Gestern ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen. OK, ich gebe zu, es war ein recht einfach zu erfüllender Traum im Gegensatz zu Reichtum und Ruhm und PlayboyMansion und so. Aber es war ein Traum.

Denn ich war bei Sarah Kuttner. Auf einer Buchlesung. “Mängelexemplar” heisst der Roman von ihr und er ist großartig. Auch wenn er immer mit “Feuchtgebiete” von der lieben Charlotte Roche verglichen wird. Warum auch immer. Die Bücher haben nämlich mal so garnichts miteinander zu tun. Beide grandios, aber nicht wirklich vergleichbar.

kuttner_autogramm

Die Lesung war im Audimax der Erfurter Uni. Rammelvoll wars und das Publikum unfassbar gemischt. Studenten, Fans, aber auch viele ältere Herrschaften. Nur ca. ein Viertel des Publikums hatte das Buch beziehungsweise das Hörbuch vorher konsumiert und verinnerlicht. Ich schon. Ich kannte die Textstellen, welche die liebenswerte Sarah da vorgetragen hat. Aber ich konnte trotzdem mit Leib und Seele mitlachen, fühlen, denken und tun und so. Einfach ganz großes Tennis.

Die Sahnehäubchen waren natürlich die Zwischenkommentare von ihr… Wir haben herzhaft gelacht über PferdeKopfDecken und Macken von Menschen.

Diese Frau fasziniert mich schon seit Jahren. Ich habe fast alle ihre Sendungen gesehen. Von VIVA über MTV bis hin zur SlamPoetry auf Sat1Comedy. Alles. Nur wegen der Sarah. Toll.

Und nun hab ich sie live gesehen, auf der Bühne, dann am Signiertisch, ca 1m von mir entfernt. Und ich bin immernoch ganz fasziniert von allem. Ihr, dem Buch, ihrer Signierung in meinem Buch und so. Toll.



Mir ist da ja gerade was passiert. Im Fahrstuhl. Uiuiui.

Aber langsam, die Geschichte fängt eigentlich viel viel früher an. Nämlich irgendwann im letzten Jahr.

Wir hatten damals, wie auch heute noch, einen Auftritt als Vorgruppe der Rambling Stamps. Im Schlachthof in Eisenach. Es war ein tolles Konzert, die Leute waren toll und die Stimmung gut. Auch in der Band war alles vorzüglich. Aber ich glaube ich war krank. Erkältet. Wenn ich es mir recht überlege, ist es schon komisch, dass ich auch heute wieder erkältet bin. Wink des Schicksals oder so.

Auf jeden Fall stand ich während des Auftritts dort oben auf der Bühne und ging dem nach, für das ich bezahlt werde. In der Gegend rumstehen und auf dem Bass rumklimpern. Nebenbei tat ich natürlich das, wofür man diesen ganzen RockMusikKram eigentlich macht. Ich hielt Ausschau. Nach Frauen.

Und ich entdeckte sie. Drei Grazien hatten sich auf meiner Seite der Tanzfläche versammelt und wippten zur Musik. Scheint ihnen zu gefallen. Auch mir haben sie gefallen. Jedenfalls soweit ich das im Dunkeln und im Nebel erkennen konnte.

Der Auftritt war vorbei und wir tingelten durch die Menschen und grinsten unseren Stolz heraus. Und rauchen wollten wir. Also ich. Zufälligerweise standen wir zu diesem Zeitpunkt gerade in der Nähe meiner ins Auge gefassten Mädels. Also haben wir natürlich dort halt gemacht um eine Kippe zu schnorren. Wir habens uns kurz unterhalten und sind dann weiter gezogen. Meine Feststellung, dass eine von denen direkt in mein Beuteschema gesprungen ist, hat sich gefestigt gehabt. Und irgendwie kam sie mir auch seltsam bekannt vor. Aber der Abend ging vorbei und ich war daheim. Allein.

Mein Kumpel wiederrum scheint dieses entsprecende Mädel wenigstens teilweise gekannt zu haben. Mehr als ich auf jeden Fall. Er erzählte mir im Nachhinein, dass sie auch auf die Berufsakademie geht. Daher kannte ich sie also. Sowas aber auch. Irgendwie kam er auf die Idee, sie anzuschreiben und ihr zu verklickern, dass ich sie ja eigentlich recht schnieke fand.

Na prima. Folgender Dialog entstand: “Du, der Bassist fand dich eigentlich recht schnieke/süß/ansehnlich/whatever…” – “Der Bassist? Der war doch höchstens fünfzehn.”

Fünfzehn. FÜNFZEHN. PFÜÜÜMPFZEEEEEHN!

Ich gebe zu, ich war leicht gekränkt. Wochenlang. Ok, es war dunkel und ich bin klein und so. Aber FÜNFZEHN. Das ging nun wirklich zu weit.

Ein paar Tage später sind wir uns in der Berufsakademie begegnet. Ich wusste ja, dass sie auch dort studiert. Aber sie war nach ihrer Aussage nun leicht verdutzt. Hat geguckt wie nen Auto, das Mädel. Verständlicherweise. Ich hab nur gegrinst und bin weiter gegangen.

Diese ganze Geschichte ist nun über ein Jahr her. Und heute seh ich sie durch zufall mal wieder in meiner unmittelbahren Umgebung. Sie und ein paar Kumpels drängeln sich zu uns in den Fahrstuhl. Na prima. Ich habe sie gleich wiedererkannt und wollte schon kurz mal in den Boden sinken. Aber sie ist einfach zu ansehnlich, um einfach abzuhauen.

Aber sie hat mich nicht erkannt. Jedenfalls hat sie es nicht gezeigt. Mich würde interessieren, ob sie sich an die ganze Geschichte noch erinnert. Wer weiß, vielleicht krieg ich es heute Abend raus.

Achja, ich bin ihr übrigens auch auf den Fuß getreten. Aber nur ganz leicht.


Dunkle Vergangenheit

posted by Smikey

Die Highfield-Erlebnisse und der Herr Schmidt haben mich mal wieder auf meine vergangene musikalische Unzulänglichkeit hingewiesen. Damals wollte ich gute Musik hören und “durfte” nicht. Aus trotz habe ich einen Abstecher in die Abgründe der PopMusik gemacht.

Ich war jung. Damals irgendwann im Frühjahr 1999. Vor über 10 Jahren also. Ich kannte schon VIVA und MTV und da es damals noch nicht an Niveaumangel zu leiden schien, kam da echt noch Musik. Richtige, echte, teilweise handgemachte Musik. Und sie war gut und ich am Fernseher gefesselt. Ein Lied, welches mich nachhaltig beeindruckte war “Why don’t you get a Job?” von The Offspring. Ich fand das damals großartig und bin heute auch immernoch davon überzeugt, dass es das wirklich war und immernoch ist. Vorallem nach dem grandiosen Konzert auf dem diesjährigen Highfield.

Jedenfalls war ich beeindruckt von dieser Musik. Von Punk hatte ich vorher noch nicht viel gehört und auch meine Liebe zu den Ärzten hatte ich damals noch nicht entdeckt. Ich wollte diese CD. Ich BRAUCHTE diese CD. Das “Americana”-Album sollte mein CD-Regal gnadenlos aufwerten und auf eine neue Ebene des musikalischen Ergusses bringen.

Ich war damals mit meinen Eltern das erste mal in einem MediaMarkt. Himmelhergott, ich war 10 Jahre alt. Da hab ich mich lieber in der LEGO-Abteilung rumgetrieben. Ich habe gesucht und gesucht. Überall. Nach “Americana”. Und es nicht gefunden. Meine Eltern hatten Erbarmen mit mir und wir baten einen der Verläufer um Hilfe, die damals irgendwie noch nicht so unambitioniert wie heute waren. Und er konnte uns helfen. Er kannte das Regal für das Album meiner damaligen Träume.

“Steht bei Punk/Hardcore”. Ui. Ich habe die Gesichtszüge meiner Eltern entgleisen sehen. Keine Chance für mich, sie zu überreden. Musik, die unter “Hardcore” eingeordnet wird, kann nicht gut für einen 10jährigen sein. Nicht, dass sie im Allgemeinen was gegen harte Musik gehabt hätten, aber das ging dann doch zu weit.

Also bin ich ohne das Album wieder nach Hause gekommen. Und es hat mich verfolgt. Dieses Album nicht zu besitzen hat meine musikalische Entwicklung um 3-4 Jahre zurückgeworfen. Gnadenlos. Ich laste das niemandem an, am wenigsten meinen Eltern. Es ist einfach eine Tatsache.

Und jetzt folgt ein Geständnis: Ja, ich habe “No Angels”-CDs gekauft und besitze sie noch. Irgendwo, aber sie sind immer da und verfolgen mich. Und ich war auf einem “No Angels”-Konzert. Und ich fand es gut. Es tut mir leid.

Nach meinem Umzug ins Exil 2002 hat sich das ganze zum Glück wieder ändern lassen. Durch meinen Stiefbruder, meinen Vater und Freunde kam ich wieder auf den richtigen, den harten und ehrlichen Weg der Musik. Und nun, 10 Jahre nach dem einschneidenden Erlebnis im Plattenladen habe ich “The Offspring” das erste Mal LIVE und in Farbe gesehen. Auf dem Highfield. Und es war grandios.

Ich bin wieder da. Musikalisch erneuert.



Wisst Ihr, gestern Abend war es mal wieder soweit. Ich saß mal wieder in meiner Küche, naja, ich weiß, dass es eine Küche sein soll. Weil ich ziehe aus und das ist auch gut so…
Neuen Lebensabschnitt beginnen, würden jetzt sicher viele denken. Nee, isses nicht, ich weiß es besser, einfach nur ein weiteres Studium in einer sicher viel schöneren Stadt.
So saß ich also da, ne Tasse „gute Laune Tee“ in der Hand weil ich leicht gereizt war. Das hatte nämlich den Grund, dass genau die Kiste beim Zusammenpacken durchgebrochen ist, in der die ganzen Kleinteile lagen. Kennt man ja. Also dachte ich mir, trinkst du zum Abregen kein „gute Laune Bier“ sondern eben so einen ominösen Tee. Und das lag auch gar nicht da dran, dass kein Bier da war. Nein.
Erster Schluck (IIIIH, das Scheißzeug kannste ja vergessen), zweiter Schluck (nichts passiert), dritter Schluck (Verdammt, ich glaub ich muss aufs Klo). Nicht schön. Bin ja fast noch ein wenig mehr enttäuscht als von dem „heiße Liebe Tee“. Den hatte ich auch in der Hoffnung getrunken, eine oder mehrere Süßigkeiten in Person klingeln mit einem Kasten Bier bei mir an der Tür und sorgen für die allabendliche Unterhaltung. Naja, man sollte eben doch nicht alles glauben. Tee wird schließlich heißer gekocht, als er getrunken wird.
So saß ich nun da und habe angesichts der chaotischen Verhältnisse noch einmal die letzten drei Jahre Junggesellenstudium durch meinen Kopf gehen lassen. Bildlich im Schnelldurchgang, versteht sich. So dachte ich auch an das Studium und die großartigen Menschen wie Gott sie schuf und McDonalds sie formte.

Zusammengefasst: Eine sehr, sehr schöne und le(e|h)rreiche Zeit in der ich ganz viele liebe Menschen kennengelernt habe. Und das lag nicht nur an der grandiosen Zeit des Studiums, in dem ich lernte, Bier und Wein in Wasser zu verwandeln, in der Kurve auszukuppeln, Integration als eine höhere Kunst anzusehen und viele andere Dinge, bei denen es sich lohnen würde, ein Buch zu verfassen. Vielleicht werde ich das auch in meinem nächsten Lebensabschnitt, pardon, Zweitstudium, tun. Wenn ich Zeit habe.

Auf der anderen Seite war da noch die Firma, die mir geschlagene drei Jahre wirklich gut zur Seite stand um mir anschließend ein überproportional hohes Einstiegsgehalt bot, wenn ich mich dazu entschlossen hätte, weiter zu arbeiten. Den Namen kann ich leider hier nicht nennen, aufgrund der neuen Namenstechnischen Änderungen passt der nämlich kaum noch auf eine DIN A4 Seite. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Kollegen für die schöne Zeit während der Frühstückspause bedanken, falls sie zufällig auf der Suche nach einem hippen Mitzwanziger auf diesem Blog landen. Diesem danke ich übrigens auch, für die letzten Paar Jahre, hätte ich doch oft nichts mit der freien Zeit anzufangen gewusst (Nee, das is nen Witz, aber er freut sich sicher).

Zum Schluss noch zwei Sachen, die ich meinen ehemaligen Kollegen noch mitgeben möchte.

Zitat: „Wer über 30 Stunden in der Woche vor dem Computer sitzt, übt in den meisten Fällen auch Gewalt über sein Gerät aus“. Jeder sollte sich selber ein Bild machen, wie weit er selbst betroffen ist.

Zitat: „Um sich vom Computer provoziert zu fühlen, muss man das Gefühl haben, mit dem Gerät in echter Interaktion zu stehen“. Haben meine Kollegen also doch Glück. Ist überall Windows installiert.

Ich muss jetzt jedenfalls weiter packen. Für, naja, ich wisst schon was. Mal sehen, was die Zukunft für mich bringt (Nein, ich meine nicht Windows Updates).
Abwarten und Tee trinken. Oder doch besser Bier.

Dieser Text ist von nebenan. Vom Büro nebenan. Und er haut einfach ab. Einfach so. In eine neue Welt. Und ich wünsche ihm Glück und Spaß und Geld und Sex und Liebe und Bier und Wein und Spaß und Spannung und Spiel und natürlich Schokolade.


Eis mit Mutti

posted by Smikey

Ich hab letztens irgendwo von sehr peinlichen Dates gelesen. Und ich dachte mir so: Mensch, das kennste auch. Lange her, aber peinlich genug war es trotzdem.

Ich war damals frisch versinglet und somit frei wie der Wind. Und das wollte ich auskosten. Schnell.

Und da gab es dieses Mädchen. Sarah. Und sie war süß. Das ist mir natürlich schon viel früher aufgefallen, aber da durfte ich ja nichtmal darüber nachdenken. Und irgendwie schien sie mich auch als ganz nett empfunden zu haben.

Wir hatten ein Date. Ins Schwimmbad sollte es gehen. Und wer geht nicht gerne mit süßen Mädels, die einen mögen, halbnackt irgendwohin. Mit Chance auf Körperkontakt und so. Großartig und dazu auch noch ihre Idee. Die Chancen standen also von vornherein nicht ganz schlecht.

Der Tag nahte und ich freute mich schon wie ein Schneekönig im Hochsommer und dann. Ja dann. Dann war das Wetter beschissen. Arschlecken Schwimmbad. Keine halbnackte Badeorgie in der brütenden Hitze. Aber wir sind ja flexibel. Wir wollen Eis essen. Dafür reicht das Wetter allemal und wir treffen uns in der Innenstadt.

Himmelhilf, sieht dieses Mädel gut aus. Klein, blond und ein Lächeln, das seinesgleichen heute immernoch vergeblich sucht. Wir beginnen über den Markt zu schlendern auf der Suche nach dem besten Eis der Stadt. Ich meine, damals hatte ich ja noch Geld wie andere Löcher in den Socken und konnte mir auch ne Kugel leisten, die SIEBZIG Cent kostet. Und wenns sein muss auch zwei. Mit Schokosauce. Und Gummibärchen obendrauf.

Und so landeten wir beim Dänen. Auch wenn eher die südlichen Nachbarn für Geschmacksorgasmen bezüglich gefrorenen Speisen bekannt sind, war der Däne nicht zu verachten.

Ich öffnete die Tür zur Eisdiele und glitt elegant hinein. Vor mir meine Begleiterin. Ich schaute mich um, damit auch ja niemand mir meine FastEroberung wegnehmen könnte. Ich fand keinen. Prima. Aber ich sah jemand anderen. NA BRAVO. Hinten in der Ecke, eingebettet zwischen Arbeitskollegen, saß meine Stiefmutter! HALLO? Wie peinlich ist das denn… Ich habe leicht in ihre Richtung genickt, um Sarah nicht das Gefühl zu geben, dass ich mich jetzt schon total unten durch fühle.

Falsch gedacht. “Hallo Sarah” ruft es aus der Ecke und meine Stiefmum grinste mich an. Ich wäre lieber von Löwen zerfleischt oder nackt auf den Hauptmarkt gefesselt worden, als jetzt hier zu sein. Die beiden kennen sich und steh da wie der letzte Vollhorst.

Man merke mir meine plötzliche Unsicherheit auch fast garnicht an. Aber wo wir schon einmal da waren, konnten wir auch ein Eis essen. Und ne Waffel. Mit Schokosauce.

An den Rest des Dates erinnere ich mich nur noch bruchstückweise. Irgendwas hat meine Gedanken daran verschleiert. Entweder Sarah’s süßes Lächeln, oder die immense Peinlichkeit der ganzen Sache.

Single war ich nach diesem Tag jedenfalls immernoch. Und für ein zweites Date hat es irgendwie auch nicht gereicht.



Oh mein Gott. Was für eine Überschrift. Das wird wieder massig Besucher anlocken, und das obwohl der Satz garnicht anzüglich gemeint war.

Er stammt aus dem Mund von Olli Schulz. Einem der vielen Künstler auf dem von mir am Wochenende besuchten Befit-Festival.

Aber wie immer gaaanz von vorne.

Es war Freitag Nachmittag und ich hatte Feierabend. Vom Büro aus ging es direkt nach Erfurt. Das Wetter spielte zu dieser Zeit noch gut mit. Sonnig und so. Sogar zum Teil angenehmst warm. Also mit offenem Fenster und Ghost of Tom Joad auf Anschlag in die Landeshauptstadt gedüst. Treffpunkt mit den drei Mädels (jaaaa, DREI MÄDELS. und ich. yeah) war in ihrer WG. Ich liebe diese WG. Sie sieht so richtig nach WG aus. Und letzte Woche war da schon eine gelungene WG-Party, die manche aus AmericanPie-esken Teenie-Filmen ganz schön doof aussehen lässt. Erwähnte ich schon, dass ich diese WG liebe?

Also dort angekommen und die drei Mädels begrüsst, ein wenig geplaudert, gepackt und ab mit dem Auto aufs Festivalgelände.

Festivalgelände. Das scheint auch ein sehr deeeeeeeehnbarer Begriff zu sein. Nachdem sich irgendwelche Menschen dachten, die Einfahrt zum Wiesenparkplatzeingangsweg mit zwei aufeinandergefahrenen Autos zu versperren, waren wir 10min später dann doch endlich da. Aber relativ alleine. Die erwarteten drölfmilliarden Menschen waren irgendwie verhindert oder so. Jedenfalls standen auf der Park/Campingwiese maximal 20 Autos. Na gut. Hat man wenigstens Platz. Das erste Bier noch vor dem Eingang getrunken und mich doof von der Seite mit “Öööööördmaaaaaan” anbrüllen lassen. Frank the Tank war also auch da. Hatte ein neongrünes Stirnband. Hässlich, aber aus NewYork.

Also auf gehts. Bändchen holen und so. Noch 2 Bekannte vor dem Eingang getroffen, die sich dann unserer FestivalCrew anschlossen. Achja. Wetter bis zu diesem Zeitpunkt: leicht bewölkt, aber ok. Dann nicht mehr. Wir kommen gerade beim Bändchenausgabepavillon an, da fängt es an zu schütten. Die Sonne begann in Strömen zu scheinen. Aber richtig mit Schmackes und so. Auf dem Weg vom Pavillon zum Festzelt, welches ungefähr 30m entfernt stand, sahen wir schon aus wie Sau. Und nass waren wir auch noch.

2 meiner Begleiterinnen haben es sich aber nicht nehmen lassen, sich bei strömendem Regen trotzdem auf dem Trampolin zu amüsieren. Aber so sahen sie auch aus.

Irgendwann nahm der Regen dann ab und wir trauten uns aus dem sicheren Zelt auf die Wiese vor die CenterStage. Meine neuen Converse AllStars waren an diesem Punkt schon auf Grund massiven Schlammeinsatzes eingeweiht. Und das bevor ich die erste Band überhaupt gesehen hatte. Ach doch. Die Delta Rangers im Zelt. Naja. Da redmer mal lieber nicht weiter drüber.

Auf der CenterStage machten sich die Killerpilze breit. DIE KILLERPILZE. Ok, ich sag mal. Es ist nicht direkt meine Tasse Wurst was sie da musikalisch fabrizieren. Zu Teenie, zu Mainstream und so. Aber sie gehen nach vorne. Und machen trotz gähnender Leere vor der Bühne einen sympathischen Eindruck und bieten eine gute Show. Wir standen erste Reihe. Denn viel mehr Reihen gab es nicht. Ein paar Groupies aus Frankreich waren extra wegen den Pilzen gekommen und hatten sichtlich Spaß. Wir auch.

Zu diesem Zeitpunkt begab es sich, dass eine Freundin aus welchem Grund auch immer umfiel und im Matsch landete. Passiert. Aber sie sah eben auch dementsprechend aus. Und weil man ja sozial ist und so, wollte sie mich an ihrer Erfahrung teilhaben lassen und umarmte mich. Hrmpf. Ich war also auch geschmückt mit Flecken. Nicht dass meine Hose eh schon schlammig genug war, neinn, jetzt hatte es also auch mein Shirt erwischt. Als Entschuldigung bekam ich einen Button zum kaschieren der Flecken. EINEN BUTTON.

Nach den Killerpilzen. Ja. Da kam Chapeau Claque. Ich hatte sie vorher nie gesehen, geschweige denn gehört. Aber sie waren super. Diese Frau hat eine Stimme, das ist der pure Wahnsinn. Und aussehn tut sie auch nicht ganz schlecht. Insgesamt war ich also massivst begeistert von dieser Band. Und das obwohl es ja doch eher ruhig ist. Sehr interessant zu sehen, wie viele männliche Festivalbesucher da doch mitgegangen sind. Inklusive mir.

Nun kam die Band, auf die ich mich wahrscheinlich am meisten an diesem Tag gefreut hatte. Ghost of Tom Joad. Wie ihr wisst, hab ich die ja letztens in Marburg gesehen und war begeistert. Und so auch diesmal wieder. Wahnsinn. Großfantastiös. Ich bin abgegangen wie ein Zäpfchen und die wenigen Menschen die da waren, haben mich komisch angeschaut. Aber was solls. Man muss halt die Vibes spüren, sonst wird das nix.

K.I.Z. war der letzte Act an diesem Tag und ich habe ihn zum Großteil verpasst. Nicht schlimm. Diese Musik ist definitiv nicht meine Tasse Bier. Ich habe in dieser Zeit lieber am Bierstand rumgelungert und micht lange (sehr sehr lange) mit einer Streetworkerin über Bier, Alter, Sucht, Musik, Leben, und die Zukunft unterhalten. Ich glaube ich habe mich schon lange nicht mehr so gut unterhalten. Echt der Hammer. Wir haben uns an diesem Wochenende noch öfter gesehen und immer wieder nett angegrinst. Scheint uns beiden also gefallen zu haben. Ich glaube der Geschichte gebührt ein eigener Eintrag. Demnächst. Denn erstmal geht es um das Festival.

Der Freitag war vorbei und wir wurden vom Gelände begleitet. Weil so wenig Menschen da waren, viel die AfterShowParty eher aus. Und wir mussten nach Hause in die WG. Da gabs dann noch ein Abschlussbierchen und dann gings für 2 von uns ins Bettchen und für die anderen beiden nochmal weg.

Die Nacht zog sich dann bis Nachmittags um 2. “Frühstück” vom Bäcker und schon gehts wieder Richtung Festivalgelände. Bändchen zeigen war hinfällig. Man sah uns und unseren Klamotten an, dass wir Freitag schon da waren.

Ich muss dazu sagen, dass es mir schlecht ging. Also so richtig. Mit Kater und so. Aber da ich vorhatte, nachts noch nach Hause zu fahren, war Konterbier nicht drin. Also ging es mir schlecht. Den ganzen verdammten Tag. Aber nur körperlich.

Für uns wurde der Samstag mit ClickClickDecker eröffnet. Großartig-poetische Musik, die seinesgleichen sucht. Und er sieht live und in Farbe sogar menschlich aus. Von Bildern kenne ich ihn nur hässlich. Sorry, Click. Seine Ahnsagen und Kommentare machen das Konzert fantastisch. Der hat einen an der Marmel. Aber richtig.

Aber ansagentechnisch wurde er danach dann doch noch übertrumpft. Schwer vorstellbar, aber wahr. Von Olli Schulz. Musikalisch super und ansagenmäßig in perfekter Höchstform.

Beispiele:

  • Wer beschützt mich vor meiner eigenen Geilheit?
  • Ich bin allein. Und nackt. Und allein. Mit mir ganz allein. Allein mit meiner hemmungslosen Erotik.
  • Nachher mach ich Armdrücken mit dem Security hier unten. Na, haste schon Angst?
  • Wir verkaufen nachher Autolack dort hinten. Und Klobürstenhalter.

Ich fand ihn grandios und die anderen drölfeinhalb Besucher auch. Ganz ganz ganz großes Tennis.

Nach Olli Schulz folgt Dúné. Kannte ich garnicht, aber war super. Melancholisch, strange, kraftvoll und gutaussehend. Also mit gutaussehend meine ich diese Pianistin/Gitarristin. Die war ja mal muahahahahaa. So ungefähr. Und betrunken. Später, im Musikzelt auf der Tanzfläche. Muss man sich mal anhören.

Sugarplum Fairy. Die Typen klingen wie jede andere schwedische Indierock-Band auf dem Planeten. Aber deswegen nicht minder gut. Und sie sehen aus wie Mando Diao. Und klingen so. Prima.

Um dann mal ein wenig Abwechslung von diesem ganzen Rockscheiss (*g*) zu haben, wagen wir uns ins Musikzelt, wo gerade Captain Capa am rumelektronen ist. Sie haben extreme Probleme mit der Technik, aber wenns erstmal läuft, dann klingts saugeil. Wir dancen und springen und feiern und ich muss mal kurz nicht daran denken, dass ich eigentlich permantent kotzen möchte, weil mir so schlecht ist. Kater. Ihr wisst wie das ist.

Danach wechseln wir zwischen CenterStage und Zelt. Zwischen Donots, die großartig sind, und Juri Gagarin, die auch großartig sind. Schwierige Entscheidung und so bahnen wir uns immer wieder den Weg durch den Matsch.

Ich warte auf den letzten Act. 2 Mal verpasst, diesmal endlich gesehen. Götz Widmann. Ich sage mal so, er war nicht ganz nüchtern. Aber sehr gut. Meine Begleiterinnen fanden ihn ebenso gut wie ich und wir sangen großartige Lieder wie “Der Laptop-Webcam-Mann” und “Badmülleimer” mit. Gegen um Zwei war dann alles vorbei. Götz weg, die Bühne am abbauen und die AfterShowParty wieder am ausfallen auf Grund der wenigen Zuschauer.

Aber ich habe jemanden wiedergetroffen. Meine Schokopudding-Tante. Und sie ist immernoch so süß und lieb. Und ihren Freund kann man nichtmal scheisse finden, weil er ne coole Sau ist. Und so habe ich die beiden, betrunken wie sie waren, mit meinem Auto nach Hause gefahren.

Aber nicht, ohne mich vorher gebührend bei meinen drei tollen Begleiterinnen des Wochenendes zu verabschieden.

Das Festival war vorbei und ich auf der Autobahn auf dem Weg nach Hause.

Fakten und Fazit:

  • Sich als Frutte an einen Kerl ranzumachen, der offensichtlich auf Kerle steht, und das dazu nicht mitzubekommen, sieht von aussen sehr spaßig aus…
  • Matsch gehört irgendwie zum Festival dazu. Ich wüsste garnicht, wie sowas ohne Matsch aussieht.
  • Die Verbindung von elektronischer Musik und Rockmusik ist fantastisch
  • Musiker haben alle tierisch einen an der Marmel. Und ich auch

Das Festival war insgesamt einfach ein Traum. Auch wenn so wenig Leute da waren und das echt schade war. Wer weiß, ob sowas nochmal stattfinden kann. Wird finanziell tierisch schwierig, denke ich mal. Aber den Leuten, die da waren, hat es gefallen. Uns auch. Und ich habe viele tolle Menschen kennengelernt. Mehr als sonst. Weil eben alles so familiär war.

Insgesamt hatte ich schon ewig nicht mehr ein so geiles Wochenende. Danke an die Musiker, an die Menschen, an den Beirzapfer, an die Streetworkertante und ganz zum Schluss an meine tollen Begleiterinnen. Ihr seid toll und ich weiß nicht, wie so ein Festival ohne euch gewesen wäre.

Danke.


Kleine Italienerin

posted by Smikey

Darf man eine Italienerin auf ein Eis einladen? Das ist so die Frage, die ich mir in den letzten zwei Tagen gestellt habe.

Aber fangen wir mal gaaaanz von vorne an. Es war Samstag und es war nix los. Also, los war schon was, aber mit den Leuten nicht. Bin ich ja nicht anders gewohnt. In jedem Falle sollte aber in Ilmenau was gehen. Bands und so. Und da ich für echte musikalische Unterhaltung natürlich immer zu haben bin und auch die Ausgaben im Studentenclub sich durch meine kleine Portokasse decken lassen, wollte ich da natürlich hin. Aber alleine? Auf der einen Seite sieht das von außen immer ziemlich armseelig aus. So als hätte man keine Freunde und so. Und ähm. Versuch das mal einem vernünftig zu erklären und so, dass er das dir auch abkauft, wenn du so als erster ganz alleine vor dem Club stehst. Da haste verloren. Aber was solls. Ich hab ja Selbstvertrauen so groß wie halb Erfurt und deswegen macht mir sowas garüberhauptnix aus. Also. Wenn ich erstmal da bin. Vorher hab ich mit mir zu kämpfen.

Aber ich bin trotzdem hingefahren. Und es war gut.

Musikalisch wurde als erstes eine Punkband aus Hanover geboten. Das “Flaming Pussy Project” (omg. komm ich jetzt wegen dem P-Wort auf den Index?). Zwei Frontfrauen, die sich in t.a.t.u.-esker Manier auf der Bühne geküsst haben. Und ja. Die Masse war begeistert. Und ein riesiger Bassist mit Armeehelm und Buttons dran. Klischeehaft, aber irgendwie cool. Die Musik war so, naja… Punkig und dreckig halt. Nicht ganz schlecht, aber ja. Dreckig halt.

Danach kam der Headliner des Abends. “Harakiri Surprise” aus Ilmenau. War ja immerhin ihre CD-Release-Party. Und die waren ja mal richtig gut. GrungePunkMetalStonerRock. Sehrsehr gut irgendwie auch virtuos und gutgelaunt und mit Striptease und GoofyShirt und nackten Bassisten und Liebesliedern und und und… der CD-Verkaufs-Tante… eine kleine Italienerin. Also. Haben sie gesagt. Sowas sieht man ja nicht unbedingt auf den ersten Blick. Ist auch unwichtig, denn ihre immense Süßigkeit hätte mich auch so erwischt. Ganz unabhängig jeglicher Herkunft und so. Bin ja da totalst flexibel eingestellt. Auf jeden Fall war sie ja mal die Süßigkeit in Person und ich war wieder zu feige richtig was zu reißen. Und als ich dann wollte, ja dann. Ähm. War ich in einer sehr doofen Situation. Denn ich hatte ihr natürlich eine CD abgekauft. Die Band war ja ganz großes Tennis auf ganz kleiner Bühne und Lokalmathador und so und ausserdem gab das nen Anstoß mit der “kleinen Italienerin”, wie sie niedlicher- und wahrheitsgemäßer Weise von der Bühne aus betitelt wurde, mal kurz einen Plausch zu halten. Also hab ich die CD bezahlt und freu mich schon wie ein Schneekönig im Sommer, dass ich mit ihr rede und sie mich, ja SIE MICH angefasst hat. mit beiden Händen. Muahahaha. Und dann hab ich gemerkt, dass mein Geld alle war. So richtig alle. Portokasse leer. Und da hatte ich mir gerade ein Herz gefasst und wollte sie auf einen Drink einladen. Arschlecken Feuerwerk. Hat sichs mit einladen und so. Gottseidank hab ichs gemerkt bevor ich angefangen hab zu reden und einzuladen. Stellt euch mal vor ich lad sie ein und steh dann doof an der Theke und kann nicht bezahlen. Wie sieht das denn aus. Darf ich garnicht drüber nachdenken, obwohl so eine Aktion durchaus typisch für mich gewesen hätte sein können.

So ging der Abend auf jeden Fall zu Ende. Ich ohne Date und ohne Namen und Telefonnummer und so. Nicht so die Monsterausbeute aber der Abend war trotzdem grandios. Musikalisch. Und wenn man allein ist, kann man sich eben auch auf die wirklich wichtigen Dinge des Lebens konzentrieren. Hab ich ja. Also werd ich das ab jetzt öfter machen. Alleine weggehen. Auch wenn es scheisse aussieht. Ich kann das. Bäm!

Soooo.. Aber nun wieder zum eigentlichen Thema. Kann man eine kleine Italienerin auf ein Eis einladen? Ich hab nämlich die unglaublich grandiose Idee gehabt, genau dies zu tun. Durch meine stalkerisch-kreativen Fähigkeiten in den Weiten des Internets hab ich sie nämlich gefunden. Yeah. Und ihr geschrieben. Yeah. Ob ich meine Einladung, die ich ja nicht ausgesprochen habe auf Grund hemmungslosen Geldmangels, noch nachholen könne. Yeah. Aber geantwortet hat sich nich. Schade.

Auf jeden Fall hab ich mir in diesem ganzen Zusammenhang eben diese wichtige Frage gestellt. Italienerinnen zum Eis einladen. Oder auf ne Pizza. Das wäre ja wie ne Deutsche auf ne Bratwurst oder ne Russin auf nen Wodka einladen. Mich zum Beispiel könnte man durchaus auf eine Bratwurst oder ein Schnitzel einladen und ich wäre hin und weg. Aber ich bin auch nicht Maß aller Dinge. Definitiv nicht.

Ich habe da mal ein paar Menschen befragt. Die einen sagen “Klar kann man das”… Weil dann ist ja gleich Gesprächsstoff und ein Witz am Rande da. Nicht schlecht. Aber stellt euch mal vor, man meckert das ganze Date lang über die schlechte Qualität des Eises. Na dann hat man es gekonnt. Also muss man einen RICHTIGEN Italiener mit RICHTIGEM italienischen Eis suchen. Keine “Chemiepampe”, wie eine Freundin gesagt hat. Gar nicht so einfach. Als doch lieber Cocktails schlürfen gehen? Ist unverfänglich. Und ähm. Macht hemmungslos. Im guten Sinne von “hemmungslos” und nicht im schlechten, verruchten Sinne.

Ich bin für Cocktails und Bier. Immerhin kriegt das Mädel sowieso Pluspunkte wenn es Bier trinkt. Und das als Italienerin. Yeah.


Abdrücke

posted by Smikey

Dies ist der Beitrag, mit dem ich am Samstag die Bloglesung eröffnet habe. Bisher habe ich es nicht übers Herz gebracht, ohne zu veröffentlichen, aber durch die positive Resonanz auf den gelesenen Text habe ich mich doch dafür entschieden. Und hier ist er.

Ich laufe einfach los. Ich hab die Tür hinter mir zufallen lassen und der Knall hat meine Gedanken freigesprengt. Die Enge des Hauses hat mich eingesperrt. In seinem Zimmer zu sitzen und sich nicht daheim zu fühlen ist grausam. Hier draußen fühle ich mich frei und die Gedanken schwingen von Laterne zu Laterne, während ich die Straße entlang gehe. Es schneit. Es schneit so sehr, dass innerhalb von Minuten alles von einer weißen, glitzernden Schicht bedeckt ist. Alles, außer Fußabdrücke. Meine Fußabdrücke. Es ist viele Jahre her, dass ich sie hier hinterlassen habe. Mit einem Stechen in der Brust wandere ich sie jeden Tag entlang. Sie führen von hier weg aber sie kehren nie zurück, genauso wie auch ich nie zurückgekehrt bin.

Aber als ich das hier damals alles verlassen habe, habe ich mein Herz mitgenommen. Und es irgendwo auf dem Weg verloren. Nun bin ich zurück ohne mich geborgen zu fühlen.

Home is where your heart is
und meins ist irgendwie nicht hier. Nicht an dem Ort, an dem ich es lassen wollte um einen Grund zu haben, zurück zu kommen.

Ich schaue mich um und versuche zu erkennen, warum mir das, was mir vertraut und geliebt vorkommen sollte, so fremd erscheint. Überall sehe ich Menschen, die ich kennen und lieben sollte, aber nichts davon ist der Fall. Ich sehe ihnen zu wie sie ihr Leben leben und fühle mich zwischen ihnen trotzdem allein. Ich habe sie um mich herum und bin trotzdem nicht glücklich. Ich vermisse die Freunde, die ich in den letzten Jahren kennen und lieben gelernt habe. Freunde, die mich begleitet haben und mich zu dem gemacht haben, der ich heute bin. Diese fehlen nun und ich bin zurück um hier alte Freunde wieder neu zu finden. Ich lerne sie wieder kennen. Und zwar auf eine andere Weise, als ich sie damals kennengelernt und gemocht habe. Und komischerweise es tut gut. Das erneute Kennenlernen vermittelt das Gefühl von Wärme und ich sehe Dinge in einem Licht, an welches ich nie zu glauben gewagt habe.

Ich lerne Menschen kennen, dich seit Ewigkeiten kenne, aber sie nie wirklich wahrgenommen habe. Und ich mag sie. Und das ist ein großartiges Gefühl.

Andere, die ich damals gebraucht habe und die mir Geborgenheit geschenkt haben, haben sich verändert. Auch ich habe mich verändert. Aber in eine andere, falsche Richtung. Oder ist es andersherum? Ist es so, dass hier alles falsch gelaufen ist und ich alles richtig gemacht habe? Während mir die Schneeflocken ins Gesicht peitschen, merke ich, dass beide Sichtweisen durchaus ihren Funken Wahrheit beinhalten müssen. Es ist eben alles anders geblieben und jeder hat seinen Weg gewählt. Auch ich habe meinen gewählt und muss nun feststellen, dass ich mein Ziel aber noch lange nicht erreicht habe.

Langsam bin ich auf dem Rückweg meines Spaziergangs und es schneit immernoch. Ich weiß schon gar nicht mehr, warum ich das Haus überhaupt verlassen habe. Aber es war richtig. Ich glaube alles war richtig. Alles was geschehen ist und wie ich bis hierher gekommen bin. Jeder geht seinen Weg und das hier ist meiner. Als ich vor meiner Haustür ankomme, merke ich, dass ich etwas hinterlassen habe.

Fußabdrücke, die nicht mehr nur von hier weg führen. Ich hinterlasse Abdrücke, die nach Hause führen. In das Hier und Jetzt.

Home is where your heart is und meins ist wieder da wo es hingehört.

Hier.


3TB – one day after

posted by Smikey

Gestern war es endlich soweit. Die 3. Thüringer Bloglesung stand an und ich war wieder einmal dabei.

Meine Begleitung und ich schlugen leider erst kurz vor Beginn im Markt 11 auf. Bastih und co hatten schon fast einen Herzinfarkt bekommen, weil ich so spät war. Grund: Ich sollte beginnen zu lesen. Na prima. Aber dann hab ich es wenigstens hinter mir.

Aufgrund technischer Probleme verzögert sich das ganze noch eine Weile und ich darf mich solange wichtig fühlen, weil ich das erste Interview meines Lebens führe. Die Frage, ob ich aufgeregt bin hab ich mal entschieden mit “JAAA” beantwortet.

Und schon geht es los. Markus moderiert. Und schon muss ich da vor und die Menschen mit meinem Gefühlsexhibitionismus nerven. Cool, macht mir aber trotzdem Angst.

Ich beginne mit dem wohl persönlichsten Text, den ich bisher geschrieben habe und der auch immernoch auf seine Veröffentlichung wartet. Ob ich das tue, ich weiss es nicht. Aber es war wichtig, dass er mal gelesen wird. ReneS sagt, dass die Frauen angetan davon waren. Ich mein, ich mach das ja auch nicht zum Spaß. Ich war allerdings so aufgeregt, dass ich das nicht mitbekommen habe. Allerdings habe ich, als ich ab und an (sehr selten) aufgeschaut habe, ein unheimlich süßes Lächeln von Geradeaus vernommen. Hat mich ein bisschen aus der Bahn geworfen, aber ich hab versucht, mir das nicht anmerken zu lassen. ReneS war übrigens ähnlicher Ansicht. Gnihihi…

Der nächste Text den ich lese, ist “Schokopudding”. Ich habe einige Schmunzler von ein paar Mädels, auch von dem mit dem süßen Lächeln und einige Schmunzler von Bastih, der nur etwa 2 m von mir entfernt sitzt. Ich glaube, er war einer der einzigen, die den Wink mit dem Kettcar-Zaunspfahl verstanden haben Aber gut, dafür war er da. Der Zaunspfahl.

Der letzte Text ist “Hitch für Anfänger”. Der baut so schön auf “Schokopudding” auf. Ist mir allerdings erst aufgefallen, als ich die Texte gestern zusammengesucht habe. Aber gut. Die Po-Ente kommt wieder zu plötzlich und wieder weiß keiner, dass er jetzt schon klatschen soll. Ich bin fertig. Und es war gut. Und nun kann ich mich den Rest des Abends beruhigt hinsetzen und geniessen.

Als nächstes kommt das Kolumnistenschwein. Man muss politisch recht interessiert sein um seine Texte zu verstehen. Ich bin es und finde sie also wie immer großartig.

Danach pulsiv. Das Niveau sinkt. Sagt er selbst. Es geht um Titten, Analsex und Stress im Supermarkt. Ich habe gut gelacht. Und wer braucht schon Niveau. Meine Haut ist auch so zart genug.

Pause. Rauchen, Szenegetränke trinken und warten, dass es weitergeht.

Als nächstes kommt Rob. Ganz spontan. Sein Strip, nicht ganz so spontan, sondern vorsätzlich, lässt Mädels in Extase geraten. Tiefsinnig und gut sind seine Texte. Wusste ich vorher.

Sapere Aude ist an der Reihe. Es geht um Gott. Oder eben NICHT um Gott. Auf alle Fälle ist er Atheist und ich stimme ihm voll zu.

Der in die Bloglesung hineingevotete Geschichtenerzähler macht den Abschluss der 2. Runde. Und erzählt von Sandkastenspielchen der Politiker und Interviews mit Osama bin Laden. Und um Leberwurst. Sehr gute Ideen, aber mir leider FAST schon zu breitgetreten. Trotzdem Respekt. Sowas muss man sich erstmal einfallen lassen.

Pause. Das übliche Spiel.

Die dritte und letzte Runde wird eröffnet von Cuentacuentos. Eine Dame im besten Alter. Und aus Berlin. Extra angereist. Sie hat leider sehr leise Gesprochen, aber das, was ich verstanden habe, fand ich grandios. Tiefsinnig, gefühlsbetont und sehr sehr poetisch. Großartig.

Als letzter Bloggern lesenderweise ist Bastih nun an der Reihe. Er liest über Gefangensein in der Dixihölle, umgeben von einer Herde wahnsinniger Kühe und einen sehr sehr guten Text über Befreiung und Veränderung. Ich ertappe mich beim leichten Nicken, immer wenn er einen Gedanken beendet. Grandios. Nicht nur deshalb habe ich dem Zeitungsmädel nur gute Sachen von ihm erzählt. (bastih, für diese Aussage will ich nen Bier *g*)

Den krönenden Abschluss bildet jojo. Auf den Bloglesungen ist er immer vertreten, aber Cartoons lassen sich so schlecht vorlesen. Also hat er sich was überlegt und zeigt einen kleinen Cartoon-Film. Ich habe gut gelacht und nun endlich mal Nadini in real und live und so gesehen.

Schluss mit der Leserei, nun gehts ums ganze. Tombola.

Ich bin der erste, der etwas gewinnt. Und ich gewinne das, was prinzipiell sowieso jeder haben wollte. Mit der Nummer 43. Und zwar: *trommelwirbel*

WRESTLING-SAMMELKARTEN. Und eine ist vom Undertaker, na wenn das nix ist.

Der Rest gewinnt Bücher, Buttons, Computerspiele und Küsse von bastiH und Markus.

Nun ist aber wirklich Schluss und es geht ans Kennenlernen, ganz leicht zur guten Musik vom DJ Suga abschmoofen und Szenegetränke in sich kippen.

Es war also wieder sehr sehr gut. Ein schöner Abend mit tollen Bloggern, süßen Mädels, lustigen Anekdoten und tiefsinnigen Beiträgen, die einen nur zustimmen lassen.

Danke dafür.

hier die Meinung von anderen:

  • Presseartikel, und das Interview mit mir ist der Aufhänger. Na prima!

Verpasste Gelegenheiten

posted by Smikey

Träume ergreifen die Gelegenheiten, die man am Tag wieder einmal verpasst hat.
So wie gestern, als ich dich an diesem großartigen Abend fast auf der Treppe umgeworfen hätte.

Ich war auf dem Weg nach Hause und du wolltest in den Raum hinter der Bühne. Backstage, um deinen Ruhm mit den anderen Menschen zu teilen, die mit dir zusammen diesen Abend zu dem gemacht haben, was er war.

Ich hab dich trotzdem auf einen Drink eingeladen und wir haben uns gut verstanden. Wir haben geplaudert und ich bin versunken. In deinen Augen, in deiner so zärtlichen Stimme, die mich schon fasziniert hat, als du ein schüchternes “Hallo” von der Bühne in den großen Raum geworfen hast.

Im Traum. In der bitteren Realität habe ich nur verlegen gegrinst und bin weitergelaufen.

“Scheisse”, dachte ich, als ich nach diesem wirklich guten Traum morgens allein in meinem Bett aufgewacht bin. Wieder einmal hat er Mut nicht gereicht und ich könnte mich selbst ohrfeigen, dass ich diese winzige, eigentlich aussichtslose Chance trotzdem nicht ergriffen habe. Wieder so eine Gelegenheit, von der man erst merkt, dass man sie verpasst hat, wenn man realisiert, dass man im Traum viel mutiger war, als im Leben danach.