Hitch für Anfänger

Filed under: Aus eigener Feder — Smikey @ 11:01

Der Abend geht dem Ende entgegen. Arm in Arm laufen sie verträumt die Straße entlang. Er bringt sie nach Hause. Selbstverständlich. Ohne zu zögern hat er seine Hand an ihre Hüfte gelegt und sie führen sich gegenseitig, beide leicht angeschwippst, zu ihrer Wohnung. Es war ein schöner Abend. Sie haben zusammen gekocht und sich gut unterhalten. Und als er es nicht mehr ausgehalten und durch den guten Rotwein genug Mut angehäuft hatte, sagte er es ihr. Die drei Worte, die ihm so schwergefallen waren, hatten den Stein ins Rollen gebracht. Unaufhörlich ist er vor diesem Geständnis auf dem Stuhl hin- und hergerutscht ohne zu ahnen, dass es ihr genauso erging.

An all das denkt er nicht mehr, als sie ihrer Haustür immer näher kommen. Langsam beginnt sie in ihrer Handtasche nach dem Schlüsselbund zu suchen. Es klimpert und sie scheint ihn gefunden zu haben. Sie bleiben stehen. Keiner sagt etwas. Man hört nur das langsame und leise Rasseln des Schlüsselbundes in ihrer Hand, das symbolisch fragt, ob er mit hineinkommen will. Völlig in Gedanken versunken bekommt er ihre Blicke in Richtung Tür gar nicht mit. Er ist glücklich.

Er ist zu verwirrt vor Glück, dass er ihre Andeutungen einfach nicht versteht. Er steht da, schaut ihr in die Augen und wartet auf das, was als nächstes passiert.

Sie versteht nicht, warum er nicht auf sie eingeht. Nur ein Kaffee oben auf der Couch. Oder so. Wer weiß, was sich dort ergibt. Aber er steht nur da und wartet.

Wieder klimpert sie mit dem Schlüssel, das eindeutige Zeichen. So laut, dass selbst auf der anderen Straßenseite der umherstreunende Kater Reißaus nimmt.

Die Sekunden fühlen sich an wie endlose Tage und nichts passiert.

Dann endlich sagt er etwas. Nicht viel. Aber genug um dem Abend einen krönenden Abschluss zu geben.

„Willst du nicht endlich reingehen?“