr und ungefähr so grandios wie Schneeregen beim ersten Date.
Dates. Mein letztes erstes Date liegt jetzt genau 237 Tage zurück und ich könnte mich selbst dafür
ohrfeigen, dass ich immernoch mitzähle. Sie hiess Julia und war eigentlich ganz in Ordnung. Gott,
oder wer auch immer, hatte gute Arbeit geleistet nur was entscheidendes vergessen. Das Gehirn.
Sobald sie mehr als 5 Wörter in eine angemessene Reihenfolge bringen wollte, kam nicht viel bei
rum. Dafür war sie gut im Bett. Zu einem zweiten Date kam es aber trotzdem nicht. Sie hat es nicht
verstanden.

Der Wecker hatte trotz hartem Aufprall nicht aufgehört sein Kreischen zu verbreiten, also stehe ich
auf. Ich stolpere über die Überbleibsel der letzten Nacht und eine leere Flasche Rum rollt unter das
Bett. Ich quäle mich ins Bad und schaue in den Spiegel. „Redest du mit mir“ sage ich leise und
muss traurig lächeln, weil ich mich selbst dabei bemitleide. Das Frühstück lasse ich heute einmal
mehr aus, da in meinem Kühlschrank sowieso gähnende Leere herrscht und auch mein Magen nicht
in dem Zustand ist, in dem er feste Nahrung aufnehmen will.

Alles in allem also ein ganz normaler Morgen im Leben des Joshua Gutenberg. Joshua Gutenberg,
so heisse ich. Nicht besonders spektakulär, aber dennoch irgendwie einzigartig. Joshua, ein
biblischer Name und das obwohl ich seit meinem 14. Geburtstag streng atheistisch lebe. Mit
Überzeugung und ohne den Willen, mich davon jemals wieder abbringen zu lassen. Eine weitere
glückliche Fügung des Schicksals hat mich als Redakteur in eine kleine Lokalzeitung gebracht, wo
ich versuche, meinem Nachnamen alle Ehre zu machen.

Ich bewege mich langsam und so geschmeidig wie ich an diesem Morgen nur sein kann durch die
Wohnung und versuche meine Hose von gestern Abend zu finden. Mit meinem Schlüssel drin.
Sonst endet der Tag noch schlimmer als er bisher begonnen hat. Nicht nur einmal ist mir genau das
passiert. Und wieder muss ich dann zu meiner Ex-Freundin laufen, die immernoch einen Schlüssel
für meine Wohnung hat. Seit sie mir das erste Mal das Geld für den Schlüsseldienst ersparte, habe
ich auch in nächster Zeit nicht vor, ihr diesen wieder abzunehmen. Scheiss auf den Gedanken mit
ihr endlich abzuschliessen und sie endgültig aus meinem Leben zu verbannen. Da muss man auch
mal Egoist sein. Ex-Freundin gegen den geldgeilen Feind, den Schlüsseldienst. Sollte ich mir als
Buchtitel sichern lassen. Klingt interessant und nach “mehr”.

In dem Moment schlägt die Tür hinter mir zu. Vorsätzlich, denn den Schlüssel halte ich in der Hand.
Die Hose, gefunden im Gelben Sack in der Küche, hat ihn herausgegeben. Scheint so, als hätte ich
das wieder einmal verwechselt und ich freue mich darauf, heute Abend den stinkenden Plastikmüll
im Wäschekorb zu finden.

Prima. Hast du das auch wieder einmal geschafft, Josh.

Mandala-Malen

Filed under: Allgemein,Erlebtes — Smikey @ 10:29

Ihr vermisst mich, oder? Kann ich verstehen.

Aber zur Zeit gehts hier drunter und drüber. Mal abgesehen von meinem Leben als unfassbar bekannter Rockstar und so habe ich ja teilweise auch noch andere Sachen zu tun. Ich studiere. Hauptberuflich, auch wenn mir das keiner so richtig abnimmt.

Und wie ich gestern erfahren habe, studiere ich weiter. Viel weiter. Ich habe nämlich gestern meine Zusage für einen Studienplatz an der TU Ilmenau bekommen. “Angewandte Medienwissenschaften”. Klingt gut, klingt nach Medien, klingt nach was, was mir ziemlich gefallen könnte. Ich bin ja eine Medienhure, wie ihr alle wisst.

Nach den ersten unfassbaren Glückwünschen, Heiratsanträgen und dummen Witzen über Dauerstudenten wurde ich von einer Studentin im Kreis der Mandala-Maler begrüßt. “Angewandte Medienwissenschaften” ist nämlich ein Mädchenstudien gang. Verzeiht mir den Wortwitz, aber “Angewandte Mädchenwissenschaften” liegt mir einfach auf der Zunge. Ca 70% Frauenquote, Hauptfächer: Mandala-Malen, Kartoffeldruck, Namen tanzen, Singen und Klatschen. Wenn das mal nicht das absolut perfekte Studium für mich ist, dann weiss ich ja auch nicht weiter.

Es geht voran. Der großen Karriere steht nichts mehr im Weg.

Und wenn ich Glück habe, kann ich diesen Weg sogar demnächst mit einem Motorrad bestreiten. Ich, der Rockstar.

Möpse, Moppeds und Musik.

Filed under: Aus eigener Feder,Erlebtes,Musikalisches — Smikey @ 09:04

“Was heisst ‘Orgasmus’ auf Sächsisch?” – “Ferdsch!”

So oder so ähnlich begann unsere Motorrad-Familientour am letzten Freitag. Familientour ist natürlich nur eine schöne Umschreibung für uns harte Kerle. Rocker, wie sie im Buche stehen. Noch schlimmer als Hell’s Angels und Bandidos zusammen. Nur kennt uns keiner. Auch gut so.

Aber mal langsam mit den jungen (Stahl)Pferden. Ich hab ja selbst keins. Beziehungsweise, keins, mit dem ich bei den anderen Motorrädern mithalten könnte. Ich brauch also ne Mufte. Was tiefes, böses. Gereicht hats dann für ne neue 800er Intruder von Suzuki. Chopper in klein. Aber völlig ausreichend für mich. Und so neu, dass sie noch keinen Kilometer weg hat. Aber auch kein Benzin. Da drückt mir der Händler erstmal 20 Euro in die Hand und meint, ich soll erstmal volltanken. Habbich.

Irgendwann gehts aber dann los. 6 Motorräder machen sich auf den Weg in Richtung Bad Düben. Großraum Leipzig, ihr wisst schon. Sachsen. 3 Motorräder und ein Begleitfahrzeug kommen später nach. Prima. Also Hahn aufdrehen und vorwärts. Freitag halb zwei. Ihr erinnert euch, was Freitag halb zwei los war? Genau: Podolksi versemmelt nen Elfmeter, Klose lässt sich vom Platz schubbsen und so. Fussball. Für uns hat das den Vorteil, dass die Straßen leer sind, aber den Nachteil, dass wir nix erfahren. Außer unser Harley-Fahrer ganz hinten. Er hat Ohrstöpsel drauf und ich kann ihn manchmal an der Ampel fluchen hören. Lauter als seine Harley blubbert. Und das will was heißen.

Zwischenstopp in der Provinz. Bei McDonalds. Sechs Biker rücken ein. Na die gucken nicht schlecht und wir bringen sie dazu, Teile unserer Bestellung am Tisch aufzunehmen. So wünsch ich mir das. Luxus.

Gegen 6 schlagen wir in Bad Düben auf. Durstig. Natürlich. Also gibts erstmal nen kühles Blondes. Das haben wir uns aber auch verdient. Kurz danach trifft der Rest ein und ich kann endlich ein Foto machen. Schön sieht das aus.

Motorräder am frühen Morgen

Der Abend verläuft wie geplant mit Bier, Schnapps und viel Essen. Mit Vorspeisen, die auch als 3-Gänge-Menü durchgehen könnten. Wahnsinn.

Der Samstag geh früh los. Frühstück und ab auf die Bikes. Einmal quer durchs Land. Um 16 Uhr ist Termin in Ferropolis. Vorher muss die Gegend noch unsicher gemacht werden. Also vorwärts.

Wir kommen durch idyllische Städte und Dörfer, wo glaubt, dass dort der Krieg womöglich noch nicht vorbei ist. Dafür spricht, dass kleine Kinder am Straßenrand stehen und uns zuwinken, als wären wir die Amerikaner, die die Stadt von den Nazis befreien. Komisches Gefühl, aber irgendwie isses cool. Zurückwinken und hupen. So stell ich mir das vor.

Nächster Stützpunkt: Störmthaler See. Der See, an dem das Highfield-Festival dieses Jahr stattfindet. Mit mir. Unter anderem. Da muss man ja vorher mal vorbeischauen. Ist schon idyllisch mit so einem riesigen Kohlekraftwerk im Hintergrund. A propos Kohle. Ferropolis. Stadt aus Eisen und so. Kennt ihr? Superinteressant. Da kannste Macho sein wie du willst, die baggern mehr. Fetzt.

Was nicht so sehr fetzt, ist die Motorradtruppe, die nach uns auf dem Parkplatz aufschlägt. Viele Motorräder, heiß und die Herren schon im gesetzteren Alter. Bis dahin alles prima. In dem Alter will ich auch noch Mopped fahren. Aber als sie dann farblich abgestimmte Cappies mit Logo aus den Taschen nehmen, ist der Gipfel der Spiessigkeit erreicht. Sowas geht garnicht.

Es geht heimwärts. Abends sollte ja Livemusik sein. Und grillen. Mit Bratwürsten. In Sachsen. Ich bin vorsichtig.

Der Chef der Pension hatte vorher angerufen und gefragt, ob wir was gegen eine Veranstaltung am Samstag Abend hätten, weil wir die einzigen Hausgäste waren. (Ist nicht schwer, wir haben alles ausgebucht) Hey, wir sind doch für neues immer offen. Countrymusik? Aber hallo! Essen nur vom Grill und kein a la Carte? Hey, nuklar!

Als wir in der Pension ankommen ist der Grill schon angeworfen, die ersten Menschen da und das Bier kühlen. Habens getestet. Prima. Der Abend verläuft gut. Mit Steaks, Musik, Chili-Likör und Kräuterschnapps. Im Wechsel. Alles.

Ich setze mich zwischendurch an einen Tisch mit der Dorfjugend. Einfach so. Bin ja offen. Ich unterhalte mich mit einem Mädel und frage irgendwann, wie alt sie ist. “Schätz doch mal…” sagt sie. Schätzen war noch nie mein Ding. “17, ungefähr…” tippe ich. Falsch getippt. 4 Jahre daneben. Ich geh lieber wieder an meinen Tisch.

So geht der Abend rum und am Sonntag Morgen trommelt das harte Wasser ziemlich stark auf dem Kopf herum. Jedes Mal das gleiche irgendwie. Aber man lernt nicht draus.

Mit müden Augen aufs Motorrad und gen Heimat. Schade eigentlich, dass es schon wieder vorbei ist. Aber schön wars. Wie immer. Und das Motorrad hat mich begeistert. Sobald Geld da ist, wird ne Chopper gekauft. Muahahahaa. Weil ichs kann. Als Biker.

Aber was man immer wieder feststellt nach so einem Wochenende: Motorradfahren ist eine Schweinearbeit.

Rotschopfsucht

Filed under: Allgemein,Aus eigener Feder,Erlebtes,Musikalisches — Smikey @ 11:38

Rote Haare. Ihr wisst es. Ich sage es immer wieder. Ich LIEBE rote Haare.

Und Samstag war es wieder soweit. Ich bin ihr verfallen. Dieser Sucht.

Ich war bei der Feierstunde zur Jugendweihe meiner kleinen Schwester. Und wenn ich etwas hasse, dann sind es spießige Veranstaltungen mit Hemd und Krawatte und Jacket und so. Wisst ihr ja. Ich persönlich habe mich auch nur zu einem weißen Rüschenhemd hinreissen lassen, in dem ich natürlich immens schnieke aussah. Und Chucks hatte ich an. CHUCKS! Meine neuen. Mit “The Clash” drauf und so.

Naja. Spießige Veranstaltung hin oder her, ich war natürlich dabei, weil ich ein toller großer Bruder bin und der Rest auch da war. Credibility sag ich euch, Credibility. Mehr nicht.

Wenn ich mich an meine Jugendweihe erinnere, war das alles noch viel schlimmer. 400 bis zum umfallen spießig-angezogene Jugendliche, die Durst hatten, waren im Gothaer Kulturhaus versammelt. Grauenhaft. Aber das ist Jahre her. Sieben, um genau zu sein.

Diesmal war alles anders. Nur 16 Jugendliche hatten Jugendweihe. Familiäres Ding, könnte man meinen, war auch so. Prima. Ich komme in den Saal und entdecke rote Haare. Aber keine 0815 roten Haare. Nein. Richtig tolle. An einem tollen Mädel. Und bevor jemand fragt, nein, es war keins von den Mädels die Jugendweihe hatten.

Wie ich später feststellte, war es die Sängerin des Duos, die diese ganze Jugendweihe-Sache untermalen sollten. Und sie sang gut. Und er sang gut. Und sie waren erkältet. Beide. Aber trotzdem grandios. Auch wenn 80% der Menschen, für die die Feierstunde gedacht war,  nämlich die Kinners in den ersten Reihen, die Lieder zum Großteil nicht kannten. Aber ich kannte sie. Und selbst, wenn ich sie nicht gekannt hätte, wäre ich absolut hin und weg gewesen. Rote Haare, niedlich, klasse Stimme und Saxophonistin. Perfekt. Musikerin mit Leib und Seele. Prima. Einmal zum-mitnehmen, bitte.

So oder so ähnlich hab ich meine Meinung zur Musik den beiden dann auch im Gästebuch ihrer Homepage mitgeteilt. Ok, ich habe mich vielleicht etwas gewählter ausgedrückt. Aber die Grundaussage war die gleiche. Hatte nach der Feierstunde einfach keine Zeit, mit den beiden (und besonders mit ihr) zu reden. Familie um mich rum, ihr wisst wie das ist. Keine Rumhurerei am Kaffeetisch!

Aber damit ihr nicht denkt, dass hier wieder alles vorbei ist. Nein. Sie ist nämlich schnieke drauf. Sie hat mich gesucht, gefunden und angeschrieben. Stalkerin. Aber süß. Und Rotschopf.

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